Unterwassersport: Schnorcheln und Tauchen vor Mauritius

Mauritius ist fast komplett von einem Riff umgeben
Mauritius ist ideal für Schnorchler: mit einem Boot ist man in wenigen Minuten am Riff

Kollege Marco testet auf Mauritius den ultimativen Sporturlaub. Beim Schnorcheln und Tauchen zwischen Korallen und kleinen Fischen erlebt er eine Riesenüberraschung

Schnorcheln vor Mauritiusmit wenig Ausrüstung viel sehen
Mauritius ist fast komplett von einem Riff umgeben. Mit einem Boot ist man daher in wenigen Minuten an sehr guten Schnorchel- und Tauchspots. Weiterer Vorteil: Zwischen Riff und Strand ist das Wasser ruhig, der Grund fällt flach ab. Ideal für Einsteiger. Beim Schnorcheln gibt es nicht viel zu beachten. Sie brauchen Maske, Schnorchel und Flossen, welche die meisten Hotels umsonst oder mit einem kleinen Aufpreis verleihen. Die Flossen sollten nicht drücken oder zu locker sein. Das Mundstück des Schnorchels wird mit den Lippen gehalten. Nicht draufbeißen! Wer sicher gehen will, dass die Maske perfekt und bequem sitzt, kauft sich vor dem Urlaub am besten eine eigene (etwa 30 Euro). Damit die Maske nicht beschlägt, sollte sie gut gereinigt werden. Wer seine Gläser mit einem Antibeschlagmittel behandelt, verhindert, dass sich darauf kleine Tröpfchen bilden. Zahnpasta, Spülmittel oder sogar Spucke funktionieren auch. Das Gesicht mit Wasser abkühlen und erst dann die Maske aufsetzen.

Sonnenschutz beim Schnorcheln
Wichtig ist auch ein Sonnenschutz. Denn wer über 20 Minuten knapp unterhalb der Wasseroberfläche treibt, handelt sich schnell einen fiesen Sonnenbrand ein. Ich ziehe ein Funktionsshirt mit UV-Schutz an und springe vom Boot. Im Wasser sollte man die Arme nicht übermäßig einsetzen. Stattdessen kommt man mit gleichmäßigen Auf- und Ab-Bewegungen der Flossen gut voran. Und: Bloß nicht mit den Flossen die Korallen berühren, um sie nicht zu beschädigen. Ich atme also ruhig und paddle über das flache Wasser. Neben und unter mir schwimmen Kofferfische, Dicklippe, Trompetenfische und Wimpelfische bis auf wenige Zentimeter an mich heran. Das ist atemberaubend. Wer vor Aufregung Wasser in seinen Schnorchel bekommt, muss übrigens nicht gleich auftauchen. Einfach mit einem starken Atemstoß auspusten und schon kann’s weitergehen. Morgen werde ich das Riff näher unter die Lupe nehmen – beim Tauchen.

Tauchen vor Mauritius: Die Wassertemperaturen liegen das ganze Jahr zwischen angenehmen 20-30 Grad
Tauchen vor Mauritius: Die Wassertemperaturen liegen das ganze Jahr zwischen angenehmen 20-30 Grad

Tauchen vor Mauritius – Walfahrt in 30 Metern Tiefe
„Der Wellengang hinter dem Riff ist nicht zu unterschätzen“, sagt Jerome Colson, Hotel Manager vom One&Only, während wir am Strand von Belle Mare einen morgendlichen 5-Kilometer-Lauf absolvieren. „Der Ausstieg vom Boot kann daher sehr unangenehm sein“, erklärt er mir. Ich versuche mit Jerome Schritt zu halten. Für ihn ist die morgendliche Runde wahrscheinlich nur ein mäßiges Aufwärmprogramm. Denn Jerome taucht nicht nur gern, der Hotel-Manager ist passionierter Trailläufer und hat bereits viele extreme Herausforderungen auf diesem Planeten bewältigt. Sein Sporttipp: der Dodo Trail (www.dodo-trail.com), eines der anspruchsvollsten Trailrennen im Bereich des Indischen Ozeans. Das Hauptevent geht über 50 Kilometer und 3500 Höhenmetern. Es gibt allerdings auch entschärfte Varianten mit 25 Kilometern/1500 Höhenmetern sowie 10 Km/500 Höhenmetern. Dabei geht es auch auf den Piton de la Petite Riviere Noire, den höchsten Berg des Landes (828 Meter). Namensgeber des Rennens ist der ausgestorbenen Riesenvogel Dodo, das Wappentier von Mauritius. Nächster Termin: 12. Juli 2015.

Ideales Reiseziel für Taucher
Auf dem kleinen Tauchboot 2 Stunden später denke ich wieder an Jeromes Worte. Kurz hinter dem Riff ist das Wasser tatsächlich sehr aufgewühlt, die Wellen fast 2 Meter hoch. Divemaster Christoph vom Blues Diving Center in Belle Mare gibt das Signal und dann lassen wir (ich und 2 weitere Taucher) uns per Rolle rückwärts vom Rand des Schlauchboots ins Wasser fallen. Mauritius ist ein ideales Reiseziel für Taucher. Das Korallenriff, das die Insel umgibt, ist knapp 160 Kilometer lang. Flora und Fauna sind einzigartig. Plus: Die Wassertemperaturen liegen das ganze Jahr zwischen angenehmen 20-30 Grad.

