Ruhig bleiben: Löschen Sie den Stress

Wenn Stress den Alltag bestimmt
Stellen Sie sich der Angst - vor allem im Job

Warum erfolgreiche Männer besser mit Druck und Spannungen umgehen. Und wie Sie von den Anti-Stress-Strategien profitieren können.

Stellen Sie sich vor, Sie liegen auf der Hantelbank und stemmen eine schwere Langhantel über Ihrer Brust. Das maximale Gewicht lastet auf Ihnen, doch der Druck auf die Arme übersteigt Ihre Körperkraft, Ihre Arme beginnen zu zittern. Schweiß bricht aus. Um Sie herum ist niemand, der Sie sehen oder Ihnen helfen könnte. Sie verlieren alle Kraft und Energie, und das Gewicht droht auf ihren Körper zu fallen. Es ist dieses Gefühl der Verzweiflung und der Ausweglosigkeit, das Sie als Stress empfinden. Kennen Sie dieses Gefühl – auch ohne Hantel?

Stress gibt es nicht!
Dr. Robert Maurer, klinischer Psychologe an der University of California in Los Angeles, hat hunderte von Männern behandelt, die einem übermenschlichen Druck durch Beruf, Familie und finanzielle Verantwortung ausgesetzt sind. "Den meisten von Ihnen habe ich geholfen, sich von dieser Last zu befreien, indem ich sie von einer Sache überzeugte: Stress gibt es gar nicht!", so der Experte. "Stress wird eines Tages in die Geschichte der Medizin als die Krankheit eingehen, die keiner heilen konnte, weil sie nicht existierte." Die erste Idee davon, was Stress sein soll, verbreitete 1936 der kanadische Arzt Dr. Hans Selye. Seitdem haben wir Kinderlähmung geheilt, die Pocken ausgerottet und machen Fortschritte gegen fast jede Art von Krebs. Aber Stress hat noch immer die Größenordnung einer Epidemie. Wer daran leidet, berichtet von Symptomen wie Herzrasen, Nacken- und Rückenschmerzen, trockenem Mund, schwacher Libido, Magenschmerzen, Kopfweh, Erschöpfung, starkem Harndrang, Durchfall, Schlaflosigkeit, Schwitzen, Kurzatmigkeit.

Entschärfen Sie die Stressbombe
Um die Stressbombe zu entschärfen, finden Sie zuerst heraus, was die Lunte entzündet hat. Auslöser für Ihren Stress ist meist ein simples Gefühl, das in einem erdnussgroßen Teil des Gehirns, der Amygdala, entsteht. Sie ist verantwortlich dafür, dass unser Herz schneller schlägt, der Mund trocken wird, unser Verdauungssystem abschaltet, wenn wir uns auf Kampf und Flucht einstellen.

Angst ja, Stress nein
Wenn erfolgreiche Männer die Herausforderungen des Lebens beschreiben, benutzen sie selten das Wort Stress. So wie Jack Welch, der langjährige Boss von General Electric, dem großen Siemens-Konkurrenten aus den USA: "Wenn man eine Organisation führt, ist man zu Beginn immer ängstlich. Du fürchtest zu versagen. Alle, die für die Leitung von etwas verantwortlich sind, gehen abends nach Hause und kämpfen mit der gleichen Furcht: Bin ich vielleicht derjenige, der diesen Laden zum Zusammenbrechen bringen wird?"

Angst haben nicht nur Schwächlinge
Angst statt Stress – gerade erfolgreiche Männer haben keine Scheu, Ihre Furcht zu benennen. Denn das bedeutet nicht, ein Schwächling oder unreif zu sein. Man erkennt dadurch vielmehr, dass sich die Welt nicht vollständig kontrollieren lässt. Und fühlt die daraus resultierende Beklemmung als das, was sie ist: als Angst. Andere Männer sehen Angst als Krankheit oder Zeichen des Versagens, das unbedingt verhindert werden muss. Sie denken nicht daran, reden nicht darüber und geben schon gar nicht zu, sich zu ängstigen. Häufige Folgen sind Depressionen, Wut, Erschöpfung, Alkoholabhängigkeit oder die Ablehnung anderer Menschen. Die gesündere Reaktion wäre, andere um Unterstützung zu bitten. Männer, die so reagieren, leben länger, sie kommen mit Krisen klar ohne krank zu werden und sind die stärkeren Führungspersönlichkeiten.

Stellen Sie sich der Angst
Denken Sie in Ihrer nächsten Stress-Situation daran und handeln Sie richtig: Identifizieren Sie die Angst, sprechen Sie darüber mit jemandem, der Ihnen helfen kann, damit fertig zu werden. Diese zwei Schritte ermöglichen es Ihnen, scheinbar tonnenschwere Hanteln sicher abzusetzen und noch viele, viele Male wieder hochzustemmen. Sie gewinnen Stärke gegen den einzigen Feind, der es wert ist, bekämpft zu werden – Ihre Angst.

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