Mitreißende Sport-Aufnahmen: Selbstgemachte Sport-Filme mit Helmkamera Helmet HERO Wide

Helmet Hero Wide Camera in Box
Die Helmet Hero Wide Kamera in Verpackung am Strand. Noch sieht sie recht unscheinbar aus

Um actionreiche Sportclips selbst zu gestalten, hat sich unser Tester die "Helmet HERO Wide"-Kamera von GoPro umgeschnallt. Mit atemraubenden Resultaten!

Produkt: Helmet HERO Wide
Hersteller: GoPro
Preis: ab 189 Euro
Info:x-tremevideo.com, goprocamera.com

Uuuuund Action!
Todesmutig stürzt sich der Fahrradfahrer mit hohem Tempo die Strasse herunter, überholt links einen anderen Biker, heizt über die Kreuzung, weicht einem Auto aus. Cut! Jab, Jab und - Rumms! knallt die Führungshand in den Sandsack. Schweißperlen fliegen, die Anstrengung ist deutlich in Markus Gesicht zu erkennen, er stöhnt kurz auf und schon fliegen die nächsten Schläge haarscharf an der Kamera vorbei.

Solche mitreißenden Aufnahmen kennt man eigentlich nur aus Extremsport-Videos, in denen die Filmer ständig Leib und Leben für einen coolen Auftritt riskieren.

Jeder, der schon mal etwas mit Videokameras herumprobiert hat, weiß wie schwierig es ist, solche Aufnahmen selbst umzusetzen: die Kamera ist zu groß, zu schwer, zu unhandlich, oder zu wacklig, zu empfindlich und nicht zuletzt oft einfach zu teuer um sie auf den Kopf zu tapen bevor man vom Zehn-Meter-Brett springt. Mit der Helmet HERO Wide verspricht der Hersteller nun eine professionelle, aber auch für den Hobbyfilmer finanzierbare Alternative zum Selbermachen.

Die Helmet HERO Wide Videokamera im Praxistest: Hier einige Sequenzen
Die Helmet HERO Wide Videokamera im Praxistest: Hier einige Sequenzen vom Boxen, Biken und Autofahren
Helmet Hero Wide Camera mit Zubehör
Kamera und Zubehör: die Helmet HERO Wide ist mit einer 170-Grad-Winkel Linse ausgerüstet. Ein elastischer Kopfgurt, ein Helmgurt, ein kleiner 3-Wege beweglicher Arm, zwei Klemmverschluss-Füße, zwei gerade und zwei konkave Befestigungsplatten mit Klebefolie, sowie ein RGB-TV-Kabel sind mit dabei

Gut geschütztes Mini-Fischauge

In der von mir getesteten Helmet HERO Wide-Version bekommt man viel für sein Geld (zirka 240 Euro): Die Kamera ist gut verpackt in einem wasserdichten (bis 30m), schlagfesten Plastikgehäuse, das mit den vier mitgelieferten Halterungen an Kopf, Körper oder Sportgerät befestigt werden kann. Dabei trägt sich der Kopfgurt erstaunlich bequem und ist durchaus rutschfest. Bei härteren Erschütterungen ist eine festere Klebe-, oder Gurtverbindung aber zu empfehlen. Durch Kombinieren der mitgelieferten Halterungsteile kann das Gehäuse auf unterschiedlichste Art und Weise befestigt werden, zusätzliche Teile für Motorsport, Surfen und fast jede Outdoor-Sportart können über x-treme-video.com bestellt werden.

Helmet Hero Wide Camera ohne Gehäuse
Die Helmet Hero Wide Kamera misst gerade einmal 4,45 cm x 5,84 cm x 3,18 cm

Klein aber oho

Die überraschend kleine Kamera (Größe etwa zwei Streichholz-Schachteln) mit 170 Grad Weitwinkel-Objektiv wird mit 2 AAA-Batterien betrieben und speichert Fotos in 5 Megapixel, oder Filme (30fps, 512x384 Pixel MJPEG im AVI-Format) auf einer SD-Karte (2 oder 4 GB). Dabei reicht eine 2 Gigabyte Karte für knapp eine Stunde Filmmaterial.

