Interview: Skateboard-Profi Tony Hawk im Gespräch

Skateboard-Legende Tony Hawk das Ride-Brett
Ihr Skateboard sollte für Ihre Füße breit genug sein

Die Skateboard-Legende spricht über Bretter, Locations und Tricks. Außerdem stellt er sein neustes Spiel "Tony Hawk: Ride" vor

Tony Hawk ist die Skateboard-Ikone schlechthin. Weltweit steht er für die Kultur der rollenden Bretter. Im Men's Health-Interview gibt der Profi Tipps rund um das Thema Skateboard. Neben seinem Skatewissen präsentiert er aber auch sein neustes Game "Tony Hawk: Ride".

MH: Zu Beginn eine Frage zum Thema Longboard. Diese etwas anderen Skateboards werden in Deutschland immer beliebter. Ihre Meinung dazu – eher uncool, die Dinger, oder?

Tony Hawk: Nein, gar nicht. Longoboards sind cool. Zum Beispiel zum Cruisen an Strandpromenaden oder um durch die Innenstadt zu fahren.

MH: Diese Boards sind ja ein bisschen länger als "gewöhnliche" Skateboards. Wie ändert sich da das Fahrverhalten?

Tony Hawk: Generell braucht man mit längeren Boards auch länger zum Wenden. Und mehr Platz natürlich. Das heißt, man muss etwas vorausschauender fahren als mit kleineren Boards. Womit wir beim Thema wären – wollen wir nicht lieber über normale Skateboards sprechen, da kenne ich mich auch besser aus.

MH: Ok, was sollte ich generell beim Kauf beachten?

Tony Hawk: Auf jeden Fall, dass Sie ein Deck kaufen, dass für Ihre Füße breit genug ist. Ich habe zum Beispiel Schuhgröße 47, deshalb ist mein Brett etwas weiter. Am besten finden Sie es heraus, indem Sie sich drauf stellen. Ihre Füße sollten etwas über das Deck hinaus stehen.Weitere wichtige Faktoren sind die Größe und Härte der Rollen. Das hängt jedoch immer vom Untergrund ab, auf dem Sie bevorzugt skaten. Generell kann man sagen, dass größere Rollen gut fürs Skaten auf Rampen und in Skateparks sind. Aber sie sollten nicht zu hart sein, weil Sie sonst zu leicht damit weg rutschen.

Tony Hawk macht einen sogenannten Lip-Trick auf der Halpipe-Kante
Halfpipe: Tony Hawk macht einen sogenannten "Handplant"

MH: Und wie sieht ein gutes Skateboard für Halfpipes aus?

Tony Hawk: Das Deck sollte am besten ein bisschen breiter sein. Etwa zwischen 8 und 8,5 Inch mit einem längeren Abstand zwischen den Achsen, das nennt sich wheel base. Ich benutze 8-Zoll-Achsen und 60-Millimeter-Rollen. Also alles am oberen Ende der Größenskala.

MH: Wie muss man eigentlich die Achsen einstellen?

Tony Hawk: Das kann man so nicht sagen, das hängt davon ab, wie Sie die Achsen bevorzugen. Je schneller Sie fahren, desto härter müssen Sie Ihre Achsen einstellen. Vert Skaters, die in Halfpipes fahren, stellen ihre Achsen fester ein, damit sie im flachen Stück der Pipe nicht wackeln.

MH: Welchen Trick sollte jeder Skater beherrschen?

Tony Hawk: Einen Ollie, ganz klar. Er ist der Ausgangspunkt für viele weitere Tricks. Wichtig dabei: Zum Anfangen eignet sich ein weicher Untergrund, auf dem das Board nicht weg rollt. Wenn Sie dann das Timing raus haben und das Board in die Luft bekommen, dann können Sie anfangen das Ganze aus dem Fahren heraus zu üben.

MH: Worin liegt die Schwierigkeit bei einem Grab Trick?

Tony Hawk: Das Schwierigste ist eigentlich, das Board an den Füßen zu halten, bis Sie mit der Hand übernehmen können. Außerdem ist es bei manchen Grabs etwas kompliziert, den Körper in die richtige Position zu bringen. Etwa beim "stale fish". (Anm. d. Red.: Der stale fish ist ein Trick, bei dem der Skater mit seinem hinteren Arm hinter dem Rücken das Brett mittig zwischen den Füßen fasst. Gleichzeitig biegt er die Knie Richtung Nose des Skateboards.)

MH: Streetskaten, also Skaten in der Stadt, ist sehr beliebt. Woran liegt das?

Tony Hawk: Warum das so beliebt ist? Naja, weil Sie die urbane Landschaft zu Ihrem ganz persönlichen Skatepark machen können.

MH: Und wenn ich jetzt nicht in der Stadt skaten möchte?

Tony Hawk: Dann gehen Sie in einen Skatepark. Ein guter bietet etwas für jedes Können und jeden Skatestil an.

Skateboard-Legende Tony Hawk hält das neue Ride-Brett in der Hand
Das Spiel "Tony Hawk: Ride" bringt Ihnen den ultimativen Skate-Fun

MH: Wie zum Beispiel eine Bowl. Wobei das ja eher etwas für Könner ist. Wie steige ich denn korrekt in eine Bowl ein?

Tony Hawk: Als erstes setzen Sie das Tail auf die Kante, so dass Ihre vordere Achse über das Ende hinaus hängt. Stellen Sie den vorderen Fuß über die vordere Achse und lehnen Sie sich vorwärts. Unterstützen Sie das, indem Sie Ihr ganzes Gewicht auf Ihr vorderes Bein legen.

MH: Seit letztem Herbst kann man all das auch virtuell ausprobieren, mit dem Konsolen-Game "Tony Hawk: Ride". Was ist neu an dem Spiel?

Tony Hawk: Eigentlich alles. Sämtliche Bewegungen werden mit einem kabellosen Skateboard-Controller ausgeführt. Sie stehen also tatsächlich auf dem Board und benutzen Ihre Füße, um die Tricks auszuführen. Wir haben die Software erst entworfen, nachdem die Hardware fertig war.

MH: Kann man dann dadurch auch seine Fähigkeiten im realen Skaten verbessern?

Tony Hawk: Vielleicht werden Ihre Wheelies besser. Und Sie können generell Ihren Gleichgewichtssinn schulen. Ihre technischen Tricks aber nicht.

MH: Wie lebensecht ist das Spiel aufgebaut?

Tony Hawk: Am Anfang des "casual" Modus klappen die Tricks auch ohne Skateboarderfahrung. Mit zunehmender Schwierigkeit können Sie dann Ihr Skate-Können einbringen – aber es ist keine Voraussetzung, um gut im Spiel zu werden.

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