Abspecken: Weg mit dem Fett

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Auch die Cholesterin-Weihnachtsgänse müssen auf den Prüfstand

Wie funktionieren die Statine eigentlich genau?
Ein großer Teil des LDL-Cholesterins wird in der Leber durch das Enzym HMG-CoA-Reduktase gebildet. Die Statine hemmen diesen Prozess. Dadurch werden die Leberzellen angeregt, mehr LDL-Cholesterin aus dem Blut zu fischen. Überschüssiges LDL, das die Zellen nicht verarbeiten können, wird über die Galle und den Darm ausgeschieden. Dann sinkt der LDL-Blutspiegel - und damit zugleich auch das Risiko, an einem Herzinfarkt zu sterben.

Vorm Schlafen schlucken
Ihre Leber arbeitet nicht gleichmäßig rund um die Uhr. So produziert die HMG-CoA Reduktase den Löwenanteil des LDL-Cholesterins, während Sie schlafen. Für optimale Wirksamkeit sollten Sie Ihre tägliche Pille darum vorm Zu-Bett-Gehen nehmen. „Zu dieser Zeit isst man in der Regel nichts, auch deshalb kann das Medikament die Leber am ehesten beeinflussen“, erklärt Dr. Ira S. Nach vom Mount Sinai Medical Center in New York.

Reicht es nicht, wenn man nur die Ernährung umstellt?
„Das sollte unbedingt die erste Maßnahme sein“, sagt Dr. Kari Kivistö vom Stuttgarter Dr. Margarete Fischer-Bosch-Institut für Klinische Pharmakologie. Einen günstigen Einfluss auf den Cholesterinspiegel haben die Fettsäuren in Raps- und Olivenöl sowie in Fischen und Nüssen. Auch Obst und Gemüse sind zu empfehlen. „Wie groß der positive Einfluss von Ballaststoffen wirklich ist, wird derzeit noch in Fachkreisen diskutiert“, sagt Internistin Lobnig. Immerhin weiß man heute, dass Cholesterin in Nahrungsmitteln nur wenig Einfluss auf den Blutspiegel hat, weil es schlecht aus dem Darm aufgenommen wird.

Es sind die gesättigten tierischen Fette – ja, auch die Weihnachtsgänse! –, welche die Leber zu einer vermehrten Cholesterin-Synthese anregen. Von ihnen sollte man weniger essen. Problematisch sind auch Lebensmittel, die man überhaupt nicht unbedingt mit dem Blutfettspiegel in Zusammenhang bringt. Leicht verdauliche Kohlenhydrate, wie sie in feinem Brot, Kuchen und Knabberzeug vorkommen, lassen bei vielen die Werte unerwünschter Blutfette wie VLDL und Triglyceride steigen. Betroffen sind davon vor allem Menschen, die bereits Diabetes haben oder auf Grund von Übergewicht, fehlender Bewegung oder Veranlagung auf dem besten Wege dorthin sind.

Gut kombinieren
Wie weit Sie die Blutfettwerte durch eine Ernährungsumstellung senken können, hängt von Ihren Genen ab. „Das lässt sich in vielen Fällen schon am individuellen Profil der Blutfettwerte erkennen. Eine isolierte LDL-Erhöhung ist häufig genetisch bedingt“, sagt Lobnig. „Der Cholesterinwert lässt sich durch Ernährungsumstellungen dann um maximal 10 Prozent senken.“ Mit Statinen kann man wesentlich mehr erreichen. „Weil sie das Entstehen von Arterienverkalkungen an mehreren Stellen bremsen, profitieren jedoch auch all diejenigen von Statinen, bei denen der Cholesterinspiegel im Blut gar nicht wesentlich erhöht ist“, sagt sie.

„In den großen Studien haben Statine innerhalb eines Zeitraums von 5 Jahren dazu geführt, dass sowohl die Zahl der Herzinfarkte als auch die Zahl der Todesfälle in deren Folge sank, und zwar um 24 bis 42 Prozent.“ Dennoch sollte man sich nicht allein auf die Pillen verlassen. Wie alle Arzneien mit starker Wirkung haben auch die Statine Nebenwirkungen (siehe dazu letzte Frage, rechts). Deswegen ist es clever, wenn Sie durch Ernährungsumstellungen und mehr Bewegung die Medikamenten-Dosis möglichst gering halten.

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