Richtig schön schamlos: So macht sie (fast) alles mit

Sexspiele beleben die Beziehung
Kaum wollte er ihr das Höschen ausziehen, ging die Sache mit der Scham los

Lust auf ausgefallenen Sex, auf etwas wildere Spielchen? Was Frauen davon halten – und wann sie bereit sind, mitzumachen

Erotische Gelüste gibt’s in zweierlei Ausfertigung: Frauen haben geheime Wünsche, auf die wir Männer nicht immer sofort kommen. Und wir Kerle haben welche, auf die die Frauen nicht spontan abfahren. Aber wegen dieser Kluft sollte man die Flinte nicht gleich ins Korn werfen.

Wir haben drei Frauen gefragt, was sie von richtig schamlosen Sex-Praktiken halten. Von flottem Dreier, Fesselspielen und anderen Varianten, die auf den männlichen Wunschzetteln ganz oben stehen. Unsere Autorinnen Monika Dittombée (23), Simone Buchholz (28) und Birgit Lobpreis (38) nehmen kein Blatt vor den Mund: Sie verraten, was sie von hemmungslosem Sex halten – und wie man sie überreden könnte, die letzten Schranken fallen zu lassen.

Mal ’ne zweite Frau ins Bett dazuholen

Monika: Was soll die denn noch?
Die zweite Frau ist offen gesagt überflüssig. Der Mann, der Sex mit mir hat, kann froh sein, wenn er sich hinterher überhaupt noch an seinen Namen erinnern kann. Ich gehe jede Wette ein, dass er nicht einmal auf den Gedanken kommt, eine zweite Frau hinzuzuholen, geschweige denn, sie tatsächlich noch befriedigen zu wollen. Daher ist für eine Frau in meinem Bett erstens kein Platz und zweitens kein Bedarf. Für richtig guten Sex brauche ich nur mich und vielleicht noch einen harten Männerkörper, der mich zum Schwitzen bringt – nicht mehr und nicht weniger.

Simone: Das hat mir dann gereicht. "Nettes Paar sucht gepflegte Sie für gemeinsame Stunden", steht in der Zeitungsanzeige. "Du meine Güte", sage ich, "da genügt jemandem wohl die eine nicht, hm?" Er schaut an mir vorbei und kaut an seinen Fußnägeln rum. "Ääh", nuschelt er, "die Anzeige ist von mir." Schweigen. Ich schüttele den Kopf, ungefähr siebzehnmal. "Nein", sage ich, "ist nicht wahr, oder?" Er läuft im Zimmer auf und ab. "Hör mal", sagt er, "was ist denn da dran so schlimm? Es ist nun wirklich nicht so, dass du mir nicht genügen würdest, aber ich dachte, du hast ja nächste Woche Geburtstag, und andere Frauen machen das ja auch mal gern, so zu dritt …" – "Im Porno vielleicht!" – "… du hast doch neulich erst betont, dass du auch manchmal Frauen ganz reizend findest, ich wollte dir doch nur eine Freude machen, alles nur dir zu Liebe!" – "Mir zu Liebe, hm?" Er spuckt seine abgekauten Fußnägel auf den Teppich. "Ja, Schätzchen, ich dachte da an so eine dralle Rothaarige, mit ordentlich Holz vor der Hütte und Sommersprossen und ..." Das Ergebnis: Rausschmiss, Geburtstag wird ohne Mann gefeiert, nur mit einer guten Freundin.

