Gentlemen's Weinwahl: Sechs Rotweine in der Probe

Die Weinprobe: Erschmecken Sie Ihre Lieblingstraube
Sturm im Rotweinglas: Guter Wein ist ein Abenteuer mit glücklichen Ausgang – oder besser: Abgang

Testen Sie sechs Rotweine aus den weltweit wichtigsten Rebsorten, entdecken Sie die Welt der Weinaromen und erschmecken Sie Ihre Lieblingstraube

Einen Wein kennen zu lernen heißt, eine neue Welt entdecken. Denn jeder Wein offenbart uns seinen eigenen, vielschichtigen Charakter, geprägt vom Geschmack seiner Traube, dem Klima und dem Boden ("Terroir"), seinem Ausbau und Alter. Im Zusammenspiel ergeben sich die Aromen, um die es hier geht.

Der Tempranillo mit dem Namen "Prado Rey Roble" beispielsweise schmeckt nach barocker Kirche: Man sieht förmlich die dunklen Lichtreflexe auf den Marmorwänden und die roten Samtvorhänge der Sakristei – die sinnliche Wirkung der schweren Frucht- und schwülstigen Weihraucharomen, die diesen Tropfen aus spanischen Trauben so typisch machen. Oder der Pinot Noir, der so fein duften kann wie ein exquisites Parfum. Oder, oder, oder. Und deshalb dieser neuartige Test.

Zusammen mit dem Hamburger Weinexperten Gert Rindchen haben wir dieses Verkostungsverfahren entwickelt. Es ist für Weinkundige wie Unkundige gleichermaßen geeignet. Anhand der sechs idealtypischen roten Rebsorten können Sie nun durch Probieren Ihre Lieblingssorten und -aromen herausfinden – und zukünftig im Restaurant oder beim Händler nur noch die Weine wählen, die Sie wirklich lieben. Dabei hilft auch unsere Tabelle, die alles Wichtige über Herkunft, Luxusweine und Verschnitte – die meisten Sorten werden mit anderen Weinen gemischt – verrät.

So geht der Test
Sie brauchen je einen Rotwein der genannten Rebsorte, um parallel zu testen. "Sie bekommen die Weine unter dem Namen der Traube fast überall", erklärt Gerd Rindchen. Ab 10 Euro pro Flasche sollte die Qualität stimmen. Jeder Wein kommt in sein eigenes Testglas, das vorher viniert wird. Das heißt, es wird mit einem Schluck des Testweines gefüllt, geschwenkt und wieder geleert. Verunreinigungen wie Staub oder Spülmittelreste werden so weggewaschen und der Wein entfaltet seinen Duft viel stärker. Dann schenken Sie ein, nehmen das Glas zum Mund und – trinken noch nicht.

Schnuppern Sie erst einmal. Die Nase erfasst die Aromen des Weins mit ihren etwa 1,5 Millionen Riechzellen viel genauer als die Zunge mit nur einigen tausend Geschmacksknospen. So lernen Sie das berühmte Bouquet kennen, das Zusammenspiel aller Aromen. Sie werden Blüten, Früchte, Gewürze und vieles andere identifizieren können.

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