Kinderwunsch: Sechs Unfruchtbarkeits-Irrtümer

Beratung für Väter
Keine Sorge, Nachwuchs ist oft schneller da als erwartet

Austern steigern Ihre Fruchtbarkeit, heiße Bäder schaden ihr? Quatsch! Wir enttarnen weitere Legenden

  1. Bestimmte Lebensmittel machen Spermien besser: Ob Sie Haifischflossen, Austern oder Hirschhoden essen: Es gibt nichts, das Sie fruchtbarer macht. "Es sei denn, man leidet unter einem Protein- oder Vitaminmangel und versucht diesen gezielt über die Ernährung auszugleichen", erklärt Dr. Achim von Stutterheim, Leiter des Kinderwunschzentrums in Bremen. Klären Sie beim Arzt, ob ein Vitaminmangel vorliegt, sonst tut’s eine ausgewogene Ernährung.
  2. Je älter, je größer die Gefahr der Unfruchtbarkeit: Ihr Alter spielt bei der Zeugung im Gegensatz zur Frau eine sehr geringe Rolle. Man geht davon aus, dass zwischen dem 40. und 50. Lebensjahr Zahl und Beweglichkeit der Spermien abnimmt. Männer sollten sich darum keine Sorgen machen. In der Regel sind immer noch genügend gesunde Spermien vorhanden.
  3. Ein heißes Bad in der Wanne schadet dem Sperma: Temperaturen, die oberhalb der Körpertemperatur liegen, verschlechtern nur kurzzeitig die Spermienqualität. Dauerhaften Schaden richtet Ihr Entspannungsbad jedoch nicht an.
  4. Wer sehr oft Rad fährt, wird zeugungsunfähig: Häufiges Radfahren ab etwa 200 Kilometern die Woche kann zu Nervenschädigungen und somit zu Impotenz führen – der Mann kann dann keine Erektion mehr bekommen. Mit Unfruchtbarkeit hat das aber direkt nichts zu tun. Ein weiteres Rad-Problem: Werden die Hoden durch die Sitzhaltung zu warm, kann sich dies – wie beim Wannenbad – kurzzeitig auf die Qualität der Spermien auswirken. Tipp: Wer häufiger radelt, sollte auf einen breiten Sattel setzen, der ist besser für Ihre Durchblutung. Fahren Sie zudem öfter im Stehen.
  5. Ihr Arzt sagt zu Ihnen, Sie seien unfruchtbar: Das stimmt vielleicht gar nicht. Denn in den meisten Fällen ist es falsch, von Unfruchtbarkeit zu sprechen. "Das sind Sie nur, wenn Sie absolut keine Spermien bilden können", sagt der Experte. Dies ist aber bei nur etwa fünf Prozent der Betroffenen so. Sobald ein Mann nur ein gesundes Spermium hat, ist er theoretisch fähig, ein Kind zu zeugen, auch wenn die Wahrscheinlichkeit gering ist. Sind Ihre Versuche ein Jahr vergeblich, lassen Sie durch ein Spermiogramm Zahl, Beweglichkeit und Aussehen prüfen.
  6. Die Ursache für Kinderlosigkeit ist leicht zu finden: Wird festgestellt, dass die Zahl gesunder Spermien oder die Beweglichkeit eingeschränkt sind, ist dies auf viele Einflüsse zurückzuführen. Bei etwa 25 Prozent der Männer liegt eine chronische Entzündung der Hoden, Nebenhoden oder Prostata vor, die meist nicht bemerkt wird. Bei etwa fünf bis zehn Prozent ist ein Hodenhochstand die Ursache. Auch anatomische oder genetische Gründe kommen vor, sind aber selten. In den meisten Fällen lässt sich keine Ursache finden.

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