Snowboardregeln Teil 1: Sicherheit auf dem Brett gewinnen

Zweitbeliebteste Sportart ist Snowboarden
Wagen Sie nur Sprünge, die Sie auch meistern können

Snowboard Profi Christophe Schmidt zeigt Ihnen die fünf wichtigsten Regeln, damit ihre Tricks und Sprünge auch gelingen

1. Regel: Hochachtung zeigen
Sehen Sie sich jede Kuppe, Kante oder Schanze aus der Nähe an, bevor Sie direkt darauf zusteuern. Selbst Profis wie Christophe springen niemals über ein Hindernis, ohne dessen Absprung- und Landestelle genau zu kennen. "Bodenwellen, herausragende Steine oder Löcher im Schnee können einen in Sekundenbruchteilen aus der Bahn werfen", erklärt der Experte. Achten Sie auch darauf, wie windig es im Bereich des Absprungs ist. Studieren Sie dann, wie erfahrene Snowboarder die Hürde nehmen. "Je weniger ein Fahrer in der Luft herumfuchtelt, desto routinierter ist er", sagt Christophe. Ganz wichtig ist das richtige Tempo: "Einsteiger können kaum einschätzen, wie viel Schwung sie brauchen. Beobachten Sie daher, wie viel Anlauf Ihre Vorgänger haben – und wie sich das auf deren Sprünge auswirkt." Starten Sie in jedem Fall mit kleinen Hügeln am Rand der Piste oder auf solchen in Fun-Parks. Gut geeignet dafür ist zum Beispiel die Kante eines Tables – das ist ein flaches Plateau hinter einer steilen Schanze (Fachausdruck: Kicker).

2. Regel: sich langsam hocharbeiten
Springen Sie zu Beginn so oft wie möglich über das gleiche Hindernis. Markieren Sie dafür am besten Ihre angepeilte Start- und Landezone, etwa mit einem Ast. Die Profi-Variante: Lebensmittelfarbe oder Rote-Bete-Saft (sehr gut bei Nebel oder Schneefall). Steigern Sie die Höhe und Weite Ihrer Flugmanöver in kleinen Schritten. "Jeden neuen Sprung sollte man nach spätestens 5 Versuchen beherrschen. Wenn nicht, ist er noch zu kompliziert und das Risiko zu groß, sich zu verletzen", erklärt Christophe. Knackpunkt aller Sprünge ist der Absprung. "Stimmen Tempo und Timing, kann nicht mehr viel schiefgehen." Häufigster Anfängerfehler: zu wenig Schwung für eine zu große Schanze.

3. Regel: Immer wieder hochkommen
Natürlich lässt sich die eine oder andere Bruchlandung nicht verhindern. Tragen Sie daher auf jeden Fall zusätzlich zum Helm einen Rücken-Protektor, der die Wirbelsäule schützt. Auch gut sind Arm-Protektoren und Unterzieh-Shorts mit gepolsterten Pads an Steißbein und Oberschenkeln. Vor psychischen Folgen bewahrt einen allerdings auch die beste Sicherheitsausrüstung nicht: "Besonders nach harten Stürzen baut sich schnell eine Blockade im Kopf auf", weiß Christophe. "Das Schlimmste, was Sie dann tun können, ist nach Hause zu fahren. Denn das verstärkt die Angst vor dem nächsten Sprung nur." Der Profi-Snowboarder zwingt sich deswegen, nach jeder missglückten Aktion sofort wieder über das gleiche Hindernis zu fahren, sofern es körperlich noch geht. Wenn der Sprung dann klappt, beendet er das Training – mit einem guten Gefühl.

Lesen Sie hier weiter: Regel 4 und 5

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