Bordell-Besuch: Aus diesen 6 Sex-Fehlern wird man(n) klug

Sex gegen Geld? Keine gute Idee!
Liebe kann man nicht kaufen, Sex schon. Nur schön ist das nicht ...

In Sachen Sex machen Sie keine Fehler? Geben Sie es ruhig zu, denn keine Bange: Jeder "Missgriff" hatte sein Gutes. Denn Lebenserfahrung ist die Summe aller Fehler. Das gilt auch fürs Bett.

Also gut, Hose runter. Was ist denn schon dabei? Ich werde mir hier und jetzt die Blöße geben und von meinen größten sexuellen Verfehlungen sprechen. Stellvertretend für alle Männer, versteht sich. Denn letztlich sind wir doch alle Brüder, im Bett wie im Geiste. Den Mann möchte ich sehen, der in puncto Sex von sich sagen könnte: „Ich bereue gar nichts und niemanden. War alles Supersahne bisher. Ich habe immer mehr Spaß als Stress im Bett gehabt. Und nur die tollsten Frauen.“

Alles Quatsch. Die Wahrheit ist doch: Wir Männer neigen zur Übertreibung. Das ist Teil unseres Brunftgebaren, also genetisch bedingt. Wir alle tun immer, als seien wir Weltmeister im Matratzensport. Als wenn immer alles flutscht und es nie den einen oder anderen Rohrkrepierer gäbe. Ich denke, das ist überhaupt unser allergrößter Fehler. Aber Fehler sind ja dafür da, dass man sie macht. Aus Fehlern wird man(cher) klug. Erinnern wir uns doch mal …

Sex-Fehler 1: Das erste Mal

Man steigert seine Erwartungen zuvor ins Exorbitante, so dass der langersehnte Akt dagegen eher einem kurzen, feuchten Witz gleicht. Bestenfalls. Was war das für ein Gestrampel all die Jahre. Erst im Geiste (und unter der Decke). Und dann endlich auf ihr. So ungefähr für ein bis zwei Minuten. Sie, süß, knackig, mit Kaugummi im Mund, und wir, steif in jeder nur denkbaren Beziehung und mit einem viel zu großen Präservativ.

Das Beste an dem ganzen Gerangel war, dass man hinterher erleichtert war – und zwar in doppelter Hinsicht. Zum einen, weil man es endlich hinter sich gebracht hatte, wie eine Kinderkrankheit. Zum anderen, weil man gewissermaßen ganzkörper-lich geschwollen im Kreise der Freunde verbreiten konnte: Hey, Leute, ich bin jetzt auch mit dabei im Club. Der Frustrierten. Oder etwa nicht?

Sex-Fehler 2: Sex gegen Geld

Mit käuflicher "Liebe" hat ein Bordellbesuch nur weni zu tun © Dmitri-Ma / Shutterstock.com

Wie gut, dass es nur ein erstes Mal gibt. Denn ein zweites erstes Mal hätte ich wohl kaum verkraftet. Meine erste Nacht glich alles in allem einem erotischen Amoklauf. Erwartungen und Erfahrungen deckten sich nicht im Mindesten. Ich war vollkommen frustriert. Folglich bat ich einen Freund um Rat – das war Fehler Nummer zwei. Denn Frust und Freund erwiesen sich als ausgesprochen miese Ratgeber. Beide schickten mich ins Eros-Center, in das blutrote Licht. Zu den Mietmiezen in die Tiefgarage der Lust. Genauer gesagt: in die Abteilung käufliche Liebe.

Ich will gar nicht so sehr ins Detail gehen. Ich will nur sagen, dass ich nach dieser nüchternen Behandlung im Stile „Machen Sie sich mal bitte untenrum frei“ nachhaltig kuriert war. Bis heute, um genau zu sein. Sex gegen Geld kommt mir seitdem vor wie eine Bankrotterklärung an die eigene Person. Mit käuflicher „Liebe“ hat das auf jeden Fall gar nichts zu tun. „Wie viel Gramm hätten Sie denn gern?“ Liebe lässt sich nicht kaufen, Sex schon. Schlechter Sex. „Einmal oral, bitte!“ Mit oder ohne Quittung. In Form von Filzläusen. Wenn man Pech hat. Das ist jedenfalls meine Meinung. Auch auf die Gefahr hin, dass mir die Gewerkschaft der Horizontal-Hostessen jetzt aufs Dach steigen wird (und das wahrscheinlich zu Recht). Mit der Begründung, dass es ohne käuflichen Sex erheblich mehr Frustration, Verzweiflung und auch Vergewaltigungen gäbe. Übrigens der schwerste und unverzeihlichste Fehler. Das muss ja wohl nicht näher erklärt werden.

Sex-Fehler 3: Sex mit zwei Promille

Der Alkohol war schuld, nicht ich. Versteht sich von selbst. Der Sündensaft schlechthin. Als Quelle vielerlei Übel. Gerade in Sachen Zweisamkeit, Stichwort: sich jemanden schön trinken. Wer kennt es nicht, dieses fatamorganaähnliche Potentrezept (das übrigens für Brillenträger erheblich billiger und gesünder zu haben ist)? Zumal es ab einer gewissen Promillegrenze zu dem kommen kann, was gemeinhin als tote Hose bezeichnet wird. Ein äußerst peinliches Phänomen. Man(n) will, aber er kann nicht. Und selbst wenn einen dieses Schicksal nicht ereilt und es inner- oder außerhalb der Hose hoch hergeht, folgt garantiert der Morgen danach.

