Filmtipp "Rock of Ages": Sex, Drugs & Guns N’ Roses

Trailer zum Film
Trailer zum Film "Rock of Ages"

In der Musicalverfilmung „Rock of Ages“ lassen Tom Cruise und Alec Baldwin den Glam-Metal-Rock der 80er hochleben. Das ist kitschig, aber auch herrlich selbstironisch

Ja, Rock Of Ages ist ein Musical. Ja, das ist furchtbar 80er und kitschig. Aber, bevor Sie gleich weiterklicken, sei folgender Dialog der beiden Teenie-Protagonisten zitiert, die sich fragen, wer auf dem steinigen Weg zum Ruhm in der Rockmusik-Tretmühle Los Angeles den schäbigsten Job erwischt hat:

Sie: „Ich bin Stripperin.“
Er: „Ich bin in einer Boyband.“
Sie: „Du hast gewonnen.“

Zwischen den aufwendigen Gesangs- und Tanzchoreografien ist Rock of Ages herrlich selbstironisch, was die Hochglanzproduktion trotz der vielen Klischees ganz sympathisch macht. Wer nicht gleich bei den ersten Klängen von Whitesnake, Foreigner, Bon Jovi, Guns N‘ Roses und Def Leppard das Weite sucht, wird mit einer unterhaltsamen Ode an eine fiktionalisierte Version des Rock’n‘Roll belohnt, die es so natürlich nie gegeben hat. Denn Nightclub, Songs und Musikbranche im Film haben so wenig mit dem echten Rock’n‘Roll gemein wie Musicals mit Theater. Dennoch hat die Hollywood-Adaption des erfolgreichen Broadway-Musicals einen gewissen Charme, nicht zuletzt durch die witzige Performance von Tom Cruise, der als abgehalfterter Metal-Rock-Kotzbrocken und Megastar (irgendwo zwischen Jon Bon Jovi und Axl Rose) durch die Backstage schlurft. Neben Cruise sorgen Alec Baldwin, Russell Brand und ein randalierendes Äffchen im Lederkostüm für ein paar gute Gags.

Sherrie (Julianne Hough) kommt nach Los Angelos und lernt den jungen Drew (Diego Boneta) kennen
Sherrie (Julianne Hough) und Drew (Diego Boneta) träumen davon, in einer Rockband zu singen

Darum geht‘s: Kleinstadt-Teenie Sherrie (Julianne Hough) kommt nach Los Angeles, um sich ihren großen Traum, eine Karriere als Rock-Sängerin, zu erfüllen. Auf dem Sunset Strip wird sie erst mal ausgeraubt, lernt den jungen Drew (Diego Boneta) kennen, der an der Theke des berühmten Nachtclubs Bourbon Room arbeitet, und fängt am nächsten Tag gleich dort an. Zwischen den beiden Teenies entwickelt sich eine Romanze, während Bourbon Room-Besitzer Dennis Dupree (Alec Baldwin) ums Überleben seines Rockschuppens kämpft. Beim letzten Auftritt der legendären Rockband Arsenal mit der ständig zugedröhnten Rock-Ikone Stacee Jaxx (Tom Cruise) geht neben jeder Menge Bierflaschen auch noch die junge Liebe von Sherrie und Drew durch ein Missverständnis in die Brüche – zunächst jedenfalls.

In der Musicalverfilmung „Rock of Ages“ lassen Tom Cruise und Alec Baldwin den Glam-Metal-Rock der 80er hochleben
Tom Cruise und Alec Baldwin lassen den Glam-Metal-Rock der 80er hochleben

Sex, Drugs & Rock’n’Roll – allerdings jugendfrei
Rock of Ages
ist ein typisches Jukebox-Musical, eine Art Mamma Mia! für Kerle. Die Songs stammen allesamt aus der Glam-Metal-Zeit der 80er. Und so peinlich das auch ist, Sie kennen sie garantiert alle. Der Rest ist ein großes Bierfass voller Klischees. Immerhin nimmt sich das Film-Musical selbst nicht so ganz ernst. Rock of Ages will Sex, Drugs und Rock’n‘Roll sein – allerdings jugendfrei. Stripperinnen und Groupies behalten natürlich immer ihr Oberteil an. Selbst Siff, Schweiß und Kotze wirken hochglanzpoliert. Authentisch wirken dagegen die damals zeitgemäßen engen Hosen, Lederjacken, Haarspray-Frisuren und langen Metal-Mähnen mit Vokuhila-Alarm.

Fazit: Spaßiger Nostalgie-Trip für all diejenigen, die Ende der 80er Bon Jovi, Poison und Extreme gehört haben (oder es immer noch heimlich tun).

Rock of Ages (USA 2012)
Regie: Adam Shankman
Drehbuch: Justin Theroux, Chris D'Arienzo, Allan Loeb, Chris D'Arienzo (Musicalvorlage)          
Darsteller: Julianne Hough, Diego Boneta, Tom Cruise, Alec Baldwin, Russell Brand, Catherine Zeta-Jones, Paul Giamatti
Länge: 123 Minuten
Start: 14. Juni 2012

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