Sonnenbrand: So schützen Sie sich richtig

Bücher sind der beste Sonnenschutz

Ob Sie diesen Sommer zum Brathähnchen oder nur braun werden, entscheiden Sie: Alle Pflege-Infos für unversehrte Haut

Wer statt Sonnenbrand knackige Urlaubsbräune als Souvenir mit nach Hause nehmen möchte, muss safer sun praktizieren. Alle Jahre wieder stellen sich da die Fragen: Womit und wann schmiert man sich ein, um sich vor der Sonne und ihren Spätfolgen zu schützen? Antworten gibt der Dermatologe Dr. Dietmar Färber.

Was passiert mit der Haut unter Einfluss von UV-Strahlung?
Zunächst wird die Hautbräunung angeregt. Die pigmentbildenden Zellen, die Melanozyten, produzieren den bräunlich wirkenden Farbstoff Melanin. Zum anderen wird eine Lichtschwiele gebildet, dass heißt, die Haut verdickt sich und wird lichtunempfindlicher.

Warum kann die Sonne Hautkrebs verursachen?
Das UV-Licht fördert die Entstehung von freien Radikalen, die die Zellen angreifen und schädigen. Zwar hat die Haut ihren eigenen Reparaturmechanismus, kriegt sie aber zu viel Sonne ab, oder gar einen Sonnenbrand, ist der Mechanismus überfordert. Es kann zu genetischen Veränderungen in den Hautzellen kommen, die die Entstehung von Hautkrebs begünstigen.

Warum lässt UV-Strahlung die Haut altern?
Die UVA-Strahlen dringen bis tief in das Bindegewebe ein und führen langfristig zu einem Abbau der Bindegewebsfasern, die das Stützgerüst der Haut bilden. Hier kommen wieder die freien Radikale ins Spiel, die die Zellen schädigen. Auch lässt die Elastizität der Haut nach, die Folge sind dann Falten.

Wie verhindern Sonnenschutzprodukte die Hautalterung?
Die meisten modernen Sonnenschutzprodukte enthalten zellschützende Substanzen, Vitamin E und C zum Beispiel. Sie sollen die zellschädigenden freien Radikale ausbremsen, so dass Schäden an den Hautzellen gar nicht erst auftreten.

Droht den Haaren Gefahr?
Der Haarwurzel droht keine Gefahr, aber das Haar wird ausgetrocknet, brüchig und spröde.

Darf man denn überhaupt noch in die Sonne?
Natürlich. Nicht die Sonne, sondern das Freizeitverhalten ist entscheidend, wenn es um lichtbedingte Hautschäden geht. Zu bestimmten Zeiten, z. B. mittags, wenn die UV-Strahlung besonders intensiv ist, sollte man die Sonne meiden.

Und womit soll man sich vor der Sonne schützen?
Ob man zu Milch, Gel oder Sonnenöl greift, ist eine Frage des Hauttyps. Eine eher fettige Haut ist mit einem Öl weniger gut bedient. Gele sind oft fettfrei, enthalten aber häufig Alkohol, der die Haut reizen und austrocknen kann. Empfehlenswert für alle Hauttypen ist Sonnenmilch, da sie Feuchtigkeit spendet, ohne zu fettig zu sein. Praktisch sind Sonnensprays, da gibt’s Schutz auf Knopfdruck.

Sollte man für das Gesicht spezielle Cremes verwenden?
Wer bei der täglichen Körperpflege mit einem Allround-Produkt auskommt, dem reicht auch eins für den Sonnenschutz. Wenn die Gesichtshaut jedoch stärker austrocknet, ist eine Schutzcreme speziell für das Gesicht empfehlenswert.

Wie hoch sollte der LSF sein?
Die Wahl des Lichtschutzfaktors hängt von der Sonnenintensität, dem Sonnenstand, der Höhenlage und dem Hauttyp ab. Einen LSF unter 8 halte ich grundsätzlich für zu niedrig.

Je höher, desto besser?
Nein. Die beste Verträglichkeit besteht bei Lichtschutzfaktoren zwischen 8 und 25. Werden chemische Filter als Lichtschutz eingesetzt, steigt mit höherem LSF auch der Anteil der Chemie im Produkt und damit das Risiko von Hautreizungen und Allergien. Die Schutzleistung erhöht sich dagegen nur minimal – mit LSF 15 ist man vor etwa 93,3 Prozent der Strahlung geschützt, LSF 30 eliminiert rund 96,7 Prozent der Strahlen. Bei LSF 50 steigt der Wert auf etwa 98 Prozent, also nur 1,3 Prozent mehr.

Welche Alternativen gibt es zu chemischen Filtern?
Hautverträglicher sind physikalische oder mineralische Filter wie Titanium Dioxid. Während chemische Filter das UV-Licht absorbieren, reflektieren physikalische Filter das Licht vor dem Auftreffen auf der Haut.

Ist LSF im Alltag nötig?
Natürlich. Selbst in Mitteleuropa und bei Bewölkung schädigt das UV-Licht die Haut. Es dringt selbst durch Fenster und Autoscheiben. Die Fahrt zum Büro, der Gang zum Supermarkt summieren sich mit der Zeit.

Wie viel Schutz braucht man?
Wer sich zu dünn einschmiert, riskiert Lücken im Schutz. Etwa 30 Milliliter sind zum Eincremen des Körpers erforderlich, um den Lichtschutzfaktor zu erzielen. Fürs Gesicht ist etwa ein Teelöffel eine adäquate Menge.

Welche Bedeutung hat der Lichtschutzfaktor überhaupt?
Der LSF gibt an, wie viel länger ich in der Sonne bleiben kann, ohne einen Sonnenbrand zu bekommen. Bei einem LSF 8 also achtmal so lange, bei LSF 15 15-mal länger. Man sollte sich darauf aber nicht verlassen und bereits früher, so nach zwei Drittel der Zeit, aus der Sonne gehen.

Wann cremt man sich denn ein?
Basiert der Schutz auf chemischen Filtern, bereits 30 Minuten vor dem Sonnenbad. Physikalische Filter wirken sofort.

Wie oft am Tag sollte man das Eincremen wiederholen?
Zum einen wäscht Schweiß genauso wie Wasser herkömmliche Sonnenschutzmittel von der Haut. Auch das Abrubbeln mit einem Handtuch zerstört den Schutz. Man sollte also regelmäßig nachcremen.

Braucht die Haut nach der Sonne besondere Pflege?
Sonne trocknet aus. Somit sollte man sich danach mit einem feuchtigkeitsspendenden, fettfreien After-Sun-Produkt eincremen. Das hat den positiven Nebeneffekt, dass die von der Sonne erwärmte Haut gekühlt wird.

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