Was sind denn Soft Skills?

Soziale Kompetenzen sind das A und O
Tohuwabohu bei den Tätigkeitsbezeichnungen

Wer versteht schon das neudeutsche Kauderwelsch in den Stellenanzeigen? Hier erfahren Sie, was gemeint ist und wie Sie es bekommen.

Männer kämpfen. Um die schönste Frau, auf dem Tennisplatz und um den besten Job. Das war schon immer so. Auch die Strategie ist immer dieselbe: durchboxen und Erster sein. Karriere machen deshalb lediglich die beinharten Einzelkämpfer, die mit den Ellbogen, die Wadenbeißer eben.

Doch auf einmal ist alles anders. Auf einmal wollen die Bosse, dass Männer in Teams diskutieren, sich gegenseitig zuhören und ausreden lassen. Soziale Kompetenz sollen sie besitzen – die so genannten Soft Skills.

Gute Zeugnisse und eine Menge Fachwissen reichen heute nicht mehr aus. „Überdurchschnittliche Sozialkompetenz wird ihre Bedeutung als Schlüsselqualifikation sogar noch erhöhen“, erklärt Dr. Walter Jochmann, Vorsitzender der Geschäftsführung von Kienbaum Management Consultants Düsseldorf. „Wer Erfolg will, muss schneller, kreativer und menschlich gefestigter sein als andere.“ Das nennt man dann Social oder Heart-Skills. Immer öfter tauchen die Begriffe in den Stellenanzeigen auf. Machen von nun an Weicheier Karriere? „Darum geht’s nicht. Gemeint sind die fünf Kernbereiche Kooperationsbereitschaft, Einfühlungsvermögen, Offenheit, Kontakt und Sympathie sowie Motivation“, sagt Jochmann. „Voraussetzung dafür ist harte Arbeit an sich selbst. Selbstreflexion ist die Gabe der Gewinner.“

Finden Sie im Men’s-Health-Soft-Skills-Guide heraus, welche Qualitäten Sie auszeichnen.

Kooperationsbereitschaft
(auch: Teamfähigkeit, Partnerschaftlichkeit, Integrationsfähigkeit, Flexibilität)

Der ideale Typ Ein Arbeitnehmer ohne Star-Allüren, der sich schnell in ein Team einfügt. Jemand, der Erfolg und Effizienz steigert und sofort erkennt, was zu tun ist.

Die sechs wichtigsten Regeln
der Kooperationsbereitschaft
1. Unterstellen Sie Ihren Kollegen das Beste.
2. Etablieren Sie regelmäßige Teamsitzungen, so dass der Informationsfluss gesichert ist.
3. Protzen Sie nicht mit Ihrer Leistung, auch wenn Sie noch so stolz auf sich sind. Ihre Ideen taugen nur etwas, wenn sie sich mit den anderen gemeinsam umsetzen lassen.
4. Geben Sie Ihr Wissen und Können weiter, nehmen Sie aber auch das der Kollegen an.
5. Dominieren Sie nicht. Zu viel Druck erzeugt Gegendruck und vor allem Unmut.
6. Ändern Sie auch einmal Ihre Meinung.

Einfühlungsvermögen
(auch: Sensibilität und Verantwortungsgefühl)

Der ideale Typ Der Angestellte, der im Sinne des Teams und der Firma denkt, sich für seine Kollegen interessiert und ihnen immer das Gefühl gibt, sie zu verstehen.

Die vier wichtigsten Spielregeln für glaubwürdige Einfühlsamkeit
1. Sich Zeit nehmen, Geduld zeigen, kurz: das Tempo des Gegenübers akzeptieren.
3. Beweisen Sie Mitgefühl, indem Sie sich in die Situation des anderen hineinversetzen.
4. Wer Fragen stellt, zeigt Interesse und Verständnis, verteilt verbale Streicheleinheiten. So spürt der andere, dass er wichtig ist.

