Regieanweisungen: Ski-Videos wie vom Profi

Filmen im Schnee
Für spektakuläre Bilder empfiehlt Bogner eine Kamera mit hoher Auflösung

Der Münchner Skirennfahrer und Filmemacher Willy Bogner („Feuer und Eis“) erklärt exklusiv, wie Sie halsbrecherische Videos produzieren.

Objektiv: Mit Weitwinkeladapter minimieren Sie Verwackler (ersetzt den Bildstabilisator). Außerdem verlieren Sie die Skihasen nicht aus dem Bildwinkel.

Fahrtechnik: Schneepflug bietet die beste Kontrolle, auch bei hohem Tempo. Pflügen Sie rückwärts, können andere Fahrer zwischen Ihren Skispitzen wedeln. Die Kamera tief halten, um Buckel abzufedern.

Einstellung: Wichtig: guter Weißabgleich. Gegenlicht ist spektakulär, dabei abblenden und auf Silhouette gehen. Schwenks durch die Sonne meiden, sie erfordern störende Blendenanpassungen. Und keine Angst vor Großaufnahmen! Nah heranfahren und Ihrem Filmstar die Kamera ins Gesicht halten.

Gelände: Es gibt nur 2 Kamerapositionen, die die Steilheit des Hangs betonen: vom Gegenhang aus (möglichst weit oben) oder von der Seite, so dass der Neigungswinkel des Hangs erkennbar wird.

Tempo: Je näher Bäume oder andere Dinge vorbeiflitzen, desto größer ist die gefühlte Geschwindigkeit für den Zuschauer. In der Nachbearbeitung leicht unterdrehen, also die Geschwindigkeit erhöhen – allerdings nicht so weit, dass der Trick auffliegt.

Schneiden: Kombinieren Sie Schwenks und Mitfahrten. Lieber kürzer schneiden als zu lang. Originalgeräusche sind in den meisten Fällen unattraktiv. Gegebenenfalls nur Musik und Kommentar unterlegen. Flotte Musik lässt Szenen rasanter wirken.

Unfälle: Dass Camcorder im Schnee landen, ist normal. UV-Filter und Plastiktüte schützen vor dem Gröbsten. Tipp: Versicherung für mobile Elektronik gegen Sturz- und Wasserschäden abschließen (um 10 Euro pro Monat für ein 2000 Euro teures Gerät).

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