Teamarbeit: Sonderlinge erhöhen Erfolg

Ein neuer Kollege reißt die alten aus dem gewohnten Trott
Der Neue im Büro: Nichts würde mehr sein , wie es einmal war

Ein neuer und seltsamer Kollege mag die Ruhe im Team stören, aber genau das führt zu besseren Ergebnissen

Einen Stromberg will zwar niemand als Kollegen – dennoch können Ekzentriker und sogar Fieslinge der Arbeitsleistung innerhalb eines Teams offenbar förderlich sein. Denn neue Kollegen, die sich auf irgendeine Weise deutlich von den anderen absetzen, bringen die restlichen Team-Mitglieder aus ihrem gewohnten Trott, so eine US-Studie.

Den Forschern fiel der Effekt bei einer Untersuchung über das Verhalten von Gruppen mit neuen Mitgliedern auf. Danach lösten Gruppen Probleme um so effektiver, desto "andersartiger" ihr neuer Kollege jeweils war, so die Studienverfasser von den Universitäten Standford, Northwestern und Brigham-Young im Fachmagazin Personality and Social Psychology Bulletin. Dabei sei sozial anders nicht negativ im Sinne von linkisch oder plump zu deuten, so Studienmitverfasser Katie Liljenquist.

Alteingesessene Kollegen wollen nicht in die selbe Ecke wie der seltsame Neue
Eine Erklärung ist nicht etwa, dass solche Neuen bessere Fragen stellen oder neue Information mitbringen, so die Forscher. Vielmehr käme die Gruppendynamik in Bewegung. Teilte beispielsweise eines der alteingesessenen Team-Mitglieder eine Ansicht mit dem "seltsamen" Neuen, geräte er unter Gruppendruck. Als Folge sei der alte Kollege extrem bemüht, seinen Standpunkt schlüssig zu erklären, damit ihn seinen Kollegen nicht zusammen mit dem Outsider in eine Ecke stellen. Eben dieser Vorgang führt aber dazu, dass die Gruppe bessere Analysen erarbeitet, zu treffenderen Ergebnissen gelangt und bessere Entscheidungen trifft.

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