Ehinger Kraftrad: Schrauber von Beruf

Ehinger Kraftrad
Den Motor dieser Harley Davidson Black Knucklehead EL 1940 hat Uwe Ehinger von Hand überarbeitet

Er machte seine Liebe zu alten Harleys zur Marke: Uwe Ehinger baut von Hand Krafträder, die den Namen auch verdienen

Mit "Easy Rider" fing es 1969 an. Während alle anderen an dem Motorrad-Kultfilm den Freiheitsgedanken liebten, ging es Uwe um die Maschinen. "Ich wollte eine Harley Davidson Panhead, wie Peter Fonda im Film." Es gab damals in Europa kaum Harleys. In Belgien fand Uwe sein erstes Modell. Er ersteigerte es, obwohl er noch gar keinen Führerschein hatte, baute es um und verkaufte es mit Gewinn. So ging es los.

Später bereiste er Südamerika im Pick-up, holte Bikes und Teile aus Garagen und Innenhöfen, von Feldern und Äckern. "Ich dealte die Motorräder per Telefon und Brief in ganz Europa — Mail und Fax gab's damals ja noch nicht." In Südkorea fand er Parkplätze voll mit alten Polizei-Harleys. Insgesamt handelte er mehr als 6000 Motorräder in dieser Zeit.

Aber irgendwann wollte der studierte Maschinenbauer mehr als bloß dealen. Uwe begann, Harleys nach seiner Vision umzugestalten. Seine Bikes werden heute weltweit auf Auktionen zu Höchstpreisen gehandelt. Doch bei allem Erfolg ist er durch und durch Schrauber geblieben — im Gegensatz zu vielen Kunden. "Für die Technik interessiert sich leider kaum noch wer", sagt Uwe. "Wer 50 000 für so eine Maschine hinlegt, will, dass sie auf Knopfdruck funktioniert. Aber 70 Jahre alte Maschinen funktionieren eben nicht immer." Harleys sind für Uwe wie Lego, viele Teile von 1929 bis 1984 sind zwischen den Maschinen austauschbar. "Die Idee bei Harleys war ja, dass jeder sie mit 10 Werkzeugen und einem Taschenmesser reparieren kann. Macht ja nur keiner mehr — fast keiner", fügt Uwe an, ehe er sich wieder einem Motor zuwendet.

Unbedingt vorbeischauen: www.ehingerkraftrad.com

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