Schreien und schleimen: Den Chef einwickeln

Keine Rücksicht auf Verluste
Wenn Sie nach ganz oben wollen, dürfen Sie nicht nach unten sehen

Die Kollegen unter Ihnen müssen Sie nicht beachten. Auf die Positionen, auf die Sie wollen, kommt es an

Werden Sie laut, wenn Ihnen was nicht passt
Wer schreit, hat in den meisten Fällen nicht Recht. Ihm wird aber auch selten widersprochen. Mal ehrlich: Jeder Mensch hat das Bedürfnis zu schreien, wenn ihm Unrecht widerfährt – Sie müssen lediglich Ihre Definition von tief empfundenem Unrecht chirurgisch ein wenig verändern, so dass Sie auch Kleinigkeiten als Angriffe auf Ihre Menschenwürde verstehen.

Zum Beispiel Currywurst in der Kantine. Und dann schreien Sie die Leute an. Nicht immer und sofort, aber öfter, als Sie meinen, dass es möglich ist. Dieser Effekt nutzt sich nicht ab. Wenn Sie schreien, versetzen Sie Menschen in Stress. Sie geben ihnen das Gefühl, dass sie im Unrecht sind. Sie lassen in ihnen den Wunsch keimen, es möge einfach schnell vorbeigehen. Sie bringen sie dazu, Ihnen Recht zu geben, obwohl sie es besser wissen – oder eben noch wussten. Das Schöne an diesem gezielt polternden Auftritt: Die Leute vergessen so etwas nicht. Und sie werden alles dafür tun, nicht noch einmal in eine solche Situation mit Ihnen zu geraten.

Buckeln Sie nach oben und treten Sie nach unten

Leidiger Punkt, aber auch Mistkerle müssen mal die Zähne zusammenbeißen. Die Formel lautet: Je höher die Position Ihres Gegenübers bezogen auf Ihre eigene, desto mehr sollten Sie der charmante, harmlose junge Mann sein, der Sie waren, bevor Sie diesen Artikel gelesen haben. Je weiter jemand in der Hierarchie unter Ihnen steht, desto mehr ist er ein perfektes Opfer. Als Alibi sollten Sie eine kumpelhafte Beziehung zum Hausmeister oder zum Mann im Pförtnerhäuschen pflegen. Das widerlegt zum einen die Kritiker, zum anderen macht sich die Firmenfolklore gut bei den Chefs, zu denen Sie gehören wollen.

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