Workout-Check: Speedrobic im Trainings-Test

Workout-Check: Speedrobic (0614)
Der Trendsport Speedrobic im Video

Speedrobic ist ein Mix aus Seilspringen und koordinativen Kraftübungen. Ob Kollege Marco Krahl hops ging, verrät unser Workout-Check im Video

Bin auf dem Sprung zum Training. Im Kursraum drückt Trainer Klaus mir ein Springseil in die Hand. Oder genauer gesagt: den Porsche unter den Springseilen. Das Gerät hört auf den Namen Speedrope Pro, ist ausgestattet mit 90-Grad-Seilumlenkung, längenverstellbarem Stahlseil, Kugellager und zwei Griffen, in die man zusätzliche Gewichte schrauben kann, um das Kardio-Training noch zu intensivieren. Jedes Schulmädchen würde für so ein Teil töten. Oder sein Leben riskieren. „Dieses Springseil verzeiht dir keinen Fehler“, warnt unser Speedrobic-Coach. Nur eine falsche Bewegung, nur ein Moment der Unachtsamkeit oder mangelhafte Koordination, und das dünne Stahlseil peitscht gnadenlos auf den Körper ein. Unter den Teilnehmern meines Kurses gibt’s erste Opfer. „Aua!“, höre ich ein Mädel hinter mir aufschreien. Ich versuche, mich davon nicht ablenken zu lassen, und konzentriere mich lieber auf meine eigenen Beine. Dann setzt die Musik ein, und es geht los: allez hopp, hopp, hopp...

Speedrobic: Seilspringen und Krafttraining
Marco zeigt Nerven wie Drahtseile

Auf die Sprünge helfen
Es gibt 3 Schwierigkeitsstufen beim Speedrobic. Wir beginnen mit Level 1, optimal für alle mit wenig Springseilpraxis, also für Leute wie mich – und für das Mädel hinter mir. Wir hüpfen auf beiden Füßen gleichzeitig, dann springen wir im Wechsel mit nur einem Fuß ab, öffnen und schließen die Beine in der Luft, überkreuzen erst die Arme, danach die Beine. Ich versuche, den Knoten aus Armen und Beinen zu lösen. Hinter mir höre ich erneut spitze Schreie, aber mein Herzklopfen dämpft den Lärm.

In Schwung kommen
Da keiner 30 Minuten am Stück hüpfen kann (außer Rocky vielleicht), legt Klaus alle 3 Minuten eine Pause ein – wohlgemerkt: eine so genannte aktive Pause. Nahtlos geht es also mit Kraftübungen weiter – doch auch da ist Koordination gefordert. Wir machen nicht nur Kniebeugen, sondern verbinden diese mit Fußkicks auf Augenhöhe. Bei der „Planke“ strecken wir Arme und Beine wechselseitig. Alles keine schwierigen Bewegungsabläufe, aber wenn das Seil den Puls schon hochgepeitscht hat, fließt der Schweiß in Strömen.

In den Seilen hängen
Zum Schluss noch ein kleiner Fitness-Test: Wie viele Sprünge schafft jeder in 60 Sekunden? Klaus stoppt die Zeit, zählt die Wiederholungen. Ich komme auf 134. Anerkennend nickt der Coach: „Anfänger schaffen 100, Profis 400.“ Dann ist das Mädel mit den Peitschenstriemen dran und springt locker – 172-mal! Aua! Würde mich jetzt gern abseilen – wenn nur meine Waden nicht so heftig brennen würden.

Krafttraining mit dem Medizinball
In den Springpausen werden Kraftübungen gemacht

TOP-ÜBUNG: gehen und drehen

Zwischen den Seilsprung-Anteilen sind immer Übungen mit dem eigenen Körpergewicht an der Reihe. Geräte wie Medizinbälle erschweren sie. Gedrehte Ausfallschritte gehen aber auch ohne.

A. Stellen Sie sich aufrecht hin, Füße schulterbreit auseinander. Medizinball greifen und die Arme gerade nach vorne strecken.
B. Mit links einen Schritt zurück machen, gleichzeitig die Arme und den Oberkörper nach rechts drehen. Dann Seiten wechseln.

Ein Crossfit-Seil wiegt 200 Gramm, ein Speedrobic- Seil um 400. Wichtig bei beiden ist die Länge: Stehen Sie mittig drauf, sollten die Griffe bis zum Solarplexus reichen.

Hartseilakt: Speedrobic im Schnelldurchgang
Was ist es? Speedrobic ist ein Kursformat, das innerhalb von 30 Minuten Ihre Kondition und Koordination verbessern soll. Grundlage sind einige Rope-Skipping- Variationen, ergänzt durch sehr kurze Kampfsport- und Crossfit-Einheiten.
Wo geht es? Seinen Ursprung hat Speedrobic in Berlin. Inzwischen greifen immer mehr Fitness-Studios in Deutschland und Österreich den Workout-Trend auf. Anbieter in Ihrer Nähe und Workshops finden Sie unter www.speedrobic.de.
Was Kostet es? Kurse im Studio sind bereits im Monatsbeitrag enthalten, ein Workshop kostet 200 Euro. Springseile wie oben beschrieben gibt’s ab 35 Euro.

Spaß ★ ★ ★ ★ ★                 Muskeln ★ ★ ★ ✩ ✩
Koordination ★ ★ ★ ★ ✩    Ausdauer ★ ★ ★ ★ ✩

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