Aufgedeckt: So viel Zucker steckt in diesen 5 "gesunden" Lebensmitteln

Zuckeralarm: So viel Zucker steckt in diesen vermeintlich gesunden Lebensmitteln
Mit Joghurt, Krautsalat & Fertig-Smoothies schaufeln Sie sich unnötig viel Zucker rein. Damit ist es Schluss!

Im Supermarkt lauert versteckter Zucker an jeder Ecke. In diesen 5 "gesunden" Lebensmitteln haben Sie aber bestimmt keinen Zucker vermutet, oder?

Zucker ist das neue Fett! Denn Zucker ist der wahre Bösewicht, wenn es um Übergewicht, Diabetes & Co. geht. Wer sich gesund und bewusst ernähren will, gibt Zucker daher einfach den Laufpass! Doch wer Zucker aus seinem Alltag komplett verbannt, wird vor etliche Schwierigkeiten gestellt: Das Gummibärchen und Schoko-Croissants reichlich Zucker enthalten ist offensichtlich, doch im Alltag lauert jede Menge versteckter Zucker. Zum Teil findet sich sogar Zucker in Lebensmitteln, bei denen man gar nicht damit rechnen würde. Wir decken die 5 fiesesten Zuckerfallen im Supermarkt für Sie auf:  

1) Joghurt

Fruchtjoghurt enthält überraschenderweise wenig Frucht, dafür aber viel Zucker – keine gute Kombi © meaofoto / Shutterstock.com 

"Wie jetzt, Joghurt ist ungesund? Die Men’s Health predigt doch immer, Joghurt und Quark seien gesunde Eiweißbomben." Da haben Sie (und wir) auch völlig recht, aber eigentlich müsste es heißen: "MAGERquark und NATURjoghurt sind gesunde Eiweißbomben". Denn wer diesen kleinen aber feinen Unterschied ignoriert und zu Fruchtjoghurt/-quark greift, sitzt schon in der Zuckerfalle. Fruchtjoghurt enthält je nach Hersteller und Sorte rund 12 - 15 Gramm Zucker – pro 100 Gramm! Das entspricht rund 4 bis 5 Stücken Würfelzucker (á 3 Gramm). Die meisten Becher umfassen aber 150 Gramm, heißt: In einem Becher Fruchtjoghurt stecken satte 6 bis 7 Stückchen Zucker. Gesund ist anders! Auch Verdickungsmittel, Aromen und Farbstoffe sind häufig Bestandteil von Fruchtjoghurt. Übrigens: Für sogenannte "Fruchtbuttermilch" gilt das gleiche! Während pure Buttermilch gesund und proteinreich ist, ist Fruchtbuttermilch voll mit Zucker. 

Lassen Sie sich vom Etikett von Joghurt & Co. nicht in die Irre führen, denn eines können wir Ihnen garantieren: Die frischen Früchtchen, die vorne auf Ihrem Fruchtjoghurt prangen, sind garantiert nicht in dieser Form und Menge in Ihrem Joghurt enthalten. Damit ein Hersteller seinen Joghurt „Fruchtjoghurt“ nennen darf, muss der Fruchtanteil übrigens bei nur 6 Prozent liegen. Das entspricht 9 g Früchten pro 150 g-Becher – 9 GRAMM! Soviel wiegt gerade mal 1 (kleine) Kirsche ohne Stein oder ½ Mini-Erdbeere – wow! Noch schlimmer: Der sogenannte "Joghurt mit Fruchtzubereitung": Hier braucht der Fruchtanteil lediglich 3,5 Prozent betragen. Die Lösung liegt auf der Hand: Naturjoghurt ohne Zuckerzusatz kaufen und frisches Obst frisch dazu schnippeln, fertig!

>>> Die Verbraucherzentrale hat 16 Joghurts aus dem Supermarkt auf ihren Zuckergehalt hin getestet. Die krassen Ergebnisse lesen Sie im Testbericht

Schon gewusst: Fettreduzierter Fruchtjoghurt mit 0,1 Prozent Fett o.ä. ist nicht unbedingt besser als die Alternative mit höherem Fettanteil, denn ob und wie viel Zucker hier jeweils zugesetzt wurde, hängt von Sorte und Hersteller ab. Werfen Sie also immer einen Blick auf die Nährwerttabelle auf der Rückseite. Meist ist der Zuckergehalt genauso hoch (wenn nicht höher!) als bei Joghurt mit 1,8 oder 3,5 Prozent Fett im Milchanteil. 

