Lichttypen bestimmen: So hoch ist Ihr Sonnenbrand-Risiko

Dermatologen unterscheiden vier europäische Hauttypen
Die Deutsche Krebsgesellschaft unterscheidet vier europäische Hauttypen

Ab welcher Zeit in der Sonne Ihr Hautkrebsrisiko steigt und wie Sie Ihre Haut selbst untersuchen können, sollten Sie wissen

Der Lichttyp, das heißt der individuelle Grad der Lichtempfindlichkeit, ist angeboren. Zwar haben lichtempfindliche Menschen oft blondes Haar und helle Augen, doch dies ist für die Zuordnung zu einem Hauttyp nicht entscheidend. "Wichtig ist allein die Reaktion der ungebräunten Haut auf UV-Strahlung", sagt Dr. Emil Andonov von der Universitätshautklinik Tübingen.

Nach der Hautreaktion auf das erste 30-minütige Sonnenbad im Sommer unterteilt man Mitteleuropäer in die folgenden vier Hauttypen:

LichttypMerkmaleSonnenbrand-GefahrWie reagiert die Haut?
Typ Ihelle Haut, Sommersprossen, blonde oder hellrote Haare, blaue oder grüne Augennach 10 Minuten in der prallen Sonne; extrem hohes Sonnenbrandrisikoimmer rot, nie braun
Typ IIhelle Haut, blonde Haare, blaue oder grüne Augennach 10-20 Minuten der prallen Sonne; hohes Sonnenbrandrisikoimmer rot, manchmal braun
Typ IIIdunkle Haare, braune Augennach 20-30 Minuten in der prallen Sonne; geringes Sonnenbrandrisikomanchmal rot, immer braun
Typ IVdunkle Haut, dunkle oder schwarze Haare, braune Augennach 45 Minuten in der prallen Sonne; sehr geringes SonnenbrandrisikoNie rot, immer braun

Die Lichttypen I und II haben ein deutlich höheres Risiko an Hautkrebs zu erkranken als die Typen III und IV. Zudem lässt die gleiche UV-Strahlung, die Hautkrebs verursacht, auch die Haut schneller altern. Bei gleich langer Sonneneinwirkung setzt die Faltenbildung bei Hauttyp I und II deutlich früher ein als bei Lichttyp III und IV.

Auch dunkle Hauttypen brauchen Sonnenschutz
Auch dunkle Hauttypen brauchen eine Sonnencreme mit Lichtschutzfaktor

Untersuchen Sie sich selbst

Sie selbst kennen Ihre Haut und die Haut Ihrer Kinder oder Ihres Partners am besten. Sie spüren, wenn sich etwas seltsam anfühlt. Sie sehen, wenn sich etwas verändert. Ist dies der Fall, sollten Sie einen Arzt aufsuchen und die Stelle begutachten lassen. "Wenn Sie zu den Menschen mit erhöhtem Hautkrebs-Risiko zählen, empfehlen wir eine regelmäßige systematische Selbstuntersuchung", sagt Andonov. Nehmen Sie einen Spiegel zu Hilfe, um auch Rücken, Nacken, Gesäß und Fußsohlen beurteilen zu können. Andonov: "Hautkrebs kann auch an Körperregionen entstehen, die nicht der Sonne ausgesetzt sind, zum Beispiel an Mundschleimhaut, behaartem Kopf, Analregion oder an den Fußsohlen."

Hautkrebs-Screening
Seit 2008 haben gesetzlich Versicherte ab dem 35. Lebensjahr alle 2 Jahre Anspruch auf eine Früherkennungs-Untersuchung auf Hautkrebs, das sogenannte "Hautkrebs-Screening". Das Hautkrebs-Screening können diese Patienten bei einem qualifizierten Hausarzt sowie einem qualifizierten Dermatologen durchführen lassen.

QuelleVerein zur Bekämpfung von Hautkrebs e. V. und Deutsche Krebsgesellschaft e.V.

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