Plötzlich blind: So kann das Smartphone uns blind machen

Smartphone-Blindheit: Wenn das Smartphone kurzzeitig blind macht
Smartphone-Blindheit: Wenn das Smartphone kurzzeitig blind macht

Das Smartphone ist inzwischen immer und überall dabei: Ob beim Sport, auf dem Klo, sogar im Bett. Nun sind Fälle bekannt, bei denen eine kurzzeitige Erblindung aufgetreten ist

Noch mal eben in die Mails schauen, im Bett nur noch kurz den Instagram-Account checken oder eine schnelle Nachricht über WhatsApp verschicken. Wir kennen – und machen – es doch alle und nehmen dabei auch mögliche Schlafstörungen durch das helle Displaylicht auch in Kauf. Am nächsten Morgen müde zu sein vom langen Daddeln ist die eine Sache, plötzlich blind zu werden während man am Handy rumspielt eine ganz andere. Doch genau dieser ungewöhnliche Fall trat jetzt ein.

Wie kommt die Smartphone-Blindheit zustande?

Ein Ärzte-Team aus Großbritannien berichtete im Fachmagazin „The New England Journal of Medicine“ von dem skurrilen Phänomen. Zwei Frauen (22 und 40 Jahre) beschrieben eine Art "Smartphone-Blindheit", da Ihnen nach der Handynutzung am Abend für knapp 15 Minuten "schwarz vor Augen" wurde. Die Frauen sagten gegenüber den Ärzten, dass sie im Bett lagen und im Dunkeln auf ihr Smartphone schauten. Dabei befanden sie sich in der seitlichen Liegeposition, sodass nur ein Auge tatsächlich auf das Handy schauen konnte, das zweite Auge wurde gleichzeitig vom Kissen bedeckt. Nachdem sie das Smartphone beiseitegelegt haben, konnten beide Frauen für kurze Zeit auf einem Auge nichts sehen. Während umfangreiche Tests keine Ergebnisse erbrachten, konnte letztendlich im Gespräch zwischen Augenspezialist Dr. Gordon Plant und den Betroffenen das Rätsel aufgeklärt werden. Gegenüber dem "Guardian" erklärt Dr. Plant, dass sich die Augen automatisch an zwei verschiedene Lichtverhältnisse anpassen müssen: Das eine Auge passt sich dem Displaylicht an, während das andere Auge sich an der Dunkelheit orientiert. Somit benötige das "Handy-Auge" eine gewisse Zeit, um das andere Auge wieder "einzuholen".

Fazit: (Beide) Augen auf!

Doch keine Panik, gefährlich soll die zwischenzeitige Erblindung wohl nicht sein. Vielmehr sei sie leicht vermeidbar: Schauen Sie dafür einfach mit beiden Augen gleichzeitig auf Ihr geliebtes Smartphone. Noch besser: Schalten Sie es aus (zumindest den Ton) wenn Sie zur Ruhe kommen wollen. Nicht nur Ihre Augen werden es Ihnen danken. 

> Tipp: Wechseln Sie in den Night Shift-Modus

iOS 9.3 enthält mit "Night Shift" ein neues Feature, das die Augen der iPhone-User schonen und die innere Uhr nicht negativ beeinflussen soll. Denn: Während im Laufe des Tages das natürliche Sonnenlicht seine Blautöne verliert und an Rottönen dazu gewinnt, strahlt ein herkömmliches Handydisplay hingegen konstant bläulich, egal zu welcher Tageszeit. Dadurch wird jedoch das Hormon Melatonin, welches für unseren Schlafrhythmus verantwortlich ist, gestört. Hat man hingegen den "Nightshift-Modus" aktiviert, passt sich die Farbtemperatur des Smartphones der Tageszeit an und es wird ein Dämmerlicht simuliert. Auch Nicht-iPhone-Besitzer können auf den Nachtmodus zurückgreifen und müssen auf einen erholsamen Schlaf nicht verzichten. Dafür sorgen diverse Apps (z.B. f.lux oder Twilight), die im jeweiligen Store (Google Play oder Microsoft Store) heruntergeladen werden können.

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