„Mein Job stinkt mir!“

0801 Beruf Jobprobleme
Und das Horoskop sagte: Heute ist Ihr Tag...

Kollegen, Kopierer, Klorollen – Probleme die in jedem Job die Stimmung drücken. Strategien gegen die häufigsten Nervtöter.

Die ewige Maloche ist ja schon schlimm genug. Viel schlimmer jedoch sind die vielen kleinen und eigentlich überflüssigen Ärgernisse des Berufsalltags. Doch ab morgen lässt Sie das kalt. Wir haben nämlich mit unseren Experten eine Strategie gegen jede Nerverei entwickelt.

„Immer muss ich die Spülmaschine ein- und ausräumen“
Ihnen ist nach einem Tässchen Kaffee. Doch in der Büroküche finden Sie nur Geschirrberge in Höhe des Mount Everest. Bis Sie die Spülmaschine angeworfen und auf das Ende des Waschgangs gewartet haben, wird das Heißgetränk kalt und bitter sein. Gemein!

Strategie: Wenn Sie sich immer wieder erbarmen, den Unrat von Kollegin Meier und Praktikant Sepp zu beseitigen, wird sich nie etwas ändern. Hier hilft nur Härte. Sollen die faulen Pfeifen doch Schimmelpilze züchten, das geht Ihnen in Zukunft am Arm vorbei. Sie räumen nur ein, was Sie selbst benutzt haben. Bringen Sie sich bei dieser Gelegenheit einen Vorrat an Geschirr mit, das so penetrant hässlich aussieht, dass es außer Ihnen garantiert niemand benutzen wird.

„Jedes Mal ist die Klopapierrolle leer“
Auf der Rolle ist nur noch ein lumpiges Blättlein. Nachschub befindet sich im Abstellraum. Am anderen Ende des Flures. Sie denken: Warum immer ich?

Strategie: Glauben Sie nicht, dass die Welt sich bessern wird, wenn Sie Moralpredigten halten. Machen Sie es wie Tausende Camper auf der Welt: Bunkern Sie in Ihrem Büro immer eine Rolle. Die nehmen Sie mit, wenn Sie müssen. So einfach ist das.

„Dauernd ignoriert mich mein Chef“
Sie haben häufig das Gefühl, Sie könnten auch zu Hause bleiben. Wann Sie das letzte Mal gelobt wurden? In der Schule, so weit Sie sich erinnern können. Sogar die stinkende Töle des Chefs hinterlässt mehr Spuren als Sie.

Strategie: In den Seminaren der Kommunikationstrainerin Mirella Carbonaro klagen Mitarbeiter oft über das Desinteresse des Chefs, aber: „Die Vorgesetzten schätzen sich selbst oft völlig anders ein.“ Ihr Rat: „Schmollen Sie nicht schweigend, sagen Sie Ihrem Boss, was Sie von ihm erwarten. Wer sich anpasst, ändert nichts.“ Auch eine gute Idee: Legen Sie dem Boss ein Resultat Ihrer Arbeit zur Begutachtung vor. Eine Präsentation zum Beispiel. Dann muss er sich äußern.
(Kontakt: DiaMiCa, Dialogorientierte Kommunikation, Mirella Carbonaro, Tel. 02206/9008111).

„Der Kollege bringt seinen Riesenköter immer mit in das Büro“
Es hieß, die Sache sei vorübergehend: nur solange die Schwippschwägerin des Mitarbeiters (die Eigentümerin des Tiers) auf Safari ist. Oder so ähnlich. Die Frau ist aber offenbar im Dschungel verschollen. Jedenfalls sabbert ihr stinkendes Monster immer noch Ihre wichtigen Unterlagen voll.

Strategie: Setzen Sie erst mal auf Verständnis: Vielleicht handelt sich’s ja um eine längere Safari. Vielleicht glaubt aber auch der Kollege, Sie verstünden sich super mit dem Flohmercedes. Dabei bringen Sie doch nur aus Selbstschutz die ganzen Wurstwaren mit. Erwähnen Sie demnächst beiläufig einen asiatischen Freund, dessen Leibspeise „Hund in Soja“ sei... Ihr Kollege wird Ihnen nicht glauben. Aber er wird verstehen. Falls nicht: In den meisten Betrieben ist das Mitbringen von Haustieren nicht erlaubt. Erkundigen Sie sich mal bei Ihrem Betriebsrat.

