Mundhygiene: So putzen Sie Ihre Zähne richtig

Richtig die Zähne zu putzen beugt Zahnverlust vor
Richtig die Zähne zu putzen beugt Zahnverlust vor

Niemand muss heute noch Karies bekommen oder Zähne verlieren. Lesen Sie, welche Pflege für welchen Typ die richtige ist

Zugegeben: Optimale Zahnhygiene ist schon ein bisschen aufwändiger, als den ollen Schrubber, der Sie schon ins Pfadfinderlager begleitet hat, schlaftrunken und mit glasigen Augen im Mund hin und her zu schieben.

Doch es lohnt sich: Nie wieder muss der Zahnarztbesuch weh tun, wenn Sie sich dort vorher ausführlich beraten lassen. Uns berieten die Experten für präventive Zahnheilkunde, Professor Ursula Platzer und Dr. Stefan Zimmer von den Universitätskliniken in Hamburg und Düsseldorf.

Reiningungstechnik: Das Putz-Ass

Sie sind ein Zahnpflege-Ass; doch in Ihren schlimmsten Träumen sehen Sie sich trotzdem alt und zahnlos an einem Brei schlabbern? So perfektionieren Sie Ihre Putztechnik

Typ: Sie haben ausschließlich echte, gerade Zähne im Mund. Sie haben sich von der Prophylaxe-Assistentin genau zeigen lassen, wie Sie mit Zahnpflege-Tools richtig umgehen, und lassen sich von ihr mindestens alle sechs Monate die Zähne professionell reinigen.

Putzstrategie: Wer perfekt putzt, der kommt mit einer Reinigung am Tag aus. Der beste Zeitpunkt ist vor dem Schlafengehen, es geht allerdings auch zu anderen Zeiten.

Tools: Zahnbürste mit kleinem Kopf und weichen, gleich langen Borsten; dazu eine Einbüschelbürste zum gezielten Nachputzen kritischer Stellen (etwa von TePe). Unverzichtbar sind Werkzeuge für die Reinigung der Zwischenräume – also Zahnseide und spezielle Bürstchen in den passenden Größen (nicht konisch, sondern zylindrisch, TePe).

Erläuterung: Kariesbakterien benötigen laut Studien 24 Stunden, um sich von einer wirklich gründlichen Putzaktion zu erholen. Unterstreichen Sie „wirklich gründlich“ zweimal! Weil ein Großteil am Zahnfleischsaum und in den Zahnzwischenräumen sitzt, ist eine tägliche Reinigungsaktion dort absolut unverzichtbar.

Noch besser ist es, wenn Sie dort öfter mal durchputzen. Mit ein bisschen Übung dauert das gar nicht so lange. Selbst wenn Sie nicht jedes Bakterium erwischen, mischen Sie wenigstens die Ecken auf, in denen sich die Viecher eingenistet haben, und bringen sie auf diese Weise mit dem für sie schädlichen Sauerstoff in Kontakt.

Nehmen Sie sich jeden Zwischenraum mit dem passenden Werkzeug vor und vergessen Sie nicht, die Zahnseide auch hinter die letzten Backenzähne zu schlingen. Beim Putzen macht mehr Druck die Zähne übrigens nicht sauberer, sondern schädigt Zähne und Zahnfleisch.

Putzen Sie sanft, mit weichen Borsten und dafür länger. Elektrische Zahnbürsten sind in der Regel gründlicher, vor allem die mit zusätzlicher Schallwirkung. Doch bei falscher Anwendung steigt die Gefahr von Putzschäden.

Zucker: Der Süßfrühstücker

Was tun, wenn Sie von Zuckerwerk einfach nicht die Finger lassen können? Wir wissen Rat

Typ: Sie lieben Ihr Brötchen mit Marmelade, Honig, Nuss-Nougat-Creme, dazu Kaffee, Tee.

Putzstrategie: Ohne Glucose können Sie sich wahrscheinlich sowieso nicht konzentrieren. Sie putzen deswegen am besten nach dem Frühstück, und zwar gründlich.

Tools: Zahnbürste mit kleinem Kopf und weichen, gleich langen Borsten; dazu eine Einbüschelbürste zum gezielten Nachputzen kritischer Stellen. Unverzichtbar sind Werkzeuge für die Reinigung der Zwischenräume – also Zahnseide und spezielle Bürstchen in den passenden Größen (nicht konisch, sondern zylindrisch).

