Selbsthilfe: Schlecht drauf durch positives Denken?

Selbstwertgefühl: Schlecht drauf durch positives Denken?
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Selbsthilfe-Methoden bringen wenig – und können offenbar dazu führen, dass man sich noch schlechter fühlt

Wer unter einem geringen Selbstwertgefühl leidet und sich mit Sätzen wie "Ich bin eine liebenswerte Person" motivieren will, bewirkt möglicherweise damit sogar das Gegenteil, so eine kanadische Studie.

"Positive Selbstaussagen zu wiederholen, kann manchen Menschen helfen – aber eher Personen mit ohnehin hohem Selbstwertgefühl. Bei denjenigen, die positive Botschaften am meisten bräuchten, kann der Schuss nach hinten losgehen", erklärt die Studienleiterin und Psychologin Joanne Wood.

In dem Experiment untersuchten die Wissenschaftler zwei Gruppen: eine mit selbstbewussten, eine andere mit weniger selbstbewussten Teilnehmern. Ergebnis: Bei den Teilnehmern mit gering ausgeprägtem Selbstwertgefühl verursachte das Aufsagen von Selbsthilfe-Mantras eine messbar schlechtere Stimmung, während die selbstbewussten Probanden sich danach geringfügig besser fühlten.

Als möglichen Grund sehen die Forscher sehr allgemeine Formulierungen wie "Ich akzeptiere mich voll und ganz", die bei den Selbstzweiflern widersprüchliche Gedanken auslösen könnten. Besser sei es, das Eigenlob ganz individuell zu gestalten, zum Beispiel: "Ich kann gut schöne Geschenke aussuchen!"

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