2) Salatdressing

Salat ja, Fertig-Dressing nein! Damit versauen Sie sich Ihre eigentlich super gesunde Mahlzeit mit nur einem Klecks © pojvistaimage / Shutterstock.com

Ein knackiger Salat mit Tomaten, Thunfisch und Ihrem Lieblings-Dressing fix aus der Flasche stellt für Sie eine gesunde Mahlzeit dar? Nah dran aber leider nein, denn beim Thema Fertig-Dressing zeigen wir Ihnen die rote Karte, denn die schnellen Salat-Soßen sind ein echtes No Go. Solche Dressings enthalten pro Portion von 30 ml (entspricht 2 Esslöffeln) rund 1-2 Zuckerwürfel – je nach Sorte und Hersteller. Besonders Light-Dressings haben es in Sachen Zuckergehalt faustdick hinter den Ohren. Denn hier wurde zwar der Fettgehalt reduziert, der Zuckeranteil aber oft erhöht, um z.B. mögliche Geschmacksverluste auszugleichen. 

Schauen Sie doch jetzt mal probehalber auf die Zutatenliste Ihres Lieblings-Dressings: Na, tummeln sich hier Zucker, Glukose-Fruktose-Sirup oder andere Zuckerarten nicht ganz vorne in der Liste? Vermutlich leider schon. Also Finger weg von Dressing aus der Flaschen und in Zukunft selber machen! Das geht fast genauso schnell und schmeckt viel aromatischer. Für ein DIY Joghurt-Dressing für 2 Personen verrühren Sie beispielsweise einfach 80 g Naturjoghurt, 1 Schuss Zitronensaft, 1 TL Rapsöl, 2 EL gehackte Kräuter nach Wahl und schmecken das ganze mit Salz und Pfeffer ab. 

Achtung: Auch die kleinen Tütchen mit Salatdressing-Pulver zum Anrühren sind reine Zuckerbomben. In der Zutatenlisten taucht Zucker oder auch Maltodextrin (Zucker-Gemisch) häufig sehr weit oben und ist somit ein Hauptbestandteil des Dressings.

3) Smoothies

Smoothies enthalten sehr viel Fruchtzucker, was zu Verdauungsproblemen führen kann © Doris Heinrichs / Shutterstock.com 

5 Portionen Obst und Gemüse täglich gelten offiziell als gesund, doch diese gängige Empfehlung von Ernährungsexperten ist im Alltag gar nicht so leicht umzusetzen. Smoothies kommen da wie gerufen: Kein lästiges schälen, schnippeln oder pellen – denn den pürierten Frucht-Mix gibt es fertig zu kaufen und kann praktisch to go getrunken werden. Doch der Smoothie-Hype hat auch seine Schattenseiten, denn Smoothies sind kein gleichwertiger Ersatz für frisches Obst und Gemüse – sondern echte Fruchzucker-Bomben!

Klar, auch Smoothie liefern viele Vitamine und Mineralstoffe. Allerdings sind sie auch sehr kohlenhydratreich, sprich: sie enthalten jede Menge Zucker bzw. Fruchtzucker. Fruktose wird unter anderem Insulinunabhängig verstoffwechselt, wodurch der Sättigungseffekt ausbleibt. Wer Obst hingegen pur isst, sorgt für einen viel größeren Sättigungseffekt als wenn man es trinkt, da die pürierten Früchte quasi einfach „durchrutschen“. Zudem hat eine Studie der University of Texas in Dallas gezeigt, dass die Umwandlung von Zucker in Fett umso mehr verstärkt wird, je größer sein Anteil an Fruktose (Fruchtzucker) ist. Man nimmt mit einem Smoothie auch eine viel größere Menge an Fruchtzucker in kürzerer Zeit  auf, als wenn man das Obst essen würde. Und das belastet wiederum den Magen-Darm-Trakt, denn zu viel Fruchtzucker führt häufig zu Bauchschmerzen und Durchfall. Eine Menge von rund 80 Gramm pro Tag ist für den Darm noch gut zu bewältigen. Ein 250 ml Fertig-Smoothie allein enthält aber nicht selten bis zu 50 Gramm Zucker – und dann wird's problematisch.

Fruchtzucker steht zudem darüber hinaus im Verdacht, das Risiko für übergewicht, Leberverfettung, Fettstoffwechselstörungen, Bluthochdruck sowie Diabetes zu erhöhen. Also: Halten Sie sich bei Fertig-Smoothies zurück, essen Sie lieber frisches Obst! Oder mixen Sie sich Ihren eigenen Smoothie! Hier können Sie selbst bestimmen wie viel und welche Art von Obst enthalten ist. Ideal sind grüne Smoothie, die nicht nur Obst, sondern auch Gemüse enthalten.

>>>10 Rezepte für grüne Smoothies

Ist ja interessant: Nicht alle Obstsorten enthalten gleich viel Fruktose. Besonders viel steckt beispielsweise in Bananen und Äpfeln. Leider sind dies auch häufig die Hauptzutaten in Fertig-Smoothies. Wenn Sie Ihren eigenen Smoothie mixen, greifen Sie lieber auf zuckerarme Obstsorten wie Beeren aller Art zurück. Noch mehr Früchtchen mit wenig Fruktose gibt es in unsererBildergalerie.

