Schmerz: Schmerz und Lust liegen nahe beieinander

Sex hat evolutionäre Vorteile

Steckt in jedem von uns ein Masochist? Neurologen fanden heraus, dass bei Schmerzen auch das Lustzentrum im Hirn stimuliert wird, das sonst für Wohlbefinden beim Sex sorgt.

Schmerzen beim Sex, darauf stehen nur wenige. Die Anlage dafür haben wir aber scheinbar alle: US-Neurologen um Lino Becerra fanden heraus, dass die Reize für Vergnügen und Schmerzen zum Teil in den selben Gehirnregionen verarbeitet werden.

Becerra hielt die Hände von acht Testpersonen kurz über eine Kerzenflamme und zeichnete dabei deren Gehirn-Reaktionen mit einem Kernspintomographen auf.

Er fand heraus, dass nicht nur die bekannten Schmerzzentren auf diesen Reiz reagierten, sondern auch das sogenannte Belohnungszentrum im Hirn, dass sonst nur bei Sex, Drogenrausch oder Essen wohlige Gefühle im Körper verbreitet. Diese Hirnregion reagierten sogar schneller auf den Schmerz als die eigentlichen Schmerzzentren. Die Reaktionsmuster der beiden Regionen waren allerdings unterschiedlich.

Sind wir also alle verkappte Masochisten? Becerra nimmt an, dass das Belohnungszentrum nicht nur angenehme Gefühle verarbeitet, wie bisher angenommen. Er meint, dass es alle Reize beurteilt und weiterleitet, die für das menschliche Überleben wichtig sind. Seine Ergebnisse veröffentlichte er in der Wissenschafts-Zeitschrift "Neuron".

Also hatte Freddie Mercury recht, wenn er mit Queen sang: "Pain is so close to pleasure" (Schmerz und Lust liegen nahe beieinander).

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