Verhaltensforschung: Testosteron sorgt für Spott

Testosteron macht Männer zu Witzeerzählern
Männer wandeln Aggressionen in Humor um

Humor liegt im Blut: Das Geschlechtshormon Testosteron bringt Männer dazu, Witze zu reißen und Sprüche zu klopfen

Derbe Sprüche und Witze auf Kosten anderer sind deshalb Männersache, weil sie möglicherweise mit dem Testosteronspiegel zusammenhängen, so ein britischer Wissenschaftler. Normalerweise gilt: Je mehr Testosteron, desto aggressiver. Diese Aggressionen würden allerdings nicht immer als gewalttätige Handlung, sondern als Spott umgesetzt, so Studienverfasser Sam Shuster vom Norfolk and Norwich University Hospital.

Der Forscher wertete in einer Art Selbstversuch die Reaktionen von über 400 Passanten auf seinen Anblick als Einrad-Fahrer aus. Wenn er auf seinem Gefährt durch seine Heimatstadt Newcastle upon Tyne (Großbritannien) fuhr, reagierten die Geschlechter höchst unterschiedlich: Während die Frauen vor allem ermutigende oder bewundernde Kommentare abgaben, rissen die Männer spöttische Witze.

Dreiviertel konnte sich Sprüche wie: "Wohl ein Rad ab" nicht verkneifen. Nur sehr wenige Frauen machten solche abfälligen Bemerkungen. Vor allem junge Männer waren sehr aggressiv und schrien dem Radfahrer sogar aus dem Auto nach. Ältere Männer dagegen waren eher milder gestimmt – ähnlich wie die Frauen bewunderten sie den Radfahrer eher.

Testosteron hat einen Effekt auf den Humor, folgert Shuster. Anfangs eher aggressiv, wird der Humor mit den Jahren und sinkendem Testosteronspiegel subtiler: Die Aggression wird durch den Witz kanalisiert.

Sponsored SectionAnzeige