Vor dem Burn-Out: Symptome erkennen

Alkohol und Freunde gegen Stress
Feiern Sie Erfolge mit Kollegen – das baut Stress ab

Vermeiden Sie das Schlimmste, indem Sie Signale Ihres Körpers beachten und reagieren

Warten Sie nicht, bis Sie jemand analysiert. Viele Hinweise können Sie selbst erkennen. Ernsthaft Sorgen sollten Sie sich jedoch bei Schlafstörungen, chronischen Schmerzen sowie hohem Alkohol-, Nikotin- oder Medikamentenkonsum machen. Doch selbst die werden von Männern meist bis zum Zusammenbruch ignoriert. Dr. Robert Schneider, der als Betriebsarzt einer Großbank auch ständig die auf Hochtouren laufenden Aktienhändler betreut, hat diese Zusammenbrüche häufig erlebt. „Es ist erstaunlich, wie oft es in einer Ecke des Raumes totenstill wird, weil einer der Kerle angefangen hat zu weinen.“

Keine Hilfe am Arbeitsplatz
Meist wenden sich die Kollegen ab, anstatt Mitgefühl zu zeigen. „Doch diejenigen, die früh zusammenbrechen, sind eigentlich Glückspilze“, so Schneider. „Sie bekommen meistens professionelle Hilfe und schaffen es, ihr Leben wieder in den Griff zu kriegen. Doch viele kommen die ganze Zeit irgendwie gerade so klar – und die arbeiten sich in ein trauriges, einsames, frühes Grab.“

So balancieren Sie Leben und Arbeit
Hilfe holen: Schaffen Sie sich Freiräume, indem Sie an professionelle Helfer abschieben, was immer möglich und finanzierbar ist. Putzen, einkaufen, Rasen mähen, bügeln, Reifen wechseln, Steuererklärung – weg damit.
Ausklinken: Hören Sie auf, sich für unersetzlich zu halten und in Ihrer Freizeit immer erreichbar zu sein. Wenn es Sie nervös macht, von Informationen abgekoppelt zu sein, dann geben Sie Ihren Mitarbeitern eine Notfallnummer, aber checken Sie die Mailbox maximal täglich.
Mutig sein: Überlegen Sie sich, ob Sie aus Angst um den Job freie Tage verschenken oder krank zur Arbeit gehen. Die Erfahrung zeigt: Es dankt Ihnen keiner. Eher dreht man Ihnen einen Strick draus, dass Sie Ihre Interessen nicht wahren können. Ist es wirklich über lange Zeit unmöglich freizunehmen, lassen Sie sich schriftlich bestätigen, dass Ihre Urlaubstage nicht verfallen.

So brennen Sie nicht aus
Relaxen: Lernen Sie eine Entspannungsmethode und verbinden Sie die mit einem Auslöser, den Sie jederzeit anwenden können, wie etwa starkes Ausatmen. So können Sie auch im größten Chaos innerlich etwas Dampf ablassen.
Delegieren: Trennen Sie sich von Ihrer „Bis ich das erklärt habe, habe ich es selbst gemacht“-Haltung, der Ansicht, nur Sie könnten die Dinge richtig erledigen, und dem Gefühl, für alles zuständig zu sein. Üben Sie in kleinen Schritten.
Feiern: Gerade das Gefühl, nie ein Ende zu sehen, macht einen fertig, deswegen sollten Sie jede abgeschlossene Arbeit honorieren. Machen Sie einen echten Schnitt und belohnen Sie sich. Geben Sie dem Team Eis aus, machen Sie einen Spaziergang – was immer Ihnen Freude bereitet.
Abschalten: Lassen Sie sich nicht ständig von E-Mails aus dem Arbeitsfluss reißen. Checken Sie den Eingang nur noch stündlich. Wer ein dringendes Anliegen hat, der ruft sowieso an.
Aufräumen: Chaos auf dem Schreibtisch erzeugt Chaos im Kopf. Weg damit. (Buchtipp: „Simplify your life“ von W. T. Küstenmacher)
Lernen: Weiterbildung bringt frischen Wind in eingefahrenes Denken. Beginnen Sie mit den Themen Entspannung und Arbeitsorganisation.

So entkommen Sie dem Hamsterrad
Träumen: Nehmen Sie sich einen Urlaub lang Zeit, Ihr Leben zu beleuchten. Ist es das, was Sie wollen? Was müsste anders sein, um Sie glücklich zu machen? Was lässt sich umsetzen?
Aufwachen: Sprechen Sie mit Leuten, die Ihren Traum leben, vielleicht ist es ja gar nicht so toll. Auf jeden Fall hilft es, Fehler zu vermeiden.
Kassensturz machen: Sie möchten weniger arbeiten? Würde mehr Freizeit Sie glücklicher machen, auch wenn Sie weniger Geld hätten? Leben Sie so, als ob Sie weniger verdienten. Sie sehen, ob es geht, und sparen für den Ausstieg.

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