Effektlose Sport-Pille DHEA

Schlucken statt stemmen? Eine US-Studie hat jetzt erstmals die Wirksamkeit des "Wundermittels" DHEA genau unter die Lupe genommen.

Als ob es noch nicht reicht, dass es jünger und aktiver machen soll: DHEA (Dehydroepiandrosteron, eine Vorstufe der Sexualhormone Testosteron und Östrogen) wird auch zur Trainings-Unterstützung gerne geschluckt. In Deutschland zwar nicht zugelassen, doch über das Internet leicht zu bekommen, soll das Hormon die Eiweißsynthese im Muskelgewebe beschleunigen, so für einen schnelleren Aufbau von Muskelmasse sorgen. Eine Studie der U.S. States Sports Academy in Daphne mit 40 Kraftsportlern im Alter von 20 bis 40 Jahren hat jetzt erstmals bewiesen: An der Wunderwirkung ist nichts dran.

Training plus DHEA brachte im Studienzeitraum von drei Monaten keinen Vorteil im Vergleich zum reinen Eisenstemmen.

Weder Muskelmasse noch Kraft wuchsen stärker als in der Kontrollgruppe", erklärt Studienleiter Dr. M. Brian Wallace. "Die orale Einnahme führt zu einer Verstoffwechslung des Hormons, d. h. es wird größtenteils wirkungslos und steht dem Körper nicht mehr zur Verfügung", bestätigt Professor Wilhelm Schänzer vom Institut für Biochemie an der Deutschen Sporthochschule Köln. Eine Injektion direkt ins Gewebe umgeht diesen Schritt. Aber: "DHEA hat zwar schwach androgene Eigenschaften, und ein Teil wird wahrscheinlich auch in Testosteron umgewandelt; die Menge ist jedoch immer noch zu gering, um tatsächlich wirksam zu sein." Dafür kann sie aber, wie von Testosteron und anderen Anabolika seit längerem bekannt, im Einzelfall ausreichend sein für einige unerwünschte Nebenwirkungen, z. B. Leberschäden, Fettstoffwechselveränderungen oder Herzrhythmusstörungen.

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