Beruflicher Neuanfang: So kündigen Sie Ihren Job mit Stil

So lösen Sie Ihr Arbeitsverhältnis stilgerecht auf
"Endlich raus aus dem Job" – damit Sie das getrost sagen können, kündigen Sie taktvoll

Nicht nur in einer Beziehung ist eine Trennung unangenehm. Hier lesen Sie, wie Sie Ihr Arbeitsverhältnis am besten auflösen

Ein neues Jobangebot, Probleme am Arbeitsplatz, ein Umzug in eine andere Stadt – es gibt viele Gründe zu kündigen. Wahrscheinlich gibt es auch genauso viele Arten, wie man den Schritt letzten Endes anstellt.

Die richtigen Worte zum Chef
"Bringen Sie Ihrem Arbeitgeber die Kündigung so fair wie möglich in einem persönlichen Gespräch bei", rät Berufs-Coach Friedel Scheede. Am besten legen Sie die Unterhaltung nicht in die Haupt-Meeting-Zeit. "Umherlaufende Kollegen und klingelnde Telefone sind absolute Störfaktoren", so Scheede.

"Es klingt sympathischer, wenn Sie den Job-Wechsel als Vorteil für Ihre persönliche Weiter-Entwicklung darstellen", schlägt der Fachmann vor. Bezeichnen Sie Ihren Abschied nicht bloß als Trennung, sondern als Ihren Neuanfang. Das wirkt ihrem bisherigen Arbeitsverhältnis gegenüber weniger kritisierend.

Die rechtliche Seite
"Im Prinzip funktioniert eine Kündigung dann ganz einfach", so Karriere-Experte Professor Jürgen Lürssen von der Universität Lüneburg. "Wichtig ist grundsätzlich die schriftliche Form, in der man das Kündigungsschreiben beim Arbeitgeber einreicht." Anregungen, wie Sie den Text formulieren können, finden Sie im Internet auf meine-kuendigung.de/job. Wenn Sie kündigen, so müssen Sie hierfür keinen Grund angeben.

Außerdem sollten Sie auf jeden Fall die Frist einhalten, die im Arbeitsvertrag vereinbart ist. Das heißt: Sie beenden zuerst das Arbeitsverhältnis und verlassen dann das Unternehmen gewisse Zeit später. Steht dazu nichts im Arbeitsvertrag, gilt eine gesetzliche Frist von vier Wochen zum Fünfzehnten oder zum Ende eines Kalendermonats (Bürgerliches Gesetzbuch §622). Bei einem triftigen Grund kann das Arbeitsverhältnis auch fristlos beendet werden.

Jeder Zweite hält sich für unterbezahlt – so das Ergebnis unserer Video-Umfrage
Wann kann ich meinen Vertrag kündigen?
Bleiben Sie nach der Kündigung so korrekt wie möglich

Getrennte Wege: Nachdem die Kündigung eingereicht ist

Was tun, wenn die Kündigung ausgesprochen ist? Unsere Experten verraten es Ihnen

Verhalten Sie sich in den restlichen Wochen, die Sie noch beim "alten" Arbeitgeber bleiben, so korrekt wie möglich. Tipps vom Job-Coach Friedel Scheede: "Sie sollten Ihren Kollegen von Ihrer Entscheidung erzählen. Bieten Sie an, einen Nachfolger einzuarbeiten. Verabschieden Sie sich von den Mitarbeitern persönlich. Hinterlassen Sie letztlich Ihren Arbeitsplatz und ihren Computer so, dass niemand später Probleme hat, Dokumente und Unterlagen zu finden."

Problem: Zwei Jobs gleichzeitig?
Sie ersparen sich unnötige Auseinandersetzungen, wenn Sie sich an gesetzliche Bedingungen halten. Nur was, wenn ein anderer toller Job winkt, so dass die besagte Frist nicht eingehalten werden kann? Dazu Karriere-Coach Lürssen: "Einen Anspruch darauf, vorzeitig gehen zu können, hat man nicht."

Dann empfiehlt sich, das Gespräch zum jetzigen Chef zu suchen. Vielleicht lässt er mit sich reden. Ein Rat vom Experten: "Sie sollten unbedingt erst dann Ihre Arbeitsstelle aufgeben, wenn Sie den neuen Job schriftlich und fest in der Tasche haben. Verlassen Sie sich nicht auf mündliche Zusagen." Um diese Zwickmühle zu umgehen, besprechen Sie bereits im Vorstellungsgespräch mit der zukünftigen Firma, dass Sie die neue Stelle erst nach ein paar Wochen antreten können.

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