Kleber, Lacke & Co.: Süchtig nach Schnüffelstoffen

Einige Farben und Lacke enthalten Lösungsmittel, die berauschend wirken

Klebstoff wird nicht nur in den Slums von Brasilien als Droge missbraucht. Schnüffelstoffe gelten auch bei uns als allgegenwärtige Droge

Das Suchtmittel

Bei Schnüffelstoffen handelt es sich um verschiedene lösungsmittelhaltige Flüssigkeiten wie Klebstoff, Lacke, Benzin oder Reinigungsmittel. Die besondere Gefahr von Schnüffelstoffen als legale Droge liegt darin, dass Sie in praktisch jedem Haushalt zu finden und somit auch für Kinder und Jugendliche leicht zugänglich sind. Schnüffelstoffe stellen so oft eine Einstiegsdroge dar, die dem Konsum anderer Drogen vorangeht.

Konsumformen

Die Dämpfe des Schnüffelstoffs werden direkt eingeatmet. Manchmal bedienen sich die Konsumenten hier der Hilfe eines Taschentuchs, welches sie sich direkt unter die Nase halten.

Wirkung von Schnüffelstoffen

Nach Inhalation der Dämpfe fühlt der Konsument sich gelöst. In diesem Zustand kann es zu Sinnestäuschungen kommen. Die Wirkung ebbt schnell wieder ab.

Suchtfaktor

Schnüffelstoffe bergen das Risiko einer schnellen psychischen Abhängigkeit.

Kurzfristige Risiken und Langzeitfolgen

Durch den Sauerstoffmangel kommt es häufig zu Bewusstlosigkeit. Kopfschmerzen, Übelkeit und Atemnot sind weitere typische Folgen. Direkt nach dem Konsum tritt manchmal der so genannte "sudden sniffing death" ein. Diese Reaktion des Körpers auf den Konsum der Droge ist bis heute noch relativ wenig erforscht. Klar ist allerdings, dass der Konsum einen Herzstillstand auslösen kann, der zum Tod des Konsumenten führt. Langfristig müssen die Konsumenten eine Schädigung der Atemwege sowie Hirn- und Organschäden hinnehmen.

Der Entzug

Hier finden Sie weitere Informationen über Anlaufstellen in der Suchtberatung.

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