Ernährungsumstellung: So stellte Stabhochspringer Danny Ecker seine Ernährung um

Beim Stabhochspringen muss man fit sein
Als Stabhochspringer muss man fit und durchtrainiert sein

Kaum reduzierte Stabhochspringer Danny Ecker die Kohlenhydrat-Zufuhr, litt er seltener unter niedrigem Blutzuckerspiegel. Klingt widersprüchlich, ist aber logisch

Den größten Teil des Jahres achte ich konsequent auf meine Ernährung. Ich bemühe mich, vor allem in der Wettkampfvorbereitung meiner Ernährungsphilosophie Low Carb treu zu bleiben. Seit der Umstellung auf weniger Kohlenhydrate und mehr Eiweiß bemerke ich einige leistungsfördernde Vorteile. Durch den Verzicht auf Süßes bleiben bei mir die typischen extremen Schwankungen des Blutzuckerspiegels aus, die regelmäßig zu Unterzuckerungserscheinungen führten. Sprich: Ich erlebe kein Mittagstief mehr. Ich regeneriere besser und ich fühle mich entschieden fitter.

BESSERER SCHLAF, MEHR ENERGIE: Zwar starte ich meinen Tag in der Regel mit einem kohlenhydratreichen Frühstück, etwa in Form von Obst und Haferflocken, achte jedoch bei den übrigen Mahlzeiten des Tages stets auf einen hohen Proteinanteil. Direkt nach dem Vormittags-Training esse ich meist einen Proteinriegel oder Nüsse und liefere meinem Körper mittags gleich wieder Eiweiß, zum Beispiel durch Eier, Hülsenfrüchte oder Hähnchenbrust. Besonders positiv macht sich bei mir der Verzicht auf klassische Kohlenhydrat-Quellen am Abend bemerkbar. Hier esse ich üblicherweise Fisch, Fleisch oder Hülsenfrüchte in Kombination mit Gemüse oder Salat. Ich spüre, dass ich damit besser schlafen kann und morgens mehr Energie habe.

FAST-FOOD-FALLEN BEI OLYMPIA: Allerdings fällt es auch mir mitunter nicht ganz leicht, mich an eine ideale Ernährung zu halten. Verführerische Werbung kommt erschwerend hinzu. Selbst in olympischen Dörfern haben Fast-Food-Ketten Stände, sodass man dem Anblick und Geruch von Pommes frites und Burgern kaum entkommen kann. Der Wunsch zuzugreifen ist oft groß. Ich erinnere mich in den Momenten immer wieder an die Prinzipien, denen ich folge, und fühle mich gut, wenn ich widerstehen kann. Als Profi-Athlet will ich auf Leistungssteigerung durch gesunde Ernährung nicht verzichten. Neben Fast-Food-Restaurants gibt es bei den Olympischen Spielen übrigens durchaus auch gute Verpflegungsmöglichkeiten mit frischen Salaten, Gemüse und reichlich Obst. Ich würde mir wünschen, dass es auch an den Trainingsstätten in Deutschland solche Möglichkeiten gäbe, zum Beispiel mit Salaten oder Fleisch.

Meine tägliche Energiezufuhr liegt bei 3600 Kalorien. Jeden Tag trinke ich 3 Liter Wasser. An den trainingsfreien Tagen esse ich keine Eiweißriegel und kein Brötchen. Außerdem nehme ich weniger Bananen und Nüsse zu mir, sodass ich auf ungefähr 2600 Kalorien komme. Mein Ernährungstipp: Ich meide Fruchtsäfte, da flüssiger Zucker nur unnötige Kalorien enthält und nicht sättigt, sondern den Hunger eher fördert.

Danny Eckers Essensplan

  • FRÜHSTÜCK
    150 g Amaranthmüsli, 250 g TK-Obst,
    250 g Naturjogurt (3,5 %), 100 ml Milch (3,5 %)
    870 kcal (134 g KH, 22 g EW, 30 g Fett)
  • NACH DEM VORMITTAGS-TRAINING
    75 g Cashewnüsse, 1 Banane
    540 kcal (49 g KH, 32 g EW, 16 g Fett)
  • MITTAGESSEN
    Omelett aus 4 Eiern, 1 EL Rapsöl; 200 g Gemüse-pfanne; 200 g Quarkspeise, 50 g Apfelmus
    710 kcal (21 g KH, 46 g EW, 53 g Fett)
  • SNACK
    1 Sch. Brot, 30 g Frischkäse, 2 Sch. Light-Wurst
    275 kcal (20 g KH, 20 g EW, 13 g Fett)
  • NACH DEM NACHMITTAGS-TRAINING
    2 Proteinriegel
    270 kcal (30 g KH, 20 g EW, 8 g Fett)
  • ABENDESSEN
    250 g Salat oder Gemüse aus Hülsenfrüchten, etwa Bohnensalat, mit 200 g Tunfisch und 100 g Käse; plus Snack: 30 g Kokosflocken oder Kürbiskerne 950 kcal (22 g KH, 60 g EW, 80 g Fett)
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