Süchtigmacher Heroin: Wenn Heroin zur Abhängigkeit wird

Heroin – von anregend bis tödlich

Heroin ist die Droge, die am schnellsten eine Abhängigkeit auslöst. Wir erklären Ihnen Wirkung und Folgen für den Körper

Die Droge

Heroin ist ein Pulver, das durch chemische Prozesse aus der Schlafmohnpflanze gewonnen wird. Ähnlich wie Cannabis wurde die Droge zunächst zu medizinischen Zwecken eingesetzt. Als Heroin um das Jahr 1900 in Deutschland als Medikament auf den Markt kam, war seine Wirkung kaum erforscht. So war auch nicht bekannt, welch großes Abhängigkeitspotenzial Heroin besitzt. Als Medikament wurde Heroin daher bald wieder vom Markt genommen. Der illegale Handel mit der Substanz als Droge begann.

Konsumformen

Die am weitesten verbreitetste Konsumform von Heroin ist die Injektion. Dafür wird das Pulver in Wasser gelöst und in die Armbeuge gespritzt. Allerdings kann die Droge auch geraucht oder geschnupft werden. In diesen Fällen ist die Wirkung allerdings schwächer.

Wirkung von Heroin

Die stärkste Wirkung zeigt Heroin beim Spritzen. Sofort nach der Injektion spürt der Konsument ein Hochgefühl. Dieser sogenannte "Flash" bleibt beim Rauchen oder Schnupfen aus.

Heroin wirkt auf den Konsumenten beruhigend und entspannend. Ängste oder Probleme werden aus dem Bewusstsein verdrängt. Es stellt sich ein Gefühl der vollkommenen Zufriedenheit ein. Die Wirkungsdauer liegt zwischen drei und fünf Stunden.

Suchtfaktor

Heroin ist die Droge, die nach derzeitigen Erkenntnissen am schnellsten sowohl zu einer körperlichen als auch zu einer psychischen Abhängigkeit führt. Der Körper gewöhnt sich in kurzer Zeit an das Rauschmittel. Dies führt dazu, dass in knappen Abständen immer größere Dosen der Droge nötig sind, um noch eine Wirkung auszulösen und die unangenehmen Entzugserscheinungen zu überwinden.

Kurzfristige Risiken und Langzeitfolgen

Zu den kurzzeitigen und rasch eintretenden Folgen des Heroinmissbrauchs – dem körperlichen Entzug – zählen Symptome wie Zittern und Schwitzen beziehungsweise Frieren. Auch Schlafstörungen und Gliederschmerzen sind typische Phänomene.

Charakteristische langfristige Gesundheitsfolgen sind Leber- und Darmschäden, Zahnausfall und Schäden an den Atemwegen. Bei der Verwendung von Spritzen kommt es häufig zu Entzündungen der Einstichstellen, aber auch der Lymphknoten. Bei Männern stellt sich oftmals Impotenz ein. Auch Ansteckungen mit Krankheiten wie HIV oder Hepatitis durch das Verwenden verschmutzter oder gebrauchter Spritzen sind keine Seltenheit. In vielen Fällen hat Heroin eine tödliche Wirkung.

Neben den körperlichen Schäden erfahren die Konsumenten in aller Regel einen starken sozialen Abfall. Durch die großen Mengen Heroin, die schon nach kurzer Zeit benötigt werden, sind die Konsumenten oft dazu gezwungen, auf kriminellen Wegen Geld für ihre Sucht zu beschaffen. Verwahrlosung und Isolation sind weitere typische Konsequenzen.

Der Entzug

Bei einem Heroinentzug ist dringend professionelle Hilfe nötig. Hier finden Sie weitere Informationen über Anlaufstellen in der Suchtberatung.

Zum Weiterlesen

Michael DeRidder: Heroin. Vom Arzneimittel zur Droge

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