Wenns im Körper hakt: Staugefahr zwischen Kopf und Fuß

Das Kreislauf-System: Druck-Kraftwerk

Nicht nur auf Autobahnen, auch in den Rohrsystemen des Körpers sorgen Verstopfungen für Ärger

Es erfordert nicht viel Vorstellungskraft, den Darm als eine Art Rohr anzusehen. Und wenn das verstopft ist, haben Sie ein Problem – auch klar. Doch in Ihrem Körper gibt es noch viel mehr solcher Systeme aus Schläuchen und Röhren, die Sie pflegen müssen, um fiese Schmerzen oder sogar einen frühen Tod zu vermeiden.

Freien Durchfluss für:
die Hirngefäße
die Nase
die Ohren
die Gedärme
den Penis
Die Hirngefäße
Die graue Masse in Ihrem Kopf wird von einem ganzen Netz winziger Schläuche versorgt. Wenn einer reißt oder durch Ablagerungen verstopft, werden ganze Bereiche des Hirns trockengelegt – Sie haben einen Schlaganfall. Die wichtigsten Strategien dagegen kennt heute jeder: schlank bleiben und mindestens dreimal pro Woche 20 Minuten aerob trainieren. Doch Sie können noch mehr tun:
  • Essen wie ein Affe
    Schon mal einen Gorilla im Rollstuhl gesehen? Eben. Das mag an ihrer Vorliebe für Bananen liegen, die reich an Kalium sind. Eine Harvard-Studie belegt, dass kaliumreiche Ernährung das Risiko eines Schlaganfalls besonders bei Männern mit hohem Blutdruck deutlich reduziert. Weitere gute Kaliumlieferanten sind Broccoli, rohe Tomaten und Lachs.
  • Irish Coffee trinken
    Auch moderater Alkoholkonsum (maximal zwei Bier am Tag) senkt das Risiko eines Schlaganfalls. In Studien wurde zudem gezeigt, dass Alkohol zusammen mit Koffein dem Gehirngewebe bei der Erholung von einer Verletzung hilft. Forscher der Uni Texas fanden heraus, dass Ratten, die Alkohol und Koffein gleichzeitig bekamen, sich von einem Schlaganfall viel besser erholten als eine Kontrollgruppe. Der Leiter der Studie kündigte an, in Kürze Untersuchungen mit Menschen zu beginnen.

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Die Nase
Ihr Gesicht ist ein Gewölbe mit jeder Menge Höhlen, Winkeln und Kammern. So bleibt alles sauber:

  • Laufen lassen
    Jetzt wird es ein bisschen fies: Ihre Nase ist so konstruiert, dass der Schleim in den Hals ablaufen kann. Wenn Sie den Schnodder ausschnauben, arbeiten Sie gegen diesen Prozess. Schlimmer noch: Durch heftiges Ausschnauben drücken Sie den Schleim in die Nebenhöhlen, wo sich die darin enthaltenen Bakterien richtig entfalten und fiese Infektionen verursachen können. Lassen Sie lieber alles seinen natürlichen Gang gehen. Husten Sie so viel wie möglich wieder aus – diskret, wenn möglich.

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Die Ohren
Das 11. Gebot lautet: Stecken Sie nichts in die Ohren, das spitzer ist als Ihr Ellenbogen. So bleiben Ihre Lauscher auf Empfang.

