Can-Am Spyder F3-T im Praxistest

Der neue Can-Am Spyder F3-T im Praxistest
Halb Auto, halb Motorrad: Wie fühlt es sich an, auf einem Dreispurfahrzeug durch Alicante zu heizen? Wir haben's getestet

Können 3 Räder genauso viel Spaß machen wie 2? Wir haben's auf einen Versuch drauf ankommen lassen und den neuen Can-Am Spyder F3-T auf Spaniens Serpentinen in der Praxis getestet

Irgendein kluger Kopf hat mal gesagt "4 wheels move the body, 2 wheels move the soul". Klingt plausibel, denn so viel steht fest: Zweiradfahren ist – pardon – verdammt geil. Kurven, Fahrtwind, Freiheit, ... Das volle Programm eben, das sich zwischen Helm und Fußraste abspielt, sobald man am Gashahn zieht.

So weit, so klar. Aber was ist mit 3 Rädern, sogenannten Dreispurfahrzeugen? Seelenträger? Körperschlepper? Oder ganz was anderes? Um das herauszufinden, sind wir nach Spanien gereist, um das neue Spaßmobil von Can-Am, den Spyder F3-T in der Praxis zu testen. Hier, auf den sonnigen Hügeln vor Alicante, wo sich eine Kurve nach der anderen die Berge hochschlängelt, durften wir Bekanntschaft mit dem bulligen Muskelprotz machen.

Can-Am Spyder F3-T
In die Kurve legen bringt beim Spyder nix. Aber irgendwie tut man's trotzdem

Kraftvoll, schnittig und irgendwie düster

Die Meinungen der versammelten Presse zur Optik reichen von "Sieht aus wie ein Batmobil" bis hin zu "Hat was von 'nem Lurch". Frontal betrachtet mag das in gewisser Weise sogar stimmen. Schaut man sich den Sypder allerdings von der Seite an, wird aus dem Lurch ganz schnell ein lauernder Panter. Kraftvoll, schnittig und richtig düster kauert der Spyder auf dem Asphalt. Und würde der Kopf dieses Panters nicht so tief nach unten schauen, könnte man im Vorbeirauschen meinen, hier bahnt sich ein verdammt fettest Zweirad seinen Weg durch die Straßen.

Ein echt bequemer Bursche

... Verdammt fett und verdammt lässig übrigens, denn die Sitzposition des F3-T ist extra tief gewählt, die Fußrasten dafür weit vorn. Ergo: Man sitzt in etwa so bequem wie in seinem Lieblingssessel und schaut dabei auch noch extrem entspannt aus. So entspannt und lässig, dass wir mit unserer Spyder-Gang an jeder Ecke für drehende Köpfe sorgen. Denn – und das ist unbestrtitten – der Spyder ist ein Hingucker. Wem das noch nicht genug ist, der schaltet das Soundsystem ein. Ja, richtig gehört – wer im Spyder F3-T unterwegs ist, kann seiner Fahrt die eigene Titelmusik hinzufügen. Das AM-/FM-Radio im Handschuhfach ist mit USB- und AUX-Anschluss für Mobiltelefon und MP3-Gerät ausgestattet. Über 4 Lautsprecher kann man somit seinen Ritt von AC/DC, Helene Fischer oder wem auch immer untermalen lassen.

Can-Am Spyder F3-T
Wenn sich am Hang eine Kurve an die andere reiht, nimmt einem das automatische Runterschalten des F3-T eine Menge Arbeit ab

In 4,8 Sekunden in den "Ist-das-geil-Modus!"

Ziemlich genial ist übrigens die Tatsache, dass sich sowohl Fußrasten als auch Lenker verstellen lassen. Somit kann ein und derselbe Spyder quasi von der 1,60-Lady bis hin zum 2-Meter-Mann gefahren werden. Noch komfortabler wird's dank der serienmäßigen Luftfederung fürs Hinterrad, die der Fahrer – gegen Aufpreis – sogar via Knopfdruck einstellen kann. Auch nicht zu verachten: Das extra große Windschild, dass beim Beschleunigen den Druck von der Brust nimmt. Und das hat man auf dem F3-T auch verdammt nötig, denn der Gute geht ab wie Luzie. In 4,8 Sekunde beschleunigt er auf Tempo 100 und den Puls in den "Ist-das-geil-Modus"! Wer mit dem Spyder eine längere Tour plant, darf sich übrigens über die integrierten Koffer und ein Helmfach freuen. Allesamt abschließbar und somit eine beruhigende Alternative für alle, die sonst ängstlich Rolle und Seitentaschen bewacht haben.

