Workout-Trend-Check: Roots Movement im Fitness-Test

Beim Roots-Movement sollen natürliche Bewegungen neu erlernt werden. Kollege Patrick hing sich rein. Der Workout-Check im Video
Roots Movement im Video-Check

Beim Roots-Movement sollen natürliche Bewegungen neu erlernt werden. Kollege Patrick hing sich rein. Der Video-Beweis

Als Kind bin ich ständig auf Bäume geklettert. Das wird mir bestimmt helfen, denke ich beim Blick auf die Webseite von Roots-Movement. Da kann man sehen, wie Trainer Simon Pouly einen Baumstamm hochklettert, auf Geländern balanciert und von Hindernis zu Hindernis springt. Es wirkt auf mich wie eine abgeschwächte Version von Parkour. Während der Einheit merke ich dann allerdings, dass ich eine abgeschwächte Version von mir selbst bin. Aber der Reihe nach.

Erste Gehversuche
Treffpunkt fürs Gruppentraining ist der Hamburger Stadtpark. Mit diversen Holzleisten auf der Schulter erscheint Simon. „Wir beginnen mit einem lockeren Warm-up“, sagt er: Entengang, Kniehebelauf, Armkreisen und Liegestützgang. Das erinnert mich an Sport zu Schulzeiten.  15 Minuten später wird es ernst. Meine Annahme wird von Simon gefällt: Das Training beinhaltet zwar Parkour-Elemente, da die Umgebung für das Training genutzt wird, aber niemand muss Häuserschluchten überwinden.

Kurze Lernphase
„Unser Training verbessert Kraft, Balance und Fitness zugleich“, erläutert Simon. So dienen zum Beispiel Treppen dem Sprung- und Bäume dem Oberkörpertraining, während man Geländer für Balanceübungen nutzt. Das alles sind Bewegungen, die ich als Kind sicher beherrscht habe, inzwischen jedoch eher selten ausführe. Das Ganze bringt viel Spaß, ist aber auch ganz schön anstrengend. Simon macht jede Übung vor, wir machen sie nach. Das Tempo bestimme ich selbst, merke aber, wie ich nach jeder Wiederholung langsamer werde. Pausen gibt’s nicht, Übung folgt hier auf Übung, auf den Sprung ein Handstand an der Wand.

Top-Übung beim Roots Movement: Schwingen
Top-Übung beim Roots Movement: Schwingen

Finaler Kletterakt
Anschließend wechseln wir im Laufschritt die Location. Simon führt uns zu einem in der Nähe gelegenen Kinderspielplatz, wo er einen Hindernis-Parcours vorgibt: erst ein Balanceakt auf immer schmaler werdenden Holzleisten, anschließend eine Kletterpartie an feststehenden Fußballtoren im besten Faultier- Stil. Doch der Vergleich hinkt: Das Ganze fordert deutlich mehr Kraft und Koordination, als ich dachte. Und irgendwann hänge ich nur noch wie ein nasser Sack an der Stange – als Kind war das doch alles viel einfacher! Nach anderthalb Stunden bittet uns Simon endlich in einen Kreis. Statt eines dicken Lobs folgen 10 gemeinsame Kniebeugen – erst dann klatschen wir uns ab. Eigentlich wollte ich hinterher nach Hause laufen, nehme dann aber doch lieber die S-Bahn.

Top-Übung beim Roots Movement: Springen
Top-Übung beim Roots Movement: Springen

Top-Übungen: Schwingen & Springen
1. Schwingen (trainiert Rumpf, Schultern und Arme)

A. Stellen Sie sich unter eine Stange oder einen Ast, greifen Sie diese(n) schulterbreit und lassen Sie sich hängen. Dann beginnen Sie durch Körpergewichtsverlagerung zu schwingen.

B. Nutzen Sie den Schwung, um sich an der Stange oder dem Ast entlangzuhangeln. Greifen Sie mit den Händen schnell um.

2. Springen (kräftigt die Oberschenkel und das Gesäß)

A. Gehen Sie leicht in die Hocke, Füße hüftbreit, Rücken gerade.

B. Schwingen Sie mit den Armen nach hinten und dann explosiv nach vorne. Gleichzeitig springen Sie dynamisch vorwärts.

C. Bei der Landung Knie beugen, mit den Armen balancieren.

Fitness-Studio im Freien – So läuft es ab

Was ist Roots Movement? Um funktionelle Grundbewegungen (Kriechen, Klettern etc.) geht es beim Roots-Movement. Das Gruppen-Workout kommt ohne Geräte aus, neben dem eigenen Gewicht wird nur die Umgebung, etwa Bäume, ins Training integriert.

Wo geht Roots Movement? An der frischen Luft. Eine ähnliche Ausrichtung unter anderem Namen bieten etwa Natural-Movement-Kurse (www.movnatgermany.de).

Was kostet Roots Movement? Gruppentraining (2 Termine pro Woche, jeweils 90 Minuten) gibt’s für 40 Euro im Monat. Die Einzelkarte kostet 15 Euro. Personal Training kostet 50 Euro pro Stunde. Mehr Infos gibt es unter www.roots-movement.com.

Spaß ★ ★ ★ ★ ✩     
Muskeln ★ ★ ★ ✩ ✩
Koordination ★ ★ ★ ★ ★     
Ausdauer ★ ★ ★ ✩ ✩

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