Tauchschein erwerben
Um Mauritius gibt es etwa 50 Tauchreviere und 40 Tauchbasen. Einzige Voraussetzung: ein Tauchschein (Brevet), beispielsweise von der Tauchorganisation PADI (Professional Association of Diving Instructors), der in vielen Tauchbasen der Insel in 3-5 Tagen erworben werden kann (etwa 300 Euro). Dabei lernen Sie auch Dinge wie Druckausgleich und den Umgang mit Tarierweste (reguliert den Auftrieb unter Wasser), Pressluftflasche, Lungenautomaten (transportiert die Pressluft), Tiefenmesser und Gewichtsgürtel (gleicht Auftrieb des Körpers aus). Mit dem Open Water Diver-Brevet dürfen Sie mit einem Tauchpartner selbständige Tauchgänge bis zu 18 Metern Tiefe durchführen. Unser Tauchspot heute: Sea Fan Valley, kurz vor der Küste von Belle Mare. Nachdem alle nach dem Einstieg das offizielle Handsignal für „Alles in Ordnung“ (Zeigefinger und Daumen bilden einen Kreis) gegeben haben, lassen wir uns bis 30 Meter in die Tiefe sinken (Voraussetzung: Advanced Open Water Diver-Schein).

Mit einem Schlauchboot geht's in wenigen Minuten zum Tauchspot vor Mauritius
Mit einem Schlauchboot geht's in wenigen Minuten zum Tauchspot vor Mauritius

Hektische Bewegungen kosten Tauchzeit
Die optimale Bewegung im Wasser: stromlinienförmig, in einer horizontalen Position schwimmen. Wer Ausrüstung und Arme dicht am Körper hat, verkleinert den Wasserwiderstand, was wiederum Energie spart. Hastige Bewegungen und schnelle Beinschläge kosten Kraft und damit Atemluft, was natürlich die Tauchzeit verringert. Am Grund bewundern wir nicht nur bunte Korallen, Schnapperfische, Königsdorsche und sogar einen Rochen, sondern vor allem die unzähligen riesigen Seefächer, die diesem Ort seinen Namen gegeben haben.

Ein riesiger Schatten
Trotz der vielen atemberaubenden Eindrücke empfinde ich Tauchen normalerweise als pure Entspannung. Allerdings wird mir nach 25 Minuten bei 23 Grad Wassertemperatur in dem dünnen Neoprenanzug etwas kühl. Ich versuche mich auf die richtige Atmung zu konzentrieren (langsam und tief) und sehne schon das Ende des Tauchgangs herbei als Divemaster Christoph vor mir hektische Signale gibt. Er zeigt auf einen Punkt in Richtung Wasseroberfläche. Ich schaue seiner Hand hinterher und sehe zunächst etwas, das wie 2 lange weiße Seile unter einem riesigen Schatten aussieht, die senkrecht durchs Wasser treiben. Was soll das sein? Ein Boot? Dann höre ich die bekannten Pfeif-Töne und mir wird schlagartig klar, was da auf uns zukommt. Die „Seile“ sind die Brustflossen eines gigantischen Buckelwals. Wie versteinert blicke ich auf den gewaltigen Körper (ein Jungtier von mindestens 5 Tonnen, wie Christoph später schätzt), der langsam auf uns zu schwimmt. Die eben noch so wichtigen Tauchregeln sind plötzlich vergessen. Ich atme hektisch, bewege mich hastig. Der Meeressäuger schwimmt direkt an uns vorbei und dreht nach Süden ab. Christoph taucht ein Stück hinterher, wir folgen. Auf einmal ist der Buckelwal zurück, schwimmt bis auf wenige Meter an mich heran, lässt sich auf den Boden sinken, umkreist unsere Tauchgruppe. Fasziniert und ängstlich zugleich halte ich mich an einem Felsvorsprung zwischen 2 Korallen fest.

10 Minuten im Auge des Wals
Fast 10 Minuten bleibt der Wal, ich habe jede Menge Zeit, einen tiefen Blick in sein großes Auge zu werfen. Unbeschreiblich. Der Rest ist wie in Trance: 5 Minuten Sicherheitsstopp in 5 Metern Tiefe (gibt dem Körper Zeit, Stickstoff abzubauen), der Einstieg ins Boot (wegen des Seegangs wieder etwas schwierig). Ich bekomme davon nur wenig mit, mache alles wie automatisch. Auf dem Rückweg sind alle wie euphorisiert. Ein guter Moment, seine Tauchkarriere an den Nagel zu hängen. „Das ist nicht mehr zu toppen“, sage ich. Die anderen stimmen mir zu. Selbst Christoph ist wie geflasht. Eine derartige Begegnung hatte er auch nach tausend Tauchgängen noch nicht.

Hier geht’s weiter: Auf Quads durch die Hügel von Mauritius

Die so genannte Echte Karettschildkröte in den Gewässern um die indonesischen Komodoren
Die so genannte Echte Karettschildkröte in den Gewässern um die indonesischen Komodoren 29 Bilder
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