Offenheit
(auch: hohe Leistungsbereitschaft, ständiger Lerneifer, Problemlösekompetenz, Fähigkeit zur Selbstreflexion und -kritik)

Der ideale Typ Ein selbstloser, stressresistenter Mitarbeiter voll von unerschöpflicher Neugier. Jemand, der Kritik aushält und optimistisch auf Veränderungen reagiert, auch in schwierigen Situationen einen kühlen Kopf behält und Lösungen findet.

Die vier wichtigsten Spielregeln, Offenheit zu signalisieren
1. Seien Sie aufgeschlossen für die Belange der Kollegen und geben Sie auch etwas von sich selbst preis. Nicht gerade Ihren Fußpilz, aber scheuen Sie sich nicht, Ihre Meinung in der Runde kundzutun. Suchen Sie die richtige Balance zwischen Distanz und Nähe.
2. Kritisieren Sie nur, wenn es zwingend nötig ist, und vor allem ohne den anderen zu verletzen. Nehmen Sie Kritik als das, was sie ist: eine (oft bereichernde) Hilfestellung.
3. Faustregel: Was Sie zu anderen sagen, das dürfen diese auch zu Ihnen sagen.
4. Akzeptieren Sie, dass es immer Kollegen geben wird, die Sie nicht ausstehen können und umgekehrt. Das ist normal. Man muss Kollegen nicht lieben, aber respektieren.

Kontakt und Sympathie
(auch: Kommunikationsfähigkeit)

Der ideale Typ Ein dynamischer Teamplayer, der von sich aus mit jedem (noch so komplizierten) Kunden, Geschäftspartner oder Kollegen ein freundliches Gespräch führen kann und dabei immer eine positive Wirkung erzielt.

Die zwei wichtigsten Spielregeln gelungener Kommunikation
1. Je ähnlicher man einem Gesprächspartner in Sprache, Körpersprache und Denkweise ist, desto einfacher und fruchtbarer ist der Kontakt. Wir neigen dazu, uns von unangenehmen Menschen unterscheiden zu wollen. Es verbessert jedoch den Kontakt, sich dem Gegenüber in Haltung, Bewegungsrhythmus und Sprechweise ein bisschen anzupassen.
2. Wichtigste Technik: Fragen. So halten Sie die Zügel des Gespräches und den Gedankengang Ihres Gegenübers in der Hand, verschaffen sich Informationen, bewegen Ihren Gesprächspartner zur Präzision und bestenfalls in die von Ihnen gewünschte Richtung.

Motivieren
(auch: Tatkraft, Beharrlichkeit, Belastbarkeit, Veränderungsbereitschaft, Konfliktfähigkeit)

Der ideale Typ Ein Arbeitnehmer, der sich selbst immer wieder begeistern und andere mitreißen kann. Er hat Überzeugungskraft und Durchsetzungsvermögen, kann Emotionen zurückhalten und lässt nicht seine Launen an anderen aus. Konfliktherde erkennt er frühzeitig und findet selbst in Stresssituationen einen guten Ausweg.

Die drei wichtigsten Spielregeln, um Mitarbeiter zu motivieren
1. Machen Sie jedem Mitarbeiter seine Stellung und die Bedeutung seiner Arbeit für das Unternehmen klar. Erklären und begründen Sie jedem seine Aufgaben. Fordern Sie Ihre Mitarbeiter. Es ist erwiesen, dass nur derjenige auf Dauer gute Leistungen bringt, der immer etwas überfordert ist.
2. Teilen Sie Komplimente aus. Erstens bekommen Sie dann auch welche zu hören. Zweitens beflügelt es jeden, ab und an gefeiert zu werden. Loben Sie, sooft sie können. Tadel stumpft nämlich auf Dauer ab.
3. Loben Sie sofort, aber nicht vor anderen, die könnten sich zurückgesetzt fühlen.

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