In meinen Tests zeigte sich sehr schnell, dass die richtige Batterienwahl wichtig ist, denn die Kamera schaltet ohne Vorwarnung gnadenlos ab, wenn nicht mehr genug Strom da ist. Es werden Lithium-Batterien empfohlen, da sie kälte- und stoßunempfindlicher sind und wesentlich mehr Saft geben als herkömmliche Alkaline-Batterien. Als Alternative bieten sich NiMh-Akkus an, die wieder aufgeladen werden, dafür allerdings von der Leistung nicht an Lithium-Batterien heranreichen. Mit zwei Lithium-Batterien bestückt, kann die Helmet Hero Wide zirka drei Stunden aufnehmen.

SD-Karte und Batterien sind übrigens nicht inklusive. Lithium-Batterien gibt's für zirka sechs Euro, NiMh-Akkus zirka 18 Euro, 2GB SD-Karte um 6 Euro).

Helmet Hero Wide Camera auf Kletterhelm
Die Kamera auf einem Climbing-Helm montiert

Heldenhaft einfache Bedienung

Das Handling der Kamera ist einfach, da sie nur über zwei Knöpfe (An/Aus und Aufnahme) verfügt. Über diese wird auch ein sehr simples Menü gesteuert. Das Problem: Die Menüführung ist leider schwer verständlich. Der Ton ist durch das Gehäuse nur gedämpft zu vernehmen, laute Wind- und Umgebungsgeräusche können zusätzlich vermindert werden (in den Optionen einstellbar).

Die Helmet HERO Kamera kann via USB-Kabel an den Rechner angeschlossen und die Filmclips kopiert und weiter verarbeitet werden. Das Kabel dient gleichzeitig zum Abspielen der Filme von der Kamera direkt auf einem Fernseher, da es über Video-Cinch-Anschlüsse verfügt.

Helmet Hero Wide Camera Headwear
Mit auf dem Kopf montierter Kamera fühlt man sich wie ein Special-Agent. Den Kopfgurt fand ich extrem praktisch, vor allem für Sportarten ohne Helm

Experimentalfilmer in allen Sportarten

Ich habe die Kamera auf dem Fahrrad, beim Autofahren, Fußball und Boxtraining sowohl als Kopfkamera, als auch fest montiert getestet. Dabei wurde das Gerät harten Erschütterungen, schnellen Bewegungen und schlechten Lichtverhältnissen ausgesetzt. Trotzdem war die Qualität der Aufnahmen erstaunlich gut. Das Bild ist scharf, die Farben zwar leicht matschig. Bei harten Kontrastwechseln überstrahlen die Weißbereiche. Dafür entschädigen die aufgenommenen Situationen, die mit einer normalen Kamera so nicht möglich sind.

Fazit:
Tolles Gerät! Was mich völlig begeistert ist die Anziehungskraft der gefilmten Clips. Eine Aufnahme eines Sparrings beim Boxen aus der Ich-Perspektive lässt einen die Situation noch einmal miterleben. Neben dem Spaß am Video-Filmen weckt die Kamera den Experimentalfilmer und lädt dazu ein, Neues auszuprobieren (obwohl die Weitwinkel-Optik irgendwann auch nervt). Es muss noch nicht einmal Extremsport sein, durch Perspektiven-Wechsel (Kamera auf dem Kopf, am Lenker, am Handgelenk) können selbst gewöhnliche Fahrrad-Fahrten spektakulär inszeniert werden. Die GoPro Hero Kameras gibt es in unterschiedlichen Ausführungen, auch mit normaler Optik und ab Herbst 2009 als HD-Version.

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