Kaputtes Handy-Display: Smartphone-Display selbst reparieren

Je nach Modell können Sie Geld sparen wenn Sie Ihr kaputtes Smartphone Display selbst reparieren
Wer selbst Hand anlegt, kann bei der der Reparatur eines kaputten Smartphone-Displays Geld sparen

Wer das kaputte Display oder Glas seines Smartphones selbst repariert, kann Geld sparen. Wir sagen, worauf Sie bei der Selbstreparatur achten sollten

Fällt Ihnen das Smartphone auf den Boden und das Display splittert, ist der Schaden grundsätzlich nicht von der Herstellergarantie abgedeckt. Aber: Je nach Modell ist eine Selbstreparatur womöglich günstiger als die Reparatur beim Hersteller.

Garantie überprüfen
"Fangen Sie selbst an zu basteln, führen Sie eine vom Hersteller nicht autorisierte Reparatur durch. Dadurch erlischt jedoch Ihr Garantieanspruch für alle zukünftigen Schäden", gibt Falko Hansen vom Telekommunikationsportal Teltraif.de zu bedenken.Ist die Garantie Ihres Smartphones abgelaufen, ist die Reparatur in Eigenregie durchaus eine Option, so Hansen. Wer absolut kein Geschick mit Reparaturarbeiten hat, sollte allerdings die Finger von der Aufgabe lassen. Im Smartphone wartet viel Technik auf kleinstem Raum. Ein Profi benötigt für den Ausbau eines Displays um 30 Minuten. Sie sind Anfänger. Reparieren Sie nicht zwischen Tür und Angel, rät Hansen.

Kosten vergleichen
Informieren Sie sich vor dem Kauf, ob sich die Eigenreparatur lohnt. Bei Sony kostet der Displaytausch für das Z2 knapp 280 Euro; bei Apple für das iPhone 6 um 120 Euro*. Die Kosten für ein All-Inklusive-Reparatur-Kit liegen dagegen für das Samsung Galaxy S5, Sonys Xperia Z2 oder das iPhone 6 bei um 190 Euro. Displays ohne Werkzeug gibt es schon ab 115 Euro. Ein Kit für ältere Modelle ist dagegen deutlich günstiger (iPhone 4S: 60 Euro).

Reparatur-Kits auswählen
Bevor Sie ein Kit im Internet bestellen, klären Sie, ob das für die Reparatur benötigte Werkzeug gleich mitgeliefert wird, rät der Experte. Das erspart zusätzliche Kosten. Sie brauchen nämlich Feinmechaniker-Schraubenzieher für das Lösen des Displays vom Gehäuse. Bei einigen Herstellern benötigen Sie neben gängigen Schlitz- und Kreuzschlüsseln spezielle Tools, wie etwa bei Apple einen Pentalobe-Schraubenschlüssel (fünflappiges-Kopfprofil).

Anleitungen finden
Bevor es losgeht: Machen Sie auf jeden Fall einen Daten-Back-Up von Ihrem Smartphone bevor Sie mit dem Basteln beginnen. Die genauen Reparatur-Anweisungen für den Austausch vom Display oder Glas Ihres Smartphones finden Sie auf YouTube oder Plattformen wie Fixxoo und iDoc. Ein sehr guter Anlaufpunkt ist ebenso die Bastler-Community von ifixit.com, so Hansen. Dort gibt es bebilderte Schritt-für-Schritt Anleitungen. Die dort angepriesenen Werkzeuge sind eher für Bastler, die vorhaben regelmäßig zu reparieren, erklärt Hansen.

Reparatur durchführen
Nachdem Sie die Schrauben gelöst haben, lässt sich Ihr Smartphone-Display mit einen Saugnapf anheben. Zum Aufhebeln der Abdeckung und Lösen der Konnektoren innerhalb des Handys brauchen Sie einen oder mehrere Spatel. Alternative: ein Gitarrenplektrum. Mitunter benötigen Sie für feinere Arbeiten eine antistatische Pinzette. Ein antistatisches Tuch ist ebenso empfehlenswert, damit keine Fussel im Zwischenraum hängen bleiben. Einige Anbieter legen dem Kit zusätzlich eine Magnetplatte bei. Darauf können Sie die Schrauben so anordnen, wie Sie sie Ihrem Smartphone entnommen haben. Alternativ funktioniert auch doppelseitiges Klebeband. Nach dem Ausbau setzen Sie das Ersatzteil, die neue Frontabdeckung mit LCD-Einheit, ein.

Glas statt Display auswechseln
In der Regel ist die Glasabdeckung bei Smartphones mit dem LCD-Touchelement verklebt. Ist beim Sturz Ihres Smartphones nur das Glas gesprungen und nicht auch das darunter liegende LC-Display, können Sie je nach Modell das kaputte Glas vom Display ablösen und auswechseln.Setpreise beginnen hier ab 10 Euro. "Profis können diese beiden Elemente teilweise auftrennen, alle anderen sollten eher die Finger davon lassen", rät Experte Hansen. "Sie müssen sehr vorsichtig sein", warnt Hansen. Die Touchfläche darf nicht beschädigt werden, sonst entstehen berührungsblinde Flecken. Folge: Sie können eventuell bestimmte Apps nicht mehr bedienen. Wer es dennoch versuchen möchte, lässt sich auf eine klebrige Herausforderung ein: Sie benötigen eine Heißluftpistole oder den Fön Ihrer Liebsten zum (konstanten) Erwärmen des Original-Klebers, viel Geduld und mitunter eine dritte helfende Hand.

Reparatur-Hilfe suchen
Sie haben das Display erfolgreich gewechselt, aber es bleibt dunkel oder zeigt horizontale Streifen? Sie haben drei Möglichkeiten:

  • Ab zum Hersteller (hier wird dann der vollständige Reparaturpreis fällig)
  • Wenden Sie sich an eine Handy-Werkstatt (etwa online unter Handyreparatur123.de oder letsfix.de)
  • Suchen Sie Hilfe in einem Repair-Café. Unter Anstiftung.de finden Sie eine Liste von Veranstaltungen in Ihrer Nähe. Bei dem Selbsthilfe-Konzept stehen Ihnen ehrenamtliche Helfer beim Schrauben zur Seite. 

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*Modelle aus der jährlichen KRUSELLS Top 10-Liste der meistverkauften Smartphones (2014)

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