Sexlust beginnt im Hirn

"Es prickelt so schön in meinem Bauchnabel"
Der Anblick reizte ihn überhaupt nicht

Keine Lust auf Sex? Vergessen Sie Therapiegruppen und Hormonpräparate. Wahrscheinlich ist Ihr Gehirn falsch verdrahtet.

Fragt man Frauen, gibt es so etwas wie Sex-Unlust bei Kerlen nicht. Tatsächlich leiden aber 15 Prozent der erwachsenen Männer an Sex-Müdigkeit, im Fachjargon HSDD genannt (Hypoactive Sexual Desire Disorder). Bisher eingesetzte psychotherapeutische Behandlungen und Hormonpräparate haben in diesen Fällen keine Wirkung gezeigt.

Woran das liegt, haben jetzt französische Forscher von der mediziniischen Forschungsstelle Inserm herausgefunden: Mangelnde Sexlust bei Männern ist demnach auf eine Fehlfunktion in der Großhirnrinde zurückzuführen.

Serge Stoleru untersuchte acht Patienten mit HSDD und verglich deren Hirnaktivitäten mit denen von Männern, die nicht über mangelnde Sexlust klagten. Den Studienteilnehmern wurden erotische Videos und anregende Fotos gezeigt, wobei der Forscher gleichzeitig mit einem speziellen Scanner den Blutfluss im Gehirn untersuchte.

Stoleru fand heraus, dass bei den HSDD-Patienten eine Region im mittleren Frontalhirn sehr starke Aktivitäten zeigte, dem orbitofrontalen Cortex, die bei den "normalen" komplett stillgelegt war. Die betroffene Hirnregion wurde bereits in früheren Studien mit ausgeprägter Schüchternheit in Verbindung gebracht. Die Untersuchung soll einen Ansatz für neue Behandlungsmethoden bieten.

Sponsored SectionAnzeige