Medizinischer Check-up: So erkennen Sie eine Fettleber

Die Kombination macht's: Blut-, Blutzucker, und Leberwerte, sowie der Fatty-Liver-Index können eine Fettleber diagnostizieren.
Erst ausgeprägt ist mit Ultraschall Leberverfettung erkennbar – genauere Verfahren sind meist zu aufwendig.

Vielleicht reicht es bald, einen einzigen Blutwert zu messen, um eine Fettleber zu erkennen. Bis dahin muss Ihr Arzt noch mehrere Werte erheben und richtig kombinieren. Ein Check-Überblick.

1. Klassische Blutwerte erheben
Für einen aussagekräftigen Hinweis auf den Zustand des Stoffwechsels brauchen Sie zwei Blutwerte, die Ihr Arzt womöglich sogar schon bei einem Check-up erhoben hat: die Triglyceride (freie Fette) und das „gute“ HDL-Cholesterin. Dann rechnen Sie: Triglyceridwert geteilt durch den HDL-Wert. Das Ergebnis sollte kleiner als 2 sein. Deutlich höhere Werte (bei Männern ab 3,5, bei Frauen ab 2,5) sind typisch für eine Insulinresistenz – damit auch für eine Fettleber und ein erhöhtes Risiko von Diabetes und Herzinfarkt.

2. Blutzuckerwerte messen
Meist wird der Nüchternwert gemessen, der jedoch reagiert als Letzter auffällig. Das Ergebnis – zumeist angegeben in Milligramm pro Deziliter (mg/dl) – wird aussagekräftiger, wenn Sie zugleich den Insulingehalt im Blut erheben lassen. Dieser wird als Tausendstel einer Standardeinheit (mU für Milli-Unit) pro Milliliter angegeben. Sie multiplizieren den Glucose- mit dem Insulinwert und teilen das Ergebnis durch 405. Werte größer als 2 deuten dabei  auf eine Insulinresistenz hin. Diabetiker liegen bei 5.

3. Typische Leberwerte analysieren
Es gibt 3 Blutwerte, die auf eine Schädigung der Leberzellen hindeuten. Auf dem Laborzettel finden Sie dafür die Abkürzungen GPT, GOT und GGT. Doch diese Werte sind nicht immer verlässlich: Auch wenn sie unauffällig erscheinen, kann die Leber verfettet oder sogar schon entzündet sein. Erhöhte Werte sind aber auf jeden Falle ein Anlass zu prüfen, ob eine Fettleber vorliegt. Zudem ist der GGT-Wertim Rahmen einer Rechenformel aussagekräftig, dem so genannten Fatty-Liver-Index (siehe 4.).

4. Fatty-Liver-Index (FLI) errechnen
Für den FLI gibt es auf der Internet-Seite des Instituts, das ihn entwickelt hat, eine Berechnungsmöglichkeit. Unter www.fegato.it klicken Sie das orangefarbene Feld (fatty liver index calculator) an und öffnen die Tabelle. Sie benötigen diese Werte, die maximal 6 Monate alt sein dürfen: Bauchumfang, BMI, Triglyceride und GGT. Geben Sie die in die gelben Felder ein. Nach dem dann folgenden Klick wird Ihr FLI angezeigt. Ab dem Wert 30 könnte bei Ihnen eine Fett­leber vorliegen, ab 60 ist die Wahrscheinlichkeit hoch.

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