Das rät Ihr Arzt oder Förster: So macht Sie der Wald gesund

So macht Sie der Wald gesund
Ein 100 Jahre alter Nadelbaum produziert rund 13 Kilogramm Sauerstoff am Tag

Den Besuch im Wald müsste es eigentlich auf Rezept geben, so gesund ist er. Wir verraten alles über seine Heilkräfte

Unserer Gesundheit reichlich dienlich ist es, wenn wir uns einmal zwei, drei Kilometer aus der Stadt hinaus bewegten – in den Wald nämlich. In Berlin bedeckt dieser beispielsweise immerhin ein Sechstel der Gesamtfläche. Und ganz Deutschland besteht zu einem knappen Drittel aus Wald – macht statistisch gesehen 1300 Quadratmeter Wald pro Einwohner. Also, nichts wie raus ins Grüne, dorthin wo die Welt noch in Ordnung ist.

Der Wald ruft! Und er hat einiges zu bieten. Zum Beispiel bringt er verbrauchte Luft sofort zurück: Schon eine einzige, 40 Meter hohe Rottanne reicht aus, um an einem Sonnentag aus 36 Kubikmetern Luft rund 18 Kilogramm Kohlendioxid herauszufiltern und daraus neue Biomasse zu bilden. Diese Menge entspricht dem durchschnittlichen Tagesausstoß von zweieinhalb Einfamilienhäusern, rechnet Forstingenieur Jürg Barandun vom Schweizer Kreisforstamt Thusis vor.

Zur gleichen Zeit produziert so ein 100 Jahre alter Nadelbaum per Fotosynthese rund 13 Kilogramm Sauerstoff. Diese Menge reicht aus, damit zehn Menschen einen Tag lang atmen können. Möglich wird das durch die rund 600.000 Nadeln der Tanne, die es auf 15000 Quadratmeter Filteroberfläche bringen. In diesem riesigen Sieb bleibt auch der Dreck, der in Luft liegt, hängen – vom gemeinen Staub bis hin zu Bakterien und Pilzen.

Bis zu 60.000 Kilogramm Staub kann ein einziger Hektar Wald im Jahr aus der Luft filtern
Die Luft im Wald ist so staubarm wie sonst nur noch am Meer oder in den Bergen

Heilsam für die Bronchien
Den Duft liefern die Bäume übrigens gleich mit: Durch ihre Terpene und ätherischen Öle ist die Waldluft angenehm würzig und gleichzeitig heilsam für die Bronchien. Solch ein Effekt wurde für Parfüms, Raum- oder Luftdeos bislang nicht beobachtet.

Die Luft im Wald ist so staubarm wie sonst nur noch am Meer oder in den Bergen. Die Zahl der lungengängigen Staubteilchen ist im Wald um 90 bis 99 Prozent geringer als in der Stadt, berichtet die Schutzgemeinschaft deutscher Wald. Bis zu 60.000 Kilogramm Staub kann ein einziger Hektar Wald im Jahr aus der Luft filtern. Das Resultat: Während ein Liter Stadtluft bis zu einer halben Million Staubteilchen enthalten kann, sind es im Wald nur ein paar tausend. "Am besten sind Nadelbäume, ihr Grün ist dichter, und die Nadeln sind auch im Winter aktiv", sagt Dr. Peter Elsasser von der Bundesforschungsanstalt für Holz- und Forstwirtschaft in Hamburg.

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