Hirnforschung: Mehr Leistung nach Schlaganfall

Echte Geistesblitze
So sehen also Geistesblitze aus

Neue Hoffnung nach einem Schlaganfall? Innerhalb des folgenden halben Jahres ist das geschädigte Gehirn so lernfähig wie in der Jugend

Ein Schlaganfall haut einen buchstäblich um: Blutgefäße im Gehirn sind verschlossen oder gerissen. Oft kommt es zu geistigen oder körperlichen Behinderungen – bis hin zu Lähmungen. Die Lage ist ernst, aber nicht Hoffnungslos, wie Forscher jetzt herausgefunden haben, denn der Körper leistet selbst Hilfestellung:

Ein Team von Neurowissenschaftlern der Uni in Jena hat festgestellt, dass kurz nach einem Schlaganfall das Gehirn fast so gut lernen kann wie im jugendlichen Alter.

Das Team um Otto Witte hat diese verbesserten Lernprozesse im Hirn sichtbar gemacht und ihren Auslöser entdeckt, die so genannte GABA-Rezeptoren, deren Zusammensetzung im Gehirn sich nach einem Schlaganfall verändert.

Diese Botenstoffe gehen nach einem Schlaganfall "in ein jugendliches Muster zurück", so Witte. Für etwa sechs Monate sei das Gehirn deshalb besonders lernfähig. Daher könnten gewisse Funktionen aus den geschädigten Gehirnarealen von benachbarten Regionen übernommen werden.

Das Gehirn weise dann eine erhöhte Erregbarkeit auf, neue Verbindungen zwischen Hirnzellen würden aufgebaut, in Einzelfällen sogar neue Zellen gebildet. "Das verletzte Gehirn erhält für eine gewisse Zeit Fähigkeiten, die es vorher nicht hatte", erklärt der Mediziner. "Es gibt ein Zeitfenster, das man (zur Behandlung) nutzen sollte."

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