Birgit: Ohne Liebe geht’s in Ordnung. Ein Dreier gehört ja nun wirklich nicht in den Bereich des Exotischen. Das sehen viele Frauen auch so. Rote Ohren kriegt keine mehr, wenn Sie das vorschlagen. Das heißt: Die Sache geht in Ordnung. Bedingung: Die Mitspielerinnen dürfen nicht emotional involviert sein. Denn: Frisch verliebt sein und den Liebsten mit einer anderen teilen, das macht keine mit. Und wenn Sie Ihre Dauerfreundin zum Mini-Gruppensex überreden wollen, um frischen Wind in die Beziehung zu bringen, haben Sie ebenfalls schlechte Karten. Sobald Gefühle im Spiel sind, geht der Doppelschuss nach hinten los. Aber: Ohne Liebe wird ein Schuh draus. Entweder lernen Sie in einer Bar zwei Freundinnen kennen, die Spaß an der Dreier-Konstellation haben. Oder – wenn Sie keine Lust haben, auf die Piste zu gehen – versuchen Sie’s mal mit Ihrer Ex. Eine hervorragende Voraussetzung für eine Ménage à trois. Vor allem dann, wenn Sie noch ab und zu mit ihr ins Bett gehen und so beide in Übung sind. Wenn es da in Ihrer Vergangenheit eine Dame gibt, auf die diese Kriterien zutreffen, nur Mut! Arrangieren Sie ein tolles Essen, laden Sie eine Freundin Ihrer Ex dazu ein, von der Sie denken, dass sie offen für erotische Experimente ist. Und dann machen Sie die zwei richtig an, bis sie anfangen zu kichern, weil sie genau wissen, wo der Abend enden wird. Und weil sie es wollen.

Darf’s mal etwas dominanter sein?

Simone: Männer, habt mehr Mut. Ich liebe es, wenn der Mann genau weiß, was er will, wenn er mir die Sachen vom Körper reißt, wenn er mir zuflüstert, was ich für ihn tun soll, wenn er mir Befehle erteilt oder mich fesselt. Umgekehrt genieße ich es ebenso, die Kontrolle über den Kerl zu haben. Zum Beispiel, wenn er mir mit verbundenen Augen völlig ausgeliefert ist und nicht weiß, was als Nächstes mit ihm geschehen wird. Kleinere Accessoires wie ein Seidenschal oder hohe Stiefel sind erlaubt, sobald allerdings Schmerzen ins Spiel kommen, ist der Spaß vorbei. Dominanter Sex für mich nur in der leichten Ausprägung okay und nur in der festen Beziehung, wenn man den anderen kennt, seine Wünsche errät und ihm vertraut.

Birgit: Schöne Spielchen.Guter Sex hat eine Menge mit Macht zu tun, mal ist der eine der Stärkere und mal der andere. Daraus lässt sich jede Menge schöner Spielchen ableiten, die der Steigerung der Lust dienen. Gelegentlich den Zorro zu mimen, sie mit Handschellen ans Bett fesseln oder ihr die Augen verbinden, gehört für Frauen, die ein wenig von Sex verstehen, einfach zu den erotischen Basics. Ein bisschen Aua, indem man sich gegenseitig heißes Wachs auf den Körper tröpfelt (so wie Madonna es in dem Film "The Body Of Evidence" vormacht), ist aber das Höchste der Gefühle. Wenn mir ein Mann mit schwarzer Gummi-Maske richtig weh tun wollte, ich mich auf eine Folterbank legen soll, hört der Spaß für mich auf.

Simone: Kein Rollentausch, bitte. Er sitzt breitbeinig im Sessel, hat eine Zigarre zwischen den Zähnen und grinst. Wedelt mit Spitzenschürzchen und Häubchen vor meinem Gesicht rum und hat eine Spur aus Geldscheinen ausgelegt, die von der Küche zu seinem Sessel führen und vom Sessel zum Bett. Ich sehe ihn fragend an. "Was willst du?" Er zieht an seiner Zigarre. "Ein Spiel spielen", sagt er und freut sich über seine Inszenierung. "Ich mache jetzt mal den Clinton oder was immer du willst, und du kannst mir dann fein säuberlich einen ordentlichen Blowjob servieren. Bin nämlich heute befördert worden, und ich denke, das sollten wir feiern." Wir? Für mich gibt es keinen Grund zum Feiern. Und ich sehe nicht ein, warum wir plötzlich Rollen tauschen sollten. Ich will nicht abrücken von unserer lieben Gewohnheit, dass ich von einem harten Tag nach Hause komme, er mir ein Bad einlässt, mir den Rücken schrubbt und mich danach angemessen entspannt.

