Arbeitssuche: Auf Umwegen zum neuen Job

Gute Nachrichten!

Die Lage ist ernst, aber nicht hoffnungslos: Wie Sie trotz mangelnder Stellenangebote einen neuen Arbeitsplatz finden können

Es hat Sie erwischt. Sie sind Ihren Job los. An Ihnen lag es nicht, die Stelle wurde einfach gestrichen – oder gleich die gesamte Firma dichtgemacht. Und das jetzt, wo es kaum passende Stellenangebote gibt. Dennoch hört man regelmäßig von Männern, die nach der Entlassung sofort einen neuen Job finden. Wie die das machen? So wie Sie jetzt: Sie suchen auf dem so genannten verdeckten Stellenmarkt. Das ist Ihre Chance! Denn, so das Institut für Arbeits- und Berufsforschung in Nürnberg, nur ein Drittel aller freien Stellen wird überhaupt ausgeschrieben. Die übrigen, und das sind immerhin ungefähr 270000 jeden Monat, werden auf anderen Wegen vergeben: "Es gibt freie Plätze, doch es kommt drauf an, wie und vor allem wo man danach sucht", sagt die Münchner Karriere-Beraterin Madeleine Leitner.

Rund-Funk
Erzählen Sie Freunden, Bekannten, Ex-Kollegen oder Nachbarn von Ihrem beruflichen Ziel. Vielleicht weiß ja einer Ihrer Freunde, wo eine passende Stelle frei wird. Nehmen Sie Ihr Adressbuch und gehen Sie es von A bis Z durch – wetten, dort stehen eine ganze Menge Leute drin?

Späher-Einsatz
Kontaktieren Sie Angestellte für Sie interessanter Firmen, möglichst Personen auf Ihrer Hierarchie-Ebene. Versuchen Sie, alles über deren Aufgaben und über das Unternehmen herauszufinden. Beispiel: "Ich habe gehört, dass Sie Experte im Bereich Öffentlichkeitsarbeit sind. Ich habe dazu einige Fragen und würde mich gern mit Ihnen unterhalten." Vielleicht erfahren Sie zufällig, dass man Verstärkung sucht. Am besten sind persönliche Gespräche.
Sollten Sie aufs Telefon angewiesen sein, gilt:

Übungsterrain
Wer eher schüchtern ist, der sollte zunächst auf leichterem Terrain üben: Plaudern Sie mal mit dem neuen Gemüsehändler, der Café-Besitzerin oder dem Leiter Ihres Fitness-Studios. Zum Beispiel: "Wie sind Sie zu Ihrem Beruf gekommen? Wie lange dauert die Ausbildung?" Sie werden sehen: Menschen sprechen gerne über das, was sie tun.

Überfall-Kommando
Tauchen Sie ohne Termin in einer Firma auf und schlagen sich bis zum Chef durch, um Ihre Unterlagen abzugeben, beweisen Sie Durchsetzungskraft. Aber: Nicht jeder Boss ist für solche Überfälle zu haben. In der Werbe- oder Medienbranche sind diese Aktionen jedoch durchaus üblich.

Eigeninitiative
Viele Arbeitgeber ersticken derzeit in Initiativ-Bewerbungen. Wollen Sie es trotzdem versuchen, rufen Sie zunächst in der Personalabteilung an und erfragen Sie Namen, Titel und E-Mail-Adresse von einem Ansprechpartner, an den Sie Ihre Bewerbung schicken können. Ehe Sie das tun, senden Sie eine E-Mail, in der Sie Ihre Eigenwerbung ankündigen.

Undercover-Arbeit
Bieten Sie an, ein kleines Projekt zu übernehmen oder einige Tage auf Probe zu arbeiten. Das geht natürlich nicht in jeder Branche – als Arzt oder als Anwalt haben Sie schlechte Karten. In der Gastronomie oder in handwerklichen Betrieben könnte Ihre Einsatzbereitschaft jedoch überzeugen.

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