Muskelverletzungen: Sportsalben ohne Wirkung?

Sportsalbe bei Knieschmerzen
Sportsalben brennen auf der Haut, lindern aber kaum Schmerzen

Durchblutungsgels oder ähnliche Produkte helfen offenbar kaum gegen Schmerz, sondern lenken durch Hautreizung davon ab

Durchblutungsfördernde Sportsalben wirken offenbar weniger schmerzlindernd als bisher vermutet: Ob die beliebte Sofortmaßnahme bei Sportverletzungen und Muskelproblemen tatsächlich wirkt, konnte eine englische Metastudie nicht nachweisen. Demnach lenken die Cremes und Gels nur vom Schmerz ab.

Wissenschaftler der Universität Oxford haben 16 Studien über durchblutungsfördernde Cremes und Gels mit Salicylaten (verwandt mit dem Aspirin-Wirkstoff) neu ausgewertet. Ergebnis: Nur in vier Fällen halfen die Salicylate-Salben gegen akute Schmerzen etwas besser als Placebo-Cremes (ohne Wirkstoffe).

Die Salben oder Gele röten die Haut an der Stelle, wo sie aufgetragen werden und erwärmen sie, so die Forscher. Damit werde aber nur eine so genannte Gegen-Irritation erzeugt, die von Schmerzen ablenkt, erklären die Wissenschaftler.

Nicht alle Cremes sind schlecht
"Durchblutungsfördernde Salben wirken nicht gut genug, um ihnen Beachtung zu schenken", sagt Studienleiter Andrew Moore. Es müsse größere und bessere Untersuchungen zur Wirksamkeit der Cremes geben, bevor sie von Ärzten gegen chronische Schmerzen verschrieben werden, erklärt Moore weiter. Es seien aber nicht alle Schmerzsalben schlecht – die Wirkung entzündungshemmender Gele ist beispielsweise recht gut nachgewiesen.

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