Und das Fahrgefühl mit dem Can-Am Spyder F3-T

Die Frage, ob sich der Spyder mehr nach Auto- oder mehr nach Motorradfahren anfühlt, ist schwer zu beantworten. Klar, den Wind um die Nase spürt man und die Sitzposition ist eben die eines Motorradfahrers. Dafür fehlt die Kurvenlage und die ist für den Vollblutbiker nun einmal nicht unerheblich. Die Tatsache, dass es keine Handbremse gibt und man sich lediglich auf seinen rechten Fuß verlassen muss, wenn man in die Eisen steigt, dürfte für Biker anfangs gewöhnungsbedürftig sein. Zudem wird einem das Kuppeln komplett abgenommen. Hochgeschaltet wird mit dem Finger links am Lenker. Runterschalten entfällt gänzlich, denn das reguliert der Motor ganz von selbst. Klingt easy und ist es auch und nach den ersten paar Kilometern hat man das Fahrzeug ziemlich schnell im Griff.

Eine Alternative für Vollblutbiker?

Bei aller Liebe – ein Motorrad ersetzt der Spyder nicht. Dafür fehlt nun einmal die Schräglage. Und trotzdem: Der Bursche macht Spaß und das mitunter gerade weil man mit ihm so sicher steht. Heißt: Umkippen is' nicht – selbst bei noch so waghalsigen Manövern. Das gibt zum einen Sicherheit, zum anderen wächst die Freude am Experimentieren und Wilde-Sau-Spielen.

Wer darf den Can-Am Spyder fahren?

Erleichterung für alle Nicht-Biker: Um den Spyder zu fahren, benötigt man keinen Motorradführerschein. Ein Autoführerschein genügt. Allerdings mit folgender Einschränkung: Für alle ab dem 19. Januar 2013 in Deutschland erworbenen Führerscheine ist ein Zweiradführerschein (Klasse A) und ein Mindestalter von 21 Jahren vorgeschrieben. Im Ausland schaut die Rechtslage allerdings noch einmal anders aus. Am besten man wendet sich hierfür an die zuständigen Behörden, um zu prüfen, welchen Führerschein man wo für den Spyder Roadster benötigt.

Die Technik des Spyder F3-T

MotortypRotax 1330 ACE-Dreizylinder-Reihenmotor, wassergekühlt mit elektronischer Kraftstoffeinspritzung und elektronischer Drosselklappensteuerung
Getriebe6-Gang-Halbautomatikgetriebe mit Rückwärtsgang
Leistung115 PS (86 kW) bei 7.250 U/min
Drehmoment130 Nm bei 5.000 U/min
Vordere AufhängungDoppeldreieckslenker mit Querstabilisator
HinterradaufhängungSchwingarm mit einstellbarer Luftfederung
Elektronische BremsverteilungFußbetätigtes, hydraulisches 3-Scheiben-Bremssystem
Vorderbremse270-mm-Scheiben mit 4-Kolben-Festsätteln von Brembo
Hinterbremse270-mm-Scheibe, 1-Kolben-Schwimmsattel mit integrierter Feststellbremse
Länge / Breite / Höhe2.596 / 1.497 / 1.241 mm
Radstand1.709 mm
Sitzhöhe675 mm
Trockengewicht430 kg
Stauraum78 l
Tankvolumen27 l
InstrumenteFarbige Premium-Digitalanzeige: Digitaler Tachometer, Drehzahlmesser, Kilometerzähler, Tageskilometer- & Betriebsstundenzähler, Ganganzeige, Anzeige für Smart-Assist-ECO-Modus, Temperaturanzeige, Motorleuchten, elektronische Kraftstoffanzeige, Uhr
AudiosystemAudiosystem mit 4 Lautsprechern, Radio und AUX-Anschluss (1/8-Zoll-Buchse)
SteckdoseOptionaler USB-Anschluss
FarbenPearl White, Pure Magnesium Metallic mit rotem Can-Am-Rahmen
SicherheitssystemeStabilitätskontrollsystem, Traktionskontrollsystem, Antiblockiersystem, Dynamische Servolenkung, Digital kodiertes
Sicherheitssystem (D.E.S.S.)
Preisca. 25.000 Euro

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