Bizarre Schlafstörung: Sex im Schlaf weit verbreitet

Sexsomnie: Die meisten Betroffenen verheimlichen ihr Leiden
Rund acht Prozent der Menschen sollen an Sexsomnie leiden

Immer mehr Menschen leiden an Sexsomnie. Sie haben Sex im Schlaf und können sich nicht daran erinnern

Viele Menschen leiden offenbar an einer bizarren Schlafstörung, der so genannten Sexsomnie: Sie haben beim Schlafen Sex und können sich am nächsten Morgen nicht mehr daran erinnern, so eine kanadische Studie. Die Zahl der Sexsomnie-Betroffenen sei viel höher, als Wissenschaftler bislang angenommen hatten: knapp acht Prozent derjenigen, die unter Schlafstörungen leiden, fanden Forscher des University Health Networks in Toronto heraus. Die Palette der sexuellen Handlungen reiche dabei von Masturbation bis hin zu gewaltsamem Geschlechtsverkehr.

Die Wissenschaftler untersuchten knapp 900 Patienten mit Schlafstörungen. Ergebnis: Elf Prozent der Männer und vier Prozent der Frauen litten an Sexsomnie, so Studienleiterin Sharon Chung.

"Wir dachten bislang, die Krankheit sei nur ganz selten. Dabei ist sie viel weiter verbreitet", erklärt Chung. Allerdings gibt sie zu bedenken, dass die Betroffenen ihrer Studie Personen sind, die ohnehin unter Schlafstörungen wie Schlafwandeln leiden. Der Anteil in der Gesamtbevölkerung dürfte niedriger sein.

Die guten Nachricht: Sexsomnie ist behandelbar. Dabei kommen offenbar Medikamente gegen Angststörungen oder Epilepsie zum Einsatz. Der erste Schritt sei allerdings ein offenes Gespräch mit einem Arzt, rät Chung.

Sponsored SectionAnzeige