Mehr PS ohne Fleisch: Vegetarier punkten beim Sport

Nicht einmal Bodybuilder müssen befürchten, als Vegetarier zu wenig Proteine zu sich zu nehmen
Vorurteil: sportliche Vegetarier haben keine Power. Stimmt nicht!

Den erhöhten Kalorienbedarf nach dem Training am besten mit einem Steak decken? – Lieber nicht! Wir sagen Ihnen, wie Sie auch mit pflanzlichem Protein im Sport bestehen 

Bodybuilding Nicht einmal Bodybuilder müssen befürchten, als Vegetarier zu wenig Proteine zu sich zu nehmen. Dazu Günter Wagner vom Institut für Sporternährung in Bad Nauheim: „Selbst wenn man von einem Muskelzuwachs von zehn Kilo in einem Jahr ausgeht – und das ist ohne Anabolika kaum zu schaffen – ist der Mehrbedarf an Protein pro Tag sehr gering.“

Ausdauersport Auch als Ausdauersportler braucht man keine Fleischration. Sie wollen Beweise? Alain Sutter (Fußballer), Paavo Nurmi (Läufer, 20 Weltrekorde), Edwin Moses (Leichtathlet/Olympiasieger), Thomas Hellriegel (Ironman-Sieger 1997) Andreas Cahling (Weltklasse Bodybuilder), Martina Navratilova (Tennisspielerin), sie alle sind Vegetarier. „Ein großer Vorteil der vegetarischen Ernährung ist für Sportler, dass sie von der ökonomischsten Energiequelle, den Kohlenhydraten, wesentlich mehr essen“, sagt Wagner. Vor allem Sportler sollten 60 Prozent ihrer Kalorienaufnahme über Kohlenhydrate decken, doch Dieter Durchschnitt bringt es gerade mal auf 48 Prozent.

Und Veganer? Veganer zu sein bringt nach Ansicht von Wagner für Sportler keine Vorteile. Sie haben mitunter sogar Mühe, mit ihrer fettarmen Ernährung den gesteigerten Kalorienbedarf durch das Training wettzumachen. Da Veganer aber nur selten Fettpolster angesetzt haben, ist die Gefahr groß, dass der Körper Proteine – also Muskelmasse – zur Energiegewinnung verheizt. Sportler sollten auf einen ausgeglichenen Mineralienhaushalt achten – Jod und Zink werden über den Schweiß ausgeschieden. Zink gibt es auch als Kapseln in der Apotheke; Jod-Präparate sollten vom Arzt verschrieben werden.

Leben ohne Fleisch ist also gesund und macht leistungsfähiger im Sport – aber Sie möchten trotzdem nicht völlig auf Steak und Braten verzichten? Die gute Nachricht: Müssen Sie auch nicht. Wenn ein- bis zweimal in der Woche Fleisch auf dem Teller liegt, schadet das überhaupt nicht. Einzige Bedingung: Es darf nicht fett sein.

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