„Das blöde Telefon klingelt dauernd“
„Schulze, Tach! Der Prosecco is’ immer noch nit bezahlt“, nölt der Ihnen absolut unbekannte Herr in der Leitung. Sie finden das bedauerlich. Noch bedauerlicher finden Sie, dass a) Sie davon nichts abbekommen haben und b) dieser Schulze heute morgen schon der fünfte Anrufer ist, der Sie wegen Firlefanz belästigt, mit dem Sie nichts zu tun haben.

Strategie: Quetschen Sie den nächsten Fehlgeleiteten erst mal aus: Wen oder welche Abteilung wollte er sprechen? Hat irgendjemand versehentlich sein Telefon auf Sie umgestellt? Kam der Anrufer über die Zentrale? Dann steht Ihr Name dort eventuell ganz oben auf der Liste, und der Mitarbeiter ist zu neu oder zu doof um herauszufinden, wer in der Firma welche Bereiche betreut. Suchen Sie ihn auf und machen Sie ihm klar, wofür Sie zuständig sind. Und vor allem: wofür nicht.

„Immer, wenn ich dran bin, zeigt der Kopierer Papierstau an“
Wie immer, Sie kommen in den Kopierraum und sehen schon die Lampe von Kammer 8 blinken: Papierstau. Und auch der Toner ist wieder alle. Das kann dauern.

Strategie: Schließen Sie den Toner und die Betriebsanleitung des Kopierers weg. Rufen Sie den Praktikanten zu sich. Loben Sie seinen technischen Sachverstand. Erzählen Sie, dass Sie dem Chef gern vorschlagen würden, ihn zu einem „Technical Officer“ zu befördern. Betonen Sie, dass es sich dabei um eine verantwortungsvolle Aufgabe handelt, für die ansonsten ein Extra-Mitarbeiter zuständig sei. Verkünden Sie später strahlend, der Chef sei einverstanden, und überreichen Sie mit bedeutungsschwerer Miene den Schlüssel. Der Toner sei zum Schutze vor unsachgemäßem Gebrauch in einem Schrank gelagert worden. Und wehe, wenn Praktikant Sepp seinen Job nicht ernst nimmt ...

„In meinem Zimmer wird nie geputzt“
Typisch: Bei allen anderen wird sauber gemacht – nur bei Ihnen nicht. Das ist gezielte Schikane!

Strategie: Wenn das Putzpersonal kapituliert, hat das meist einen simplen Grund: Das Chaos ist so groß, dass ein Durch- und Drankommen kaum möglich ist.

„Mein ganzes Büro versinkt im Chaos“
Rufen Sie manchmal vom Handy aus Ihren Büroschreibtisch an, um Ihr Telefon wiederzufinden?

Strategie: Starten Sie umgehend die Aktion „Blanke Platte“. Das hat nichts mit Ihrem Haupthaar zu tun, sondern mit Selbstorganisation. Zeitmanagement-Papst Professor Lothar J. Seiwert hat diverse Methoden entwickelt, mit denen jeder Arbeitsplatz wieder leer, jeder Kopf wieder frei wird. Infos unter www.seiwert.de. Und noch ein Buchtipp: Stephen R. Covey, „Die sieben Wege zur Effektivität“, Heyne, 19,90 Mark.

„Nebenan wird jeden Tag gefeiert“
Gestern war es der Ausstand der alten Sekretärin, heute ist es der Einstand der neuen. Übermorgen hat das Meerschweinchen des Buchhalters Geburtstag, oder die Klimaanlage ist seit einem Jahr installiert – einen Grund finden die Bekloppten nebenan immer.

Strategie: Wo ist da das Problem? Rübergehen, mitfeiern.

„Alle qualmen mir mein Zimmer voll“
Sie wollen ja kein Miesmacher sein, aber diese häufigen Erstickungsanfälle nerven ganz schön.

Strategie: Hat Ihre Firma Filialen in den USA? Dann lassen Sie sich dorthin versetzen. Zu aufwändig? Dann schlagen Sie einen Kompromiss vor: Es darf nur in ungeraden Stunden gebarzt werden: zwischen neun und zehn, elf und zwölf Uhr etc. Erfahrungsgemäß lassen sich die Raucher auf diesen Deal ein.

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„Der neue Kollege müffelt nach Iltis“
Mittlerweile freuen Sie sich sogar über Ihren Schnupfen. Dabei ist der Typ gegenüber eigentlich ein netter Mensch. Und den wollen Sie auf gar keinen Fall verletzen.

Strategie: Heikle Geschichte! Konsultieren Sie jemanden, der sein Vertrauen genießt. Das kann ein anderer Kollege sein, aber auch seine Freundin. Bitten Sie ihn oder sie, das Thema mal unter vier Augen anzuschneiden. Und dann hoffen Sie das Beste.

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