Internet am Arbeitsplatz: Surfen beim Job kein Kündigungsgrund

Darf ich im Büro meine Mails checken?
Private oder geschäftliche Nachricht? Surfen im Internet ist kein Grund für eine fristlose Kündigung

Schnell noch eine Email an die Freundin. Doch was ist, wenn der Chef das sieht? Das Landesarbeitsgericht Rheinland-Pfalz hat entschieden, dass Surfen kein Kündigungsgrund ist

Surfen am Arbeitsplatz ist kein Kündigungsgrund, hat das Landesarbeitsgericht Rheinland-Pfalz entschieden. Bemerkt Ihr Vorgesetzter, dass Sie privat im Netz unterwegs sind, kann er Sie allerdings abmahnen. "Denn privates Surfen zählt nicht zu den Aufgaben, für die Sie bezahlt werden", erklärt Sebastian Dramburg, IT-Anwalt aus Berlin. Private Onlineaktionen sollten Sie demnach lieber in den Feierabend oder die Mittagspause verlegen.

Immerhin: Privates Surfen ist kein Grund für eine fristlose Kündigung, so das Landesarbeitsgericht Rheinland-Pfalz. "Der Mitarbeiter muss erst verwarnt werden", sagt Experte Dramburg. Erst nach mehrfachen Verstößen und mindestens einer Abmahnung kann das Arbeitsverhältnis beendet werden. Ausnahmen: "Dauer-Surfen oder das Herunterladen von pornografischen Bildern können eine Mahnung überspringen und direkt zur Kündigung führen", rät der Experte für Medienrecht.

Fragen Sie Ihren Chef
Laut einer Studie des Bundesverbands für Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (Bitkom) aus dem Jahr 2012 gibt es bei immer noch 11 Prozent der Firmen keine offizielle Regelung. Dadurch entstehen Grauzonen. Tipp des Experten: Gibt es keine schriftlichen Hinweise, fragen Sie Ihren Chef. Arbeitgebern wird geraten, die private Internetnutzung im Büro vertraglich zu regeln, damit keine Missverständnisse entstehen. "Hat Ihr Vorgesetzter jahrelang nichts gegen ein paar private Klicks gesagt, kann er Sie nicht von heute auf morgen verwarnen. Es gilt das Gewohnheitsrecht", sagt Dramburg.

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