Rasier dich bitte – aber überall

Monika: Eine wunderbare Idee. Allerdings, darauf bin ich längst schon von allein gekommen. Es sieht einfach ästhetischer aus und fasst sich wunderbar weich und sexy an. Man fühlt sich selbst im dicken Pullover nackter als nackt und ist folglich auch empfänglicher für erotische Reize. Schon die Rasur an sich ist ein sehr lustvoller Vorgang, danach ist man ungeheuer sensibilisiert – und wenn’s dann noch zum Oralsex kommt, mein lieber Mann! Wenn ihm der komplette Kahlschlag genauso gut gefällt wie mir, dann darf er selbstverständlich auch Hand an sich selbst legen.

Simone: Was soll der Rückfall? Im Bad liegt ein nagelneues Beauty-Set. Außen Leder und Chrom, innen Rasierklingen. So tolle, mit Schwingkopf und auf die ganz scharfe Tour. Daneben, in der Badewanne, liegt er, auf dem Wasser schwimmt kein Schaum, nein, auf dem Wasser schwimmen Legionen von Schamhaaren. Seine Schamhaare. Er lächelt glückselig und sagt dann: "Liebling, das fühlt sich total toll an, so wie früher!" Er steht auf, strahlt und zeigt überall da hin, wo heute morgen noch der natürliche Bewuchs erwachsener Männer spross. Jetzt ist da nur noch weiße, weiche Haut. Ich stehe vor ihm, in Hut und Mantel, und habe keine große Lust, mich auszuziehen. Nein, ich will auf gar keinen Fall auch nur annähernd dem Bild gleichen, dass er mir da gerade bietet. Er nimmt einen seiner Multi-Funktions-Rasierer in die eine Hand, mit der anderen greift er in eine Schale mit grünem Glibberzeug und sagt: "Komm schon, du weißt doch: Die Alte muss geflext sein ..." Stimmt, flexen ist toll, es gibt sowieso zu wenig von diesen wunderbaren Kastratenstimmen auf der Welt.

Birgit: Etwas muss bleiben. Männer finden extreme Körperbehaarung bei ihren Partnerinnen unsexy, und welche Frau fühlt sich wohl, wenn sie aussieht wie ein Äffchen? Was die Körperbehaarung angeht, sind sich die Geschlechter einig, da singt kein vernünftiger Mensch das hohe Lied der Natur – außer einer Hand voll unverbesserlicher Müslis. Schließlich sind wir raus aus dem Busch und froh darüber, dass es heutzutage jede Menge Hilfsmittel gibt, um sich von diesem lästigen Pelz zu befreien. Selbstverständlich entferne ich akribisch jedes überflüssige Härchen an meinem Körper. Das mache ich für mich – und für ihn. Aber zwischen den Beinen? Das ist die Tabuzone. Vor der macht jede Rasierklinge halt. Zwar darf aus dem Bikini-Höschen nicht ein Haar hervorluken, aber da unten ganz nackig, das geht gar nicht. Wie sieht denn das aus? Eben – glatt wie ein Kinderpopo. Ich will ja keinem was unterstellen, doch für mich macht sich jeder, den dieser Anblick stimuliert, zumindest verdächtig. Das klitzekleine, akkurat rasierte Dreieck muss sein, es ist sozusagen das Symbol für Geschlechtsreife und Erwachsenen-Sex. Außerdem: Wenn man sich erst mal auf die Komplett-Rasur einlässt, was ist dann wohl als Nächstes dran? Kniestrümpfe anziehen, Zöpfe flechten und dabei einen Lolli lutschen?

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