4) Krautsalat

Krautsalat ist ein gutes Beispiel für "versteckten Zucker" © HandmadePictures / Shutterstock.com

Krautsalat ist einer der beliebtesten Rohkostsalate und schmeckt pur mindestens genauso gut wie als Beilage zum Grillen. Außerdem steckt in Krautsalat das Wort "Salat" – also kann der ja nur gesund sein, oder? Nop! Denn nach Weißkohl, der als Hauptzutat an erster Stelle der Zutatenliste erscheint, folgt nach Wasser meist direkt Zucker. Denn Zucker wird in der Lebensmittelindustrie nicht nur als Geschmacksträger eingesetzt, sondern auch zur Wasserbindung und damit zur besseren Haltbarkeit, wie in diesem Fall.

In fertigen Krautsalaten aus dem Supermarkt stecken rund 10 Gramm pro 100 Gramm, je nach Hersteller können es aber natürlich auch etwas mehr oder weniger sein. Und als wäre das nicht fatal genug, gibt es den „Zucker-Salat“ auch noch in der fettigen Version – mit Mayo-Dressing statt mit Essig und Öl. Das nennt sich dann auch gerne "Cole Slaw" – quasi die amerikanisceh Version des Kratusalats. Hier gilt es nicht nur einen Blick auf den Zuckeranteil zu haben, sondern auch auf den Fettgehalt, denn der ist häufig doppelt so hoch wie beim normalen Krautsalat. Machen Sie Ihren Krautsalat daher lieber selbst, so wissen Sie genau was drin ist und können sich sicher sein, dass Sie keine Kalorienbombe futtern. Viele traditionelle Krautsalat-Rezepte enthalten auch Zucker, um den Essig abzumildern und den Salat geschmacklich abzurunden. Doch wenn Sie den Krautsalat selber machen, können Sie entscheiden wie viel Zucker letztlich im Produkt landet (meist reicht eine Prise!) – und nicht irgendein Lebensmittelhersteller.

>>> Hier ein Krautsalat-Rezept mit wenig Zucker und viel Geschmack

Gut zu wissen: Auch der farbenfrohe Verwandte des Krautsalats – der Rotkohl in Glas oder Dose – enthält jede Menge Zuckerzusätze, etwa 11 Gramm Zucker auf 100 Gramm. Oft findet sich nicht nur Zucker, sondern gern auch (noch zusätzlich!) "Glukose-Fruktose-Sirup" im Glas. Und was meinen Sie wohl, was dieser Sirup genau ist? Ein Zuckergemisch, korrekt! Bei unserem Rotkohl-Rezept sorgen Backpflaumen und Äpfel für die optimale Süße.

5) Suppen & Eintöpfe

Tomatensuppen enthalten oft unnötige Zuckerzusätze © stockcreations / Shutterstock.com 

Selbstgemachte Suppen sind gesund, soweit so gut. Auch gegen Suppen aus der Dose ist rein theoretisch nichts einzuwenden, denn sie sind praktisch und schnell zubereitet. Leider sind Dosensuppen aber auch ein prima Versteck für Zucker, denn der Zucker ist geschmacklich nicht als „süße“ Beigabe zu identifizieren. Doch natürlich ist nicht jede Suppe im Supermarktregal mit Zucker gepanscht: Klare Brühen oder Nudelsuppen sind meist frei von unnötigen Zuckerzusätzen.

Doch bei vermeintlich gesunden Gemüsesuppen wie Tomaten- oder Kürbissuppe oder auch Eintöpfen aller Art wird die Sache interessant: Hier findet sich Zucker leider sehr oft in der Zutatenliste wieder. Warum? Um den Geschmack abzurunden, um die Textur zu verbessern etc. Doch natürlich gibt es auch Hersteller, die mit gutem Beispiel voran gehen und auf Zucker, Zuckersatzstoffe & Co. komplett verzichten. 

Übrigens: Noch schlimmer als Dosensuppen sind übrigens sogenannte "Tassensuppen": Bei einer Tomaten-Creme-Suppe eines großen Herstellers, findet sich beispielsweise Zucker direkt an dritter Stelle (nach Gemüse und Kartoffelstärke) in der Zutatenliste. Und als wäre das nicht genug, folgt direkt an sechster Stelle Glucosesirup. Was das ist? Im Prinzip nichts anderes als Zucker – nur gut getarnt unter einem seiner "Decknamen". 

Sie wollen mehr Informationen zum Thema Zuckker? Dann schauen Sie doch mal bei unserem THEMEN-SPECIAL WIE ZUCKER UNS KRANK MACHT vorbei. 

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