Das ernüchternde Ende eines One-Night-Stand. Mit seinem brutal schlechten Nachgeschmack: Verknautscht und völlig verkatert liegt man da und öffnet die Augen. Im Bruchteil einer Sekunde (und in neun von zehn Fällen) denkt man: Meine Fresse, wer oder was ist das denn? Die Putzfrau, die Tochter von Quasimodo, meine Oma? Der Rest dürfte bekannt sein – in Form von Rumgedruckse, potenzierter Peinlichkeit, dem Austausch falscher Telefonnummern, der ganzen Grübelei, der fehlenden Erinnerung an Safer Sex.
Gekrönt wird das alles vom schlechten Gewissen (das Einzige, was noch wochenlang geschwollen bleibt), die Freundin oder Frau für eine drittklassige Triebabfuhr betrogen zu haben.

Sex-Fehler 4: Dreier

Der Traum vieler Männer: In Wahrheit ein Alptraum? © sakkmesterke / Shutterstock.com

Ich mag gar nicht daran denken. Einer meiner größten Fehltritte war es sicherlich, nach einer Party mit zwei Frauen im Bett gelegen, aber nur mit einer von ihnen geschlafen zu haben. Das ist mit Abstand das Blödeste, was man als Mann (nicht) machen kann. Zumal solche Situationen – jedenfalls unentgeltlich, unter normalen Umständen, mit attraktiven Frauen – nicht unbedingt an der Tagesordnung sind. Ich kann mir einfach nicht vorstellen, was daran hätte falsch sein sollen, Sex mit zwei Frauen zu haben – wenn man vorher stark eiweißhaltiges Essen zu sich genommen und wenig Alkohol getrunken hat.

Sex-Fehler 5: Im Pärchen-Club

Um das nachzuholen, habe ich vor kurzem einen Swinger-Club besucht. Und viel Eintritt bezahlt. Obwohl ich mir geschworen hatte, ein solches Etablissement in diesem Leben nicht zu betreten. Dann schwärmte mir aber ein Freund davon vor. Er sagte, das musst du mal gemacht haben. Ringelpiez mit Anfassen ist nichts dagegen. Im Swinger-Club kannst du mal so richtig die Sau rauslassen und dich austoben. Das Tier in dir und so weiter. Und überhaupt sollte ein Mann so ziemlich alles im Leben mindestens einmal ausprobiert haben.

Das leuchtete mir ein, theoretisch. Praktisch jedoch weiß ich nicht (und will es auch nicht wissen), wer oder was mich da geritten hat. Claudia Schiffer war es jedenfalls nicht. Im Swinger-Club trifft man auf Menschen, die so sind wie du und ich. Mit all ihren Macken. Und ihren Makeln. Noch dazu in einem billigen Interieur und umgeben von einem Hauch Sodom und Gomorrha. Anders gesagt: Wer glaubt, auf einem Grabbeltisch die Frau seines Lebens oder das Feuer seiner Lenden zu finden, ist hier goldrichtig. Wer das nicht denkt, der sollte sich den Besuch dort besser verkneifen. Denn für den Eintritt kann man sich überall ein Nümmerchen kaufen.

Sex-Fehler 6: Sie ist ein Er

Huch, wen haben Sie denn da mit nach Hause genommen??? © Nadya Lukic / Shutterstock.com

Es gibt einschlägige Schuppen. Man könnte sie auch Touristenfallen nennen. Die Frauen dort sehen ungeheuer gut aus. Wenn auch ein bisschen aufgemotzt. Sie zeigen (fast) alles, was sie haben und können. Mitunter geht das ziemlich schnell. Was einen nicht stutzig macht, weil man das Abenteuer seines Lebens wittert. Und das ist es auch. Absolut unvergesslich. Schon auf dem Weg zur Toilette verfolgen einen die dubiosen Damen und setzen ihre mündlichen Versprechungen in die Tat um. Da wird nicht groß gefackelt, da wird die Fackel gleich gepackt und ausgeblasen. Mit einer Inbrunst, wie sie bei Frauen selten ist. Kein Wunder. Denn da ist der kleine, aber feine Unterschied. Wie man spätestens zu Hause oder beim Griff in den Schlüpfer eines Transvestiten merkt. 

Fazit: Man lernt nie aus

Wir fassen zusammen: Wenn er steht, dann steht der Verstand. Das war schon immer so. Das ist wahrscheinlich ein Naturgesetz. Deshalb sollten wir uns trotz oder wegen all der Erektionen nicht beirren lassen und den größten Fehler überhaupt begehen: irgendwen oder irgendwas unversucht zu lassen. Weil man womöglich denkt, dass die Frauen auch nur irgendwie anders,
besser, treuer, weniger geil oder sonstwas wären. Zu einem amourösen Abenteuer gehören immer mindestens zwei. Sonst wäre die Menschheit wohl schon längst ausgestorben. Und so mancher, der dies liest, sicher nicht am Leben. Ich finde, dafür könnten Männer und Frauen gleichermaßen wenigstens ein bisschen dankbar sein. So hat alles sein Gutes. Sogar meine Fehler.

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