  • Wattestäbchen wegwerfen
    Sie können damit Ihr Trommelfell ernstlich verletzen. Dr. Hans Peter Zenner, ärztlicher Direktor der Uni-HNO-Klinik Tübingen, sieht so etwas regelmäßig. Ohren sind ohnehin selbstreinigende Organe; das Schmalz transportiert normalerweise den Schmutz automatisch aus dem Gehörgang. Mit Wattestäbchen schieben Sie das Zeug nur tiefer hinein. Es reicht also, mit Waschlappen oder Handtuch die Ohren so weit auszuwischen, wie Sie mit dem Zeigefinger kommen. Und wenn ein Ohr wirklich mal verstopft ist, dann kann Ihr Hausarzt Sie mit einer Spülung von dem Schmalzklumpen befreien.
  • Wassereinbruch
    Will nach dem Baden oder Duschen das Wasser nicht aus den Ohren abfließen, liegt das ebenfalls meist am Ohrenschmalz. Es quillt auf und schließt weiteres Wasser hinter sich ein. Der Trick: Neigen Sie den Kopf zur entsprechenden Seite und ziehen Sie die Ohrmuschel mehrmals leicht nach oben hinten. „Dadurch wird der Gehörgang geradegebogen, das Wasser kann besser abfließen“, sagt Zenner.

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Die Gedärme
Würden Sie die Därme eines Erwachsenen der Länge nach ausbreiten, läge ein zehn Meter langes Abflussrohr vor Ihnen. Und dieses ist äußerst anfällig für Verstopfungen. So bleibt alles in Bewegung:

  • Richtiger Ballast
    Eine ballaststoffreiche Ernährung kann Verstopfungen sogar verschlimmern, wenn Sie nicht genug trinken: mindestens zwei Liter am Tag. Empfehlenswerter als isolierte Ballaststoffe (zum Beispiel Weizenkleie), sind „echte“: Wer braunen Reis, Vollkornnudeln, grobes Brot, Obst und Gemüse isst, muss nichts in den Joghurt rühren.
  • Keine Zurückhaltung
    Wer muss, der sollte eine Toilette aufsuchen. Und nicht die Pobacken zusammenklemmen, um erst noch dieses oder jenes zu erledigen. Stuhlgang zurückzuhalten bremst auf Dauer die Darmpassage, was Verstopfung und fiese Blähungen verursacht, eventuell Krebs begünstigt.
  • Thron-Zeremonien
    Rituale können Verstopfungen vorbeugen. Setzen Sie sich stets zur gleichen Zeit auf den Thron oder finden Sie irgendeinen anderen Auslöser (Trigger). „Es kann die Tasse Kaffee, gemütliches Zeitunglesen oder etwas ganz anderes sein, das den Stuhldrang auslöst“, sagt Dr. Friedrich Hagenmüller, Gastroenterologe im Krankenhaus Hamburg-Altona. Kleiner Tipp: Fast alle Trigger haben etwas mit Entspannen zu tun.

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Der Penis
Nierensteine verursachen einen Schmerz, der sich jeglicher Vorstellung entzieht – das männliche Pendant zur Geburt. Kleine Verkalkungen blockieren die Harnröhre und verursachen Überdehnung, Krämpfe und Verletzungen des gesamten Entwässerungssystems. Etwa 90 Prozent aller Nierensteine verlassen den Körper von alleine. Die anderen zehn Prozent bringen auch hartgesottene Männer dazu, schreiend in die Notaufnahme zu wanken. Besser wär’s schon, Sie würden es nicht so weit kommen lassen.

  • Urin messen
    Wenn Sie unsicher sind, ob Sie genug trinken, messen Sie mal die Urinmenge, die Ihren Körper verlässt. Bei weniger als 1,8 Litern sind Sie dehydriert – geradezu eine Einladung für Nierensteine.
  • Urin untersuchen lassen
    In Ihrer Familie gibt es schon ein paar Opfer? Dann lassen Sie Ihren Urin beim Arzt auf Calcium- und Säuregehalt testen (je höher, desto gefährlicher). Sollten Sie empfänglich für Nierensteine sein, können eine Ernährungsumstellung und Medikamente sehr hilfreich sein. Auch die Analyse abgegangener Nierensteine kann Hinweise auf eine gezielte Vorbeugung geben.
  • Bier trinken
    Hopfen verhindert offenbar die Ansammlung von Calcium in den Nieren. Forscher haben errechnet, dass jedes Glas Bier die Gefahr von Nierensteinen um 40 Prozent reduziert.

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