Depressionen: Hilfe für Selbstverletzer

Selbstverletzungen sind immer öfter der letzte Ausweg psychischer Belastung
Der Unterschied zwischen schlechter Laune und echter Depression ist bei Jugendlichen schwer zu unterscheiden

Ein Online-Test hilft zu erkennen, ob ein Jugendlicher sich "ritzt" und professionelle Hilfe braucht

Etwa 800.000 Menschen in Deutschland haben sich in ihrem Leben bereits selbst Schmerzen zugefügt. Vor allem Jugendliche mit psychischen Problemen suchen immer häufiger Erleichterung von ihrem Leiden, indem sie sich mit spitzen, scharfen Gegenständen wie Messer, Rasierklingen oder Nadeln tief in die Arme, Beine, Brust und Bauch schneiden und ritzen.

"Da sich die Betroffenen oft für ihre Selbstverletzung schämen, verstecken die meisten ihre Wunden", sagt Dr. Maik Herberhold vom Berufsverband für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik (BKJPP) in Bochum. Deshalb bliebe bei jedem vierten oder fünften betroffenem Jugendlichen das Selbstverletzende Verhalten (SVV), wie die Krankheit genannt wird, vom Umfeld unbemerkt. Doch die Betroffenen brauchen dringend professionelle Hilfe, da SVV süchtig machen und zum Selbstmord führen kann.

Aus diesem Grund hat das Informationsportal www.kinderpsychiater-im-netz.de einen Online-Test erarbeitet, der Freunden, Geschwistern und Eltern von Betroffenen helfen soll, Anzeichen von selbstverletzendem Verhalten zu erkennen. Wenn der Test einen Verdacht erhärtet, sollte man unbedingt einen Therapeuten hinzuziehen, rät Herberhold: "Autoaggressive Menschen kann mit einer Psychotherapie geholfen werden." Je früher mit der Therapie begonnen wird, desto größer sind die Heilungschancen.

Es gibt verschiedene Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten für Depressionen. Weitere Tipps gegen Winterdepression, Stress oder Überarbeitung finden Sie in unserer Rubrik Health.

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