Comic-Verfilmung: Sixpack auf spartanisch

Die Verfilmung von Frank Millers Comic-Roman 300 macht richtig Spaß. Bedingung: Sie müssen sich darauf einlassen

Selbst die Spartaner trugen schon Waschbrett. Glaubt man dem US-Action-Spektakel 300 (seit 5. April im Kino), war ein ordentliches Sixpack so ziemlich das Einzige, was die Spartaner ihren Widersachern entgegenbrachten. Mit nur 300 durchtrainierten Kriegern kämpft Spartanerkönig Leonidas (Gerard Butler) gegen die Perser. Eine ziemlich brutale Angelegenheit. Butlers Muskeltruppe macht den Finsterlingen aus dem Orient auf besonders blutrünstige Weise den Garaus. Wer hier nach Moral und politischer Korrektheit schreit, wird keinen Spaß im Kino haben. Wer sich allerdings mit den brutalen Spartanern solidarisieren kann und bei grotesk fliegenden Feindesköpfen ins Schmunzeln gerät, wird knapp zwei Stunden exzellent unterhalten.

Dabei ist der Popcorn-Spaß sogar historisch verbürgt. Um 480 vor Christus traten 300 Spartaner gegen das 200.000 Mann starke Heer des Perser-Königs Xerxes I. bei den Thermopylen (den „heißen Toren“) an, einem nur fünf Meter breiten Engpass zwischen Kallidromos-Gebirge und Mittelmeer. Dieser heldenhafte Einsatz, bei dem alle Spartaner durch einen Verrat ums Leben kommen, führte dazu, dass die bis dato zerstrittenen Griechenstämme ein Riesenheer gegen Xerxes entsandten. 1998 veröffentlichte der amerikanische Kult-Autor Frank Miller (Sin City) eine Comic-Version von Leonidas und den 300 Kriegern. Die Verfilmung setzt diese beeindruckend um: Durch den Einsatz von Computerkulissen und -effekten wird der irreale Comic-Look auf die Leinwand transportiert. Extremer Zeitlupenseinsatz und die besonders in Szene gesetzten Muskelmänner bestimmen die Optik des Films.

Vor den muskelgestählten Siegertypen aus Sparta haben zuletzt nicht nur die Perser Respekt, auch jeder Workout treibende Hobby-Sportler wird beim Anblick der definierten Waschbrettbäuche von Butlers Muskelkerlen vor Neid erblassen.

Seite 2 von 2

Sponsored SectionAnzeige