Erläuterung: Wenn Sie nichts Säurehaltiges frühstücken, dann werden Ihre Zähne auch nicht demineralisiert. Bis die Kariesbakterien die Kohlenhydrate in Säure verwandelt haben, dauert es eine Weile. Sie können deshalb in Ruhe frühstücken, müssen dann allerdings sofort danach die Beißerchen putzen.

Der Raucher

Nikotin-Spuren: Aschenbecher im Mund?

Wenn Sie ein Kind fragen, welche Farbe Ihre Zähne haben, sagt es „gelb“ oder „beige“ – tun Sie was dagegen!

Typ: Wer raucht, läuft Gefahr, sich früh von seinen Zähnen verabschieden zu müssen. Denn schon der jeweils erste Zug verengt die kleinen Gefäße, die das Zahnfleisch mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgen – eine deutlich größere Anfälligkeit gegenüber
Erregern ist die Folge.

Putzstrategie: Wer perfekt putzt, der kommt mit einer Reinigung am Tag aus. Der beste Zeitpunkt ist vor dem Schlafengehen, es geht allerdings auch zu anderen Zeiten.

Tools: Zahnbürste mit kleinem Kopf und weichen, gleich langen Borsten; dazu eine Einbüschelbürste zum gezielten Nachputzen kritischer Stellen. Unverzichtbar sind Werkzeuge für die Reinigung der Zwischenräume – also Zahnseide und spezielle Bürstchen in den passenden Größen (nicht konisch, sondern zylindrisch). Außerdem Weißmacher-Zahnpasta.

Erläuterung: Sind Sie nach der professionellen Zahnreinigung mit der Farbe Ihrer Zähne zufrieden, können Sie das Verfärben mit einer Spezialzahncreme für weiße Zähne bis zur nächsten Behandlung im Zaum halten. Finden Sie jedoch auch nach der Profi-Reinigung Ihre Zähne zu gelb, müssen Sie Ihre Beißerchen bleichen (lassen).

Der Zahngeschädigte

Reparatur: Der Zahngeschädigte

Ihr Mund ist bereits eine Ruine? – Mit diesen Putztechniken mutieren Sie wenigstens nicht zum Schlossgeist

Typ: Sie haben schon einen oder mehrere künstliche Zähne im Gebiss – Brücken, Kronen oder Implantate. Aber es ist nie zu spät, mit dem richtigen Putzen anzufangen!

Putzstrategie: Einmal täglich das volle Programm und zusätzlich einmal vor dem Schlafengehen putzen. Kronen und Implantate werden gepflegt wie echte Zähne, unter Brücken wird zusätzlich „feucht gewischt“.

Tools: Zahnbürste mit kleinem Kopf und weichen, gleich langen Borsten; dazu eine Einbüschelbürste zum gezielten Nachputzen kritischer Stellen. Unverzichtbar sind Werkzeuge für die Reinigung der Zwischenräume – also Zahnseide und spezielle Bürstchen in den passenden Größen.

Bei Brücken verwenden Sie statt herkömmlicher flauschige Zahnseide. Die hat immer einen normalen und einen steifen Teil sowie eine fluffige Mitte. Sie fädeln den steifen Teil zwischen Brücke und Zahnfleisch ein, bewegen das flauschige Stück dort hin und her.

Erläuterung: Die Vergangenheit hat gezeigt, dass Sie Ihren Putzfähigkeiten nicht trauen sollten. Drehen Sie lieber eine zweite Runde. Aber Achtung! Das bedeutet nicht, dass Sie einmal gründlich durch zweimal zackzack ersetzen! Wenn Sie vor dem Schlafengehen putzen und den Mund dann gar nicht oder mit fluoridhaltigem Mundwasser ausspülen, verlängert das die Wirkung.

Der Manager

Schnell sauber: Der Manager

Im Zeitmanagement sind Sie perfekt – planen Sie auch Ihre Zähne mit ein!

Typ: Schnelle Dusche, schnelles Frühstück, und weg sind Sie. Dass Sie wegen eines Geschäftsessens oder auf Grund anderer beruflicher Verpflichtungen erst spät nach Hause kommen, ist eher die Regel als die Ausnahme.

Putzstrategie: Splitting. Vor dem Frühstück kommen die Zwischenraumbürstchen zum Einsatz, unter der Dusche putzen Sie mit der Bürste. Im Laufe des Tages putzen Sie mit der Einbüschelbürste jeden einzelnen Zahn. Mit Übung können Sie währenddessen telefonieren oder E-Mails lesen. Zahnpasta brauchen Sie dazu nicht. Vor dem Schlafen kommt die Zahnseide dran.

