Männlichkeit aus der Tube

Ein neues Testosteron-Gel hilft seit einem Jahr Amerikanern bei ihren Männerproblemen. Trotz leichter Anwendung ist es wegen möglicher Nebenwirkungen umstritten.

Die Firma Unimed möchte mit ihrem neuen Testosteron-Gel "AndroGel" Probleme lösen, die durch das Nachlassen der körpereigenen Testosteronproduktion verursacht werden. Das Gel gilt wegen leichter Dosierbarkeit als Konkurrenzprodukt zu Viagra. Man trägt es einfach auf die Brust und Schultern auf. "AndroGel" ist bisher nur in US-Apotheken erhältlich.

Ärzte versuchen schon länger, dem natürlich entstehenden Hormonmangel entgegenzuwirken. Gegen die "Wechseljahre des Mannes" verabreichte man Testosteron bisher mit Spritzen, Pflastern oder Tabletten. Dabei hat jede Methode ihre Nachteile – ungleichmäßige und zu hohe Dosierung, starke allergische Reaktionen der Haut oder schlicht Unwirksamkeit.

Testosteron ist der Stoff, der einen Mann zum Mann macht. Doch die körpereigene Produktion dieses Sexualhormons läßt im Alter zum Teil stark nach – mit Folgen: Neben dem Abflauen der sexuellen Lust und dem Auftreten von Depressionen können auch körperliche Beschwerden hinzukommen, wie schwindende Muskelmasse, Osteoporose und Blutarmut.

Das neue "Zaubermittel" zum Einreiben ist jedoch nicht für jeden geeignet. Ärzte warnen schon länger, daß die Gabe von Testosteron - egal auf welchem Wege — auch mit Risiken verbunden ist. So ist bekannt, daß das Sexualhormon nicht aktive Tumore in der Prostata wecken kann. Auch die Thrombosegefahr steigt und die Leber nimmt auf Dauer Schaden durch die erhöhte Hormonbelastung.

Selbst der Hersteller Unimed sieht aus diesen Gründen die Zielgruppe eingeschränkt. Nur circa ein Viertel der Männer im Alter von Ende 50 bis Ende 60 könnten von "AndroGel" profitieren, sofern sie an einem zu niedrigen Testosteron-Spiegel leiden. Eine Markteinführung in Deutschland ist für das Gel noch nicht in Sicht.

Eine Testosteron-Therapie sollte sowieso immer von einem Arzt verschrieben und begleitet werden. Dann lassen sich Nebenwirkungen besser kontrollieren. Man will ja auch die Zeit mit seiner wiedererstarkten Männlichkeit geniessen können.

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