Calisthenics: Street-Workout in Deutschland

Street-Workout-Übung: Muscle-ups trainieren den Oberkörper
Kollege Nico Reiher trainiert seinen Oberkörper mit Muscle-ups

Street-Workout, auch Calisthenics genannt, kommt aus den USA. Doch auch bei uns gibt es immer mehr Workout-Parks, in denen jeder umsonst und draußen trainieren kann. Experte Dennis Ratano erklärt, wie Sie loslegen

Dennis liegt quer in der Luft – kerzengerade und starr wie ein Straßenschild. Einziger Halt sind  seine Hände, mit denen er einen Pfosten umgreift. Dabei ist er kein halbes Hemd, sondern eine 95-Kilo-Kante. 10 Sekunden vergehen, er verharrt in der Human Flag, verzieht keine Miene, vergießt keinen Tropfen Schweiß. Um ihn herum, auf einem Fitness-Areal mitten im Hamburger Stadtpark, stehen staunend Zuschauer, nicken anerkennend. Nach noch einmal 10 Sekunden lässt sich Dennis geschickt herab. Einer der Zuschauer ächzt: "Unfassbar – genau wie auf Youtube!" Er meint die Videos von Athleten, die städtische US-Trainingsparks rocken. An Barren und Reckstangen machen die Jungs zu Hip-Hop-Beats die unglaublichsten Dinge: abgefahrene Klimmzugvarianten, unglaubliche Haltepositionen, Liegestützarten jenseits des Profi-Levels. Dennis Ratano war dort. Er hat es gesehen, mittrainiert und will Street-Workout nach Deutschland bringen. Wir machen mit.

Street-Workout-Übung Clapping Pull-Ups: Björn lässt sich hängen
Kollege Björn Krause versucht sich an Klimmzügen

Start in den Staaten
Die Jungs aus den US-Städten nennen ihren Sport Calisthenics, bekannter ist jedoch die Bezeichnung Street-Workout. Die Wurzeln der Trainingsform liegen in New York City, wo vor ungefähr 10 Jahren eine Subkultur rund ums Training im Freien entstand. Besonders in den ärmeren Vierteln, etwa in Harlem und in der Bronx, wurden Workout-Parks angelegt und sofort stark genutzt, anfangs klassisch, später immer spektakulärer. Die Anziehungskraft der Calisthenics hat ihre Gründe. Das Training ist effektiv, umsonst und draußen. Zu einem weltweiten Trend wurde das Workout aber erst, als ein Pionier der Bewegung namens Hannibal for King, damals noch ein Schüler in New York, seine ersten Videos bei Youtube einstellte – einen revolutionären Mix aus Kraft, Dynamik und Kreativität. Seine Erfolge lockten andere Stangen-Sportler an, es ihm nachzutun. Einige Athleten formten Teams, etwa die Barstarzz (von engl. bar: Stange), die zum Markenzeichen für spektakuläre Moves wurden. Ihre Videos gingen um die Welt, bis in unsere Redaktion.

Durchbruch in Deutschland
US-Großstädte und -Küsten sind gesäumt von Fitness-Parks. Diesen Luxus kennt man hier zu Lande (noch) nicht. Das Geniale am Street-Workout ist jedoch, dass viele der Übungen fast überall möglich sind: an Klettergerüsten, auf Parkbänken oder einfach auf dem Asphalt. So gibt es mittlerweile auch hier Gruppen, die ihre Videos im Internet präsentieren. Eine der bekanntesten nennt sich Baristi. Ihr Gründer: Dennis Ratano. Sein Ziel ist es, den Bau von Calisthenics-Parks in Deutschland immer weiter voranzutreiben.

Calisthenics als Challenge
Klar, dass wir dieses Street-Workout selbst mal  ausprobieren wollten – in klassischer Manier, als Men’s-Health-Challenge. 8 Kollegen haben sich deshalb jeweils eine Calisthenics-Übung ausgesucht, die sie innerhalb von 8 Wochen meistern wollten. Ob wir es gepackt haben, wie es uns dabei ergangen ist und worauf es bei den Übungen ankommt, erfahren Sie in diesem Guide. Und dann ab auf die Straße!

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