WLAN-Ersatz Li-Fi: Schnelles Internet aus der Glühbirne

Li-Fi, die schnelle Alternative zum WLAN
Li-Fi könnte schon bald die Datenübertragung via WLAN ablösen

Die drahtlose Funkübertragung per WLAN könnte bald der Vergangenheit angehören: Li-Fi, ein superschneller Datentransfer per Licht, soll 100 Mal schneller sein

Wenn Ihre Lieblingserie beim Streamen vom Rechner aufs Tablet mal wieder hakt, liegt das meist an einer langsamen WLAN-Verbindung. Doch die könnte schon bald Geschichte sein: Forscher des indischen Start-ups Velmenni testeten die neue Technologie Li-Fi erstmals unter realen Bedingungen. Ergebnis: bis zu 100 Mal schnellerer Datentransfer als per Funk.

Li-Fi funktioniert durch Lichtsignale
Lichtsignale machen es möglich: Li-Fi ist 100 Mal schneller als WLAN!

Wie funktioniert Li-Fi?

Während WLAN-Verbindungen („Wireless Local Area Network“-Verbindungen) Daten per Funk übermitteln, setzt das neue, schnellere Li-Fi („Light Fidelity“) auf eine optische Übertragung – durch Lichtsignale. Der deutsche Informatiker Harald Haas entwickelte die Technologie bereits 2001. Durch schnelles An- und Ausschalten senden LEDs für das menschliche Auge unsichtbare Lichtsignale an Fotodioden, die diese dann in elektrische Impulse umwandeln. Ähnlich wie beim WLAN funktioniert dies nur auf kurzen Distanzen – dafür aber wesentlich schneller: Die Lichtübertragung soll bis zu 100 Mal so schnell sein, unter Laborbedingungen wurden 10 Gigabit pro Sekunde erreicht. Und theoretisch sei das Tempo-Limit erst bei 224 Gigabits pro Sekunde erreicht, so die Forscher. Zum Vergleich: Die durchschnittliche WLAN-Geschwindigkeit in deutschen Haushalten beträgt gerade einmal 4,1 Megabit pro Sekunde. Dank Li-Fi könnte Ihre Lieblingsserie bei einer Größe von etwa 1,4 Gigabit also demnächst in weniger als einer Sekunde geladen sein.

Hat WLAN bald ausgedient?

Bis Li-Fi tatsächlich marktreif ist, wird es noch einige Zeit dauern. Denn die Technologie hat einen Haken: Lichtübertragung funktioniert nicht durch Wände. Das hat allerdings auch Vorteile bei der Sicherheit, argumentieren die Wissenschaftler: Anders als beim WLAN kann außerhalb Ihrer vier Wände niemand auf Ihr privates Netzwerk zugreifen.  

Harald Haas, Entwickler der modernen Datenübertragung, forscht derzeit an einem Chip, der Glühbirnen zukünftig in Datenüberträger verwandeln soll. In etwa 3 bis 4 Jahren soll die Technologie auf den Markt kommen. Nach aktuellem Forschungsstand wird Li-Fi allerdings eher WLAN ergänzen, als es zu ersetzen. Bis es so weit ist, müssen Sie beim Streamen noch ein wenig Geduld haben.

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