Tools: Zahnbürste mit kleinem Kopf und weichen, gleich langen Borsten; dazu Einbüschelbürste zum Nachputzen kritischer Stellen. Unverzichtbar sind Werkzeuge für die Reinigung der Zwischenräume – also Zahnseide und spezielle Bürstchen in den passenden Größen. Dazu noch Zahnhölzer für unterwegs.

Erläuterung: Wer sagt, dass man eine gründliche Zahnreinigung in einem Rutsch durchziehen muss? Hauptsache, es geschieht einmal innerhalb von 24 Stunden. Beachten Sie: Die Bürsten erst eine Stunde nach saurem Essen/Trinken einsetzen, nur Zahnseide und -hölzer (nicht Zahnstocher!) dürfen unmittelbar danach ihre Arbeit tun.

Der Empfindliche

Schmerz, lass´ nach!: Der Empfindliche

Ihre Zähne sind empfindlicher als alle Ihre Exfreundinnen zusammen? So päppeln Sie die Beißerchen

Typ: Wenn Sie Heißes oder Kaltes zu sich nehmen, dann ist es, als ob ein Blitz in Ihre Zähne fährt. Auch das Putzen ist oft unangenehm. An manchen Stellen des Gebisses ist das Zahnfleisch schon ein bisschen zurückgegangen, und der Zahnhals liegt ein Stück frei.

Putzstrategie: Wer perfekt putzt, der kommt mit einer Reinigung am Tag aus. Der beste Zeitpunkt ist vor dem Schlafengehen.

Tools: Zwischenraumbürstchen und Zahnseide, dazu eine sehr weiche Handzahnbürste (zum Beispiel TePe Special Care), eine Creme für empfindliche Zähne (beispielsweise Sensodyne Sensitive) und Fluorid-Spüllösung.

Erläuterung: Wenn das Dentin nicht mehr von Zahnschmelz oder Zahnfleisch geschützt wird, dann liegen auch die feinen Kanälchen darin offen, die eine Verbindung zu den Nerven haben. Genau: Autsch! Zahncreme für empfindliche Zähne enthält Substanzen, die diese Kanälchen zumindest eine Weile verschließen sollen.

Viele Zahn-Sensible bekommen ihre Überempfindlichkeit auch mit einem Fluorid-Gel (zum Beispiel Elmex- Gelee) in den Griff, das man einmal pro Woche statt Zahncreme anwendet – möglichst vor dem Schlafengehen, damit das Fluorid lange einwirken kann.

Wenn Putzdefekte Ursache für die Schmerzen sind, sollten Sie an Ihrer Technik feilen: auf keinen Fall schrubben (also die Zahnbürste vor- und rückwärts bewegen) und unbedingt weniger Druck anwenden. Wenn weiche Borsten schnell quer stehen, drücken Sie zu fest.

Elektrische Zahnbürsten mit kleinem Kopf sind eigentlich gut, sie erfordern allerdings eine spezielle Technik. Die Borsten müssen stets auf den einzelnen Zahn gesetzt und jeweils mit kleinen Kippbewegungen ein Stückchen in den Zwischenraum geführt werden.

Der Outdoor Freak

Improvisationstechniken: Der Outdoor-Freak

Es zieht Sie in die Wildnis – und Zahnpasta wächst nun mal nicht auf Bäumen. So kommen Sie von Ihren Abenteuern nicht zahnlos zurück

Typ: Da, wo Sie am liebsten Urlaub machen, ist sauberes Wasser ein Luxus, und statt sich Durchfall einzuhandeln, tendieren Sie eher dazu, in puncto Zähneputzen zu schlampen.

Putzstrategie: einmal pro Tag Zahnseide anwenden und mit einer Handbürste gründlich putzen – ohne Wasser

Tools: Zahnbürste, (Flausch-)Zahnseide und wenig schäumende Zahnpasta (beispielsweise Elmex mentholfrei).

Erläuterung: Schon nach einer Woche ohne Putzen entwickelte sich in Studien am Zahnfleischrand eine Entzündung. Und das, obwohl den Probanden die Beißer zuvor professionell gereinigt worden waren. Zahnpasta ist für eine gründliche Reinigung nicht unbedingt erforderlich.

Allerdings muss man ohne Tenside und Schmirgelstoffe wesentlich länger bürsten, um die Zähne sauber zu kriegen. Deshalb ist eine wenig schäumende Zahncreme besser. So oder so gilt: Ohne Schaum im Mund ist auch kein Wasser zum